Wie kam es nur zu diesem irren Bild?

Infantino posiert im Stadion neben Nancy Faeser und ihrer "One Love"-Binde

Fifa-Präsident Gianni Infantino und Bundesinnenministerin Nancy Faeser beim Foto-Termin auf der Tribüne
FIFA-Präsident Gianni Infantino und Bundesinnenministerin Nancy Faeser beim Foto-Termin auf der Tribüne
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Bei dem Bild drängt sich eine Frage quasi reflexartig auf: Was haben sich die deutsche Innenministerin Nancy Faeser und FIFA-Präsident Gianni Infantino denn bei diesem Bild gedacht? Vor dem WM-Spiel gegen Japan posierten beide auf der Tribüne für die Kameras. Auf mehreren Fotos ist zu sehen, dass Infantino auf die zuvor von der FIFA verbotene „One Love“-Binde am Arm der SPD-Politikerin zeigt und grinst.

Faeser kritisierte Binden-Verbot deutlich

Das Bild kommt überraschend, schließlich hatte Faeser die FIFA-Entscheidung zum Binden-Verbot zuvor als „großen Fehler“ und „inakzeptabel“ bezeichnet. Es sei nicht in Ordnung, „in solch einer Art und Weise in ein Turnier einzugreifen. Ich hoffe, dass rechtlich geklärt wird, ob es überhaupt zulässig ist, Sanktionen zu verhängen“, sagte sie.

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Während des Spiels saß die Bundesinnenministerin auf der Tribüne – und trug die „One Love“-Binde mitten unter den Scheichs im Stadion offen. Für diese Aktion gab es viel Lob.

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"One Love"-Binde war ein Thema auf der Tribüne

Während des WM-Spiels gegen Japan habe Faeser mit Infantino nach eigenen Angaben dann noch einmal über die auf dem Spielfeld verbotene „One Love“-Armbinde gesprochen. Faeser sagte am Donnerstag in Berlin, man habe ihr den Platz neben Infantino angeboten, nachdem ein Regierungsvertreter aus Katar nicht auf der Tribüne erschienen war. „Dann hat er mich auch auf die Binde angesprochen, ob das die Binde ist, dann habe ich ihm gesagt: ‘Und ist nicht so schlimm wie sie denken, oder?’“

Sie habe dem FIFA-Chef auch gesagt, „dass ich die Entscheidung der FIFA als großen Fehler sehe“. Es sei unglaublich, was da für ein Druck auf die Fußballverbände der sieben europäischen Staaten ausgeübt worden sei, damit dieses Symbol für Vielfalt auf dem Spielfeld nicht getragen wird. Nach dem Spiel sorgten in den sozialen Medien Fotos für Aufregung und Kritik, die Infantino dabei zeigten, wie er neben Faeser stehend lächelnd auf die Binde zeigte.

Was die vor der WM gemachten Zusagen des Gastgebers Katar angehe, so sei sie enttäuscht, „dass ich jetzt sehen musste, dass es nicht eingehalten wird“, sagte Faeser. Fans hätten ihr beispielsweise berichtet, dass ihnen die Regenbogenflagge vor dem Betreten des Stadions von der Polizei abgenommen worden sei. Die deutschen Spieler hätten mit ihrer Geste auf dem Platz protestiert „und ich habe meinen Protest ausgeübt, indem ich die „One Love“-Binde getragen habe“, sagte die für den Spitzensport zuständige Ministerin.

Fifa-Präsident Infantino nur noch peinlich Reporter rechnet ab
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Reporter rechnet ab
Fifa-Präsident Infantino nur noch peinlich

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Heftige Kritik in den sozialen Netzwerken

In den sozialen Netzwerken gibt es teils heftige Reaktionen auf das Foto von Faeser und Infantino. „Wer es immer noch nicht begriffen haben sollte, was da Billiges ablief in Doha: Dieses Foto sagt alles. Und genau so sollte die billige PR-Nummer von Nancy Faeser und ihrer Freunde vom DFB in Erinnerung bleiben“, schreibt ein Nutzer auf Twitter. Ein anderer kritisierte, dass Faeser sich von Infantino für einen Foto-Termin instrumentalisieren lassen habe. (jlu/dpa)