Nach dem großen Impfgipfel ist vor dem nächsten MPK-Treffen

Lockdown oder Lockerungen: Wie geht's jetzt weiter?

Die Diskussion über Lockerungen läuft - die Gastronomie wird im ersten Schritt aber wohl nicht dazu gehören
Die Diskussion über Lockerungen läuft - die Gastronomie wird im ersten Schritt aber wohl nicht dazu gehören
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04. Februar 2021 - 8:44 Uhr

Kleine Lockerungen sind denkbar

Ein Satz von Angela Merkel gestern nach dem Impfgipfel macht Hoffnung: Die Inzidenz sinke an vielen Orten in ganz Deutschland. Deshalb werde es in den nächsten Tagen Diskussionen zwischen den Bundesländern über eine Öffnungsstrategie geben. Zumindest kleine Lockerungen sind denkbar. Und auch das Ausland zeigt, wie es gehen könnte.

Ministerpräsidenten-Gipfel nächste Woche

Am 10. Februar beraten die Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin über mögliche Öffnungen. Große Schritte sind eher nicht zu erwarten, das machte Bayern Ministerpräsident Markus Söder gestern deutlich. Wir seien noch "weit entfernt von dem, was zu umfangreichen Lockerungen führen könnte". Beim Thema Stabilität und Lockdown sei "eher die Variante Nummer sicher die bessere". Groß ist die Sorge über eine Verbreitung der ansteckenderen Virus-Mutationen, wie zum Beispiel in Portugal und Großbritannien. Aber vielleicht sind kleinere Öffnungsschritte denkbar.

Im Video: RTL-Reporterin Franca Lehfeldt ordnet ein, welche Lockerungen denkbar sind.

Friseure hoffen auf Öffnung

Wie viele anderen Branchen auch drängen die Friseure auch eine schnelle Öffnung. Mehrere Betreiber von Friseursalons haben jetzt sogar Klage gegen die Schließungen eingereicht. Vor wenigen Tagen erreichte das emotionale Video einer Friseurin aus Dortmund millionen Menschen. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff macht im Interview mit dem "Tagesspiegel" vorsichtige Hoffnung: "Wir müssen schauen, dass viele unverzichtbare Dienstleistungen wieder möglich werden, auch im Sinne der dort beschäftigten Menschen." Man könne "also zum Beispiel Friseursalons nicht ewig geschlossen halten, es geht ja auch um Friseure in Altenheimen", sagte der CDU-Politiker.

Ob andere körpernahe Dienstleistungen wie Nagel- oder Tattoostudios dann auch wieder möglich werden, ist aber unklar. Wenn man beispielsweise mit Friseuren anfange, andere Dienstleistungen aber außen vor lasse, komme man "in rechtlich schwieriges Fahrwasser".

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Können wir Ostern in den Urlaub fahren?

Auch ein Osterurlaub könne denkbar sein, erklärt Haseloff: "Wenn wir die Inzidenz weiter drücken, können wir darüber nachdenken, Beherbergungsangebote zu ermöglichen. Als erstes in Ferienwohnungen, wo es keine Ballung von Menschen gibt, dann auch wieder in Hotels." Das müsse aber gesamtdeutsch diskutiert werden, damit es keine Verdrängungseffekte gebe, also viele Leute beispielsweise in ein Bundesland strömen.

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Niedersachsen kündigt Schulöffnung an

In Niedersachsen sollen die Schulen für alle Klassen ab Anfang März wieder öffnen, wenn die Infektionslage rückläufig ist, kündigte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) an. Eine Inzidenz von 50 müsse dafür nicht erreicht sein, es reiche, wenn der Trend positiv ist. Die Schüler aller Altersstufen sollen bis zum Beginn der Osterferien in geteilten Klassen unterrichtet werden.
Thüringen hat mittlerweile allerdings angekündigt, den Lockdown bis zum 19. Februar zu verlängern.

Österreich öffnet Handel, Schulen und Friseure

In unserem Nachbarland Österreich dürfen ab kommendem Montag (08.02.) Geschäfte, Schulen und Friseure wieder öffnen. Das kündigte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) an. Die Inzidenz in Österreich liegt aktuell knapp über der in Deutschland. Auch dort herrscht die Sorge vor Mutationen. Deswegen, so Kurz, werden die Einreisebestimmungen verschärft. Dadurch soll eine weitere Einschleppung der Mutationen abgewendet werden.

Alle Einreisenden müssten sich registrieren lassen und zehn Tage in Quarantäne. In Schulen findet der Unterricht erstmal nur im Schichtbetrieb statt, außerdem müssen die Schüler sich testen lassen. Auch für den Friseurbesuch müssen Kunden einen negativen Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Und in Geschäften gilt, ähnlich wie in Deutschland, eine FFP2-Masken-Pflicht.

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