26. Juni 2019 - 17:58 Uhr

Der neue Stern am Heilmittel-Himmel: "Golden Honey"

Das Hipster-Getränk "Goldene Milch" war gestern – heute fahren wir auf "Golden Honey" ab - oder  einfach goldener Honig genannt. Er soll DAS neue natürliche Wundermittel gegen eine Erkältung sein. Und das stärkste Antibiotikum, das die Natur zu bieten hat. Doch stimmt das und was kann der neue Hype? Wir haben einen Experten gefragt. Im Video zeigen wir Ihnen, wie man "Golden Honey" selbst macht und auch, wie's schmeckt.

"Golden Honey" = Kurkuma + Honig

Die Zutaten sind simpel: Kurkuma in Pulverform und Honig. Beim Honig ist es wichtig, dass er kalt geschleudert wurde, naturrein und unbehandelt ist. Nur so beinhaltet er noch all seine wertvollen Inhaltsstoffe. Am besten den vom Imker oder einen mit Bio-Qualität nehmen.

Was verspricht das Netz über die goldene Masse?

Das Kurkuma-Honig-Gemisch soll das stärkste Antibiotikum sein, das die Natur zu bieten hat. Es soll ein wirkungsvoller Helfer bei einer beginnenden Erkältung sein, da es entzündungshemmend wirkt und unser Immunsystem stärkt. Die empfohlene Dosis im Krankheitsfall für das "Golden Honey" ist:

  • Am ersten Tag alle zwei Stunden einen Teelöffel voll "Golden Honey" lutschen
  • Am zweiten Tag alle drei Stunden dieselbe Dosis löffeln
  • Am dritten Tag nur noch dreimal pro Tag

Wichtig ist, dass man die zähe Masse nicht sofort schluckt, sondern im Mund zergehen lässt.

Was sagt der Medizin-Experte zum neuen Star?

Sagen wir's mal so: Eine gewisse Skepsis ist bei Medizinjournalist und Arzt Christoph Specht zu spüren: "Der Mensch scheint immer wieder irgendwelche Wundermittel zu brauchen." Wohl wahr, aber wenn's doch helfen soll?

Und tatsächlich bestätigt unser Experte: Honig hat antibiotische Wirkung. Zwar nur relativ schwach, aber hey, wenigstens. Denn durch seinen hohen Fruchtzucker-Gehalt, entziehe der Honig den Bakterien ihr Wasser und hemme sie somit im Wachstum, sagt Specht. Einen Nachteil hat das Ganze jedoch: "Der Honig wirkt nur dort, wo er hinkommt", erklärt der Medizinjournalist. Also am Zahnfleisch, Kehlkopf, Schlund und Speiseröhre. "Honig kann also bei der Vorbeugung von Zahnfleischentzündungen helfen", sagt Christoph Specht. Resistent könne man gegen dieses natürliche Antibiotikum nicht werden, so wie beim chemischen Pendant.

Kurkuma ist ein Gewürz aus der orientalischen und asiatischen Küche. Es wurde vor allem in der ayurvedischen Medizin verwendet, "weil man dort nichts besseres hatte", sagt er. Denn Kurkuma hat durchaus einige positive Wirkungen, es ist beispielsweise verdauungsfördernd. "Doch es hat lange nicht so viele, wie sich erzählt wird", meint Specht. Das Vorbeugen von Alzheimer gehöre zum Beispiel definitiv nicht dazu.

Es kann nicht schaden, den Honig-Mix zu nehmen, sagt Specht. "Aber man sollte nicht glauben, dass ich das nur einmal nehme und es wirkt wie ein Arzneimittel." Der goldene Honig wirke nur, wenn man wirklich nach der ayurvedischen Medizin lebt: "Der Ursprungssinn ist eine bestimmte Lebensweise", sagt Specht. Es bringt nichts, sich ungesund zu ernähren und kaum Sport zu treiben und dann zu hoffen, dass ein täglicher Teelöffel vom "Golden Honey" alles rocken wird. Das gilt aber bei allen Lebensmitteln, denen man eine besondere Wirkung nachsagt.

Falls Sie Kurkuma lieber trinken statt lutschen wollen

Dann haben wir ein super leckeres und vor allem gesundes Kurkuma-Getränk für Sie. Unsere Redakteurin zeigt, wie's geht.