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Gesundheitsminister Lauterbach wirbt für vierte Impfung: Empfehlung ab 60 Jahren

"Wir dürfen nicht vergessen, dass die Corona-Pandemie noch nicht zu Ende ist"

Gesundheitsminister Lauterbach wirbt für vierte Impfung

Lauterbach dringt auf die vierte Corona-Impfung Gesundheitsminister
01:26 min
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Lauterbach dringt auf die vierte Corona-Impfung

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Die Coronazahlen steigen, Tag für Tag werden neue Höchstwerte gemeldet. Deswegen sei eine vierte Impfung dringend notwendig, teilt Gesundheitsminister Karl Lauterbach am Dienstag am Rande von Beratungen mit den EU-Kollegen in Brüssel mit.

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Karl Lauterbach spricht sich für eine vierte Impfung aus

„Wir haben sehr hohe Fallzahlen, wir haben leider auch sehr hohe Sterbezahlen“, erklärt der Minister. Am Dienstag meldet das Robert-Koch-Institut 237.352 neue Coronafälle (Stand: 29.03.22, 03:21 Uhr). 307 Menschen sind zudem an oder mit Corona gestorben. Genau diese Zahlen geben Lauterbach zu denken, weswegen er einen Vorschlag zur Diskussion bringen möchte: „Und zwar geht es um die sogenannte vierte Dosis der Impfung. Die vierte Dosis senkt noch einmal die Sterblichkeit im Vergleich zur dritten Dosis um 80%“. Dies hätten neue israelische Daten gezeigt.

Angepasste Impfstoffe kommen erst ab Herbst

Die vierte Impfung ab 60 solle nicht nur für Deutschland, sondern für alle EU-Länder empfohlen werden: „Wir haben dafür den Impfstoff, und es wäre gut, wenn wir eine europäische Empfehlung bekämen“, so Lauterbach. Für ihn sei es ein wichtiges Thema, denn aus seiner Sicht, werde die aktuelle Welle unterschätzt: „Die Lage ist in Europa, was die Pandemie angeht, schlechter als das Gefühl der Menschen.“ Genügend Impfstoff würde seiner Aussage nach zur Verfügung stehen.

Doch die Entwicklung von Impfstoffen, die an die neuen Corona-Varianten angepasst sind, würde sich laut Lauterbach verzögern – er rechne erst ab Herbst mit den neuen Vakzinen. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz reagiert empört auf diese Ankündigung: „Der an die jetzt vorherrschende Omikron-Variante angepasste Impfstoff ist überfällig. Da reicht es nicht, für eine zweite Boosterimpfung der über 60-Jährigen zu werben.“

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Momentan wird die vierte Dosis für Menschen ab 70 Jahren sowie für Menschen mit Risikofaktoren wie Immundefekten empfohlen. Daran ändere sich nichts, sagte Lauterbach. Die Frage sei lediglich, ob die Altersgrenze abgesenkt werde. Für unter-60-Jährige könne die vierte Dosis dagegen nicht empfohlen werden, weil es dazu keine Daten gebe.

Mit Blick auf Deutschland spricht sich Lauterbach bereits seit vergangener Woche dafür aus, offensiver bei Viert-Impfungen vorzugehen. Bisher hätten nur zehn Prozent der Menschen eine vierte Impfung, die dafür in Frage kämen, erklärt der Gesundheitsminister. (anr/dpa)