Keine "One Love"-Binde

Hand vor den Mund: DFB-Auswahl setzt Zeichen gegen die FIFA

 Fussball, Herren, Saison 2022/23, WM in Katar, Gruppe E 1. Spieltag, Deutschland - Japan im Khalifa International Stadium in Ar-Rayyan, hintere Reihe v. l. David Raum Deutschland, Torhüter Manuel Neuer Deutschland, Antonio Rüdiger Deutschland, Kai H
Das DFB-Team sendet ein Zeichen gegen die Zensur der FIFA.
www.imago-images.de, IMAGO/Matthias Koch

Ein Zeichen, wenn auch nur ein kleines: Die deutschen Fußball-Nationalspieler haben sich beim Mannschaftsfoto unmittelbar vor dem Anpfiff der WM-Partie gegen Japan demonstrativ die Hand vor den Mund gehalten. Die DFB-Auswahl sendete damit sehr offensichtlich ein Zeichen an den Fußball-Weltverband FIFA, der in Katar die "One Love"-Kapitänsbinde von Manuel Neuer und sechs weiteren europäischen Mannschaftskapitänen verboten hatte.

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DFB: "Uns die Binde zu verbieten, ist wie den Mund zu verbieten"

Es war die Frage aller Fragen: Wehrt sich der deutsche Fußball gegen die „Zensur“ der FIFA und lässt sie das Machtspiel mit dem Weltverband unbeantwortet. Nun, das DFB-Team hat ein Zeichen gesetzt, ein kleines. Die große Eskalation blieb aus. Neuer trug statt der verbotenen „One Love“-Binde die von der FIFA vorgegebene "No Discrimination"-Binde, die gegen Diskriminierung jeder Art stehen soll.

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"Wir wollten mit unserer Kapitänsbinde ein Zeichen setzen für Werte, die wir in der Nationalmannschaft leben: Vielfalt und gegenseitiger Respekt", schrieb der DFB bei Twitter: "Gemeinsam mit anderen Nationen laut sein. Es geht dabei nicht um eine politische Botschaft: Menschenrechte sind nicht verhandelbar." Die sollte laut Aussage des Verbands "selbstverständlich sein. Ist es aber leider immer noch nicht. Deshalb ist uns diese Botschaft so wichtig. Uns die Binde zu verbieten, ist wie den Mund zu verbieten. Unsere Haltung steht."

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Der vom höchst umstrittenen Schweizer Gianni Infantino geführte Weltverband hatte sportliche Sanktionen angedroht für den Fall, dass die mehrfarbige "One Love"-Kapitänsbinde bei den WM-Spielen in Katar doch getragen wird. „Die FIFA arbeitet mit Einschüchterung und Druck, das muss man zunächst konstatieren“, sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf in der ARD. „Ich stehe zu allem, was ich gesagt habe zum Thema Menschenrechte. Wir sind in der Opposition zur FIFA, das ist ganz wichtig, dass das hier deutlich wird. Wir müssen überlegen, welche Schlüsse wir daraus ziehen.“ (tno mit dpa)