Mutmaßlicher Exhibitionist belästigte sie

Mädchen (10 & 11) sollen vor Gericht aussagen - ganz allein

25. Mai 2021 - 17:12 Uhr

Müssen Vivien und Larissa das wirklich ohne ihre Eltern durchstehen?

Eigentlich dachte Familie Risch, das Schlimmste wäre überstanden: Vor knapp zwei Jahren entblößte sich ein mutmaßlicher Exhibitionist offenbar vor den damals neun und zehn Jahre alten Töchtern Vivien und Larissa, befriedigte sich sogar selbst, wie die Familie erklärt. Vor Gericht mussten die Mädchen die Tat bereits unter den Blicken des Mannes bis ins Detail schildern. Der Angeklagte bekam eine Strafe - wenn auch nur auf Bewährung. Doch jetzt hat er Berufung eingelegt. Vivian und Larissa sollen erneut aussagen – und zwar ganz alleine, ohne den Rückhalt ihrer Eltern. Was die Familie der Justiz vorwirft und ob RTL-Reporterin Ann Heigl ihr helfen kann, sehen Sie im Video.

Mädchen mussten Erlebnis stundenlang schildern

Dirk und Katarzyna machen sich große Sorgen: Aus Angst vor einer erneuten Aussage könnten ihre beiden Mädchen kaum noch schlafen, schreiben sie uns. "Zwei Jahre quälen sich meine Töchter damit ab. Das kann ja nicht wahr sein", so Dirk im Gespräch mit Ann Heigl. Die Neun- und Zehnjährigen seien schon damals wie Erwachsene behandelt worden, mussten zwei Stunden lang alles bis ins kleinste Detail beschreiben. "Die Kinder mussten das beim Namen nennen, beim Gericht, vor fremden Leuten", klagt Mutter Katarzyna. Vorher habe außerdem niemand den Mädchen erklärt, was auf sie zukommt. Dirk erklärt: "Das ist für mich keine Vorbereitung auf das, was das Kind da erwartet!"

„Kinder werden als Beweismittel verarbeitet!“

Die Eltern erwarten nun zumindest, ihren Töchtern im Gerichtssaal mit aller Kraft beistehen zu können. Doch laut der Vorladung geht das nicht: Vivien und Larissa sollen als Zeuginnen zuerst aussagen, erst im Anschluss ihre Mutter. Somit dürfe Katarzyna sie nicht begleiten, erklärt sie wütend. Dirks Versuch, das Gericht zu überzeugen, waren wirkungslos. "Leider kam es dann zur Aussage der Rechtspflegerin: Der Richter hat das diesbezüglich so entschieden, da könne sie persönlich nichts machen." Für Josefine Barbaric, Kinderschützerin und Coach für Gewaltprävention, ist dieses Vorgehen nichts Neues: "Kinder selbst werden in solchen Verfahren als Beweismittel verarbeitet!", so ihr knallhartes Urteil.

Der Angeklagte habe die Mädchen vor knapp zwei Jahren aus dem Auto heraus beobachtet. Doch dabei blieb es anscheinend nicht: "Er hat wirklich sein Glied in die Hand genommen und einen sexuellen Akt vollzogen", beschreibt Dirk das traumatische Erlebnis seiner Töchter – Bilder, die sie bis heute verfolgen. Ob unsere Reporterin nun wenigstens schafft, den Mädchen den Rückhalt zu ermöglichen, den sie bei einer erneuten Schilderung dieses Tages so dringend von ihren Eltern brauchen, sehen Sie oben im Video.

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