Kleine Tabletten, mit großer Wirkung. aber eben nicht nur auf Krankheitserreger. Schon eine einzige Therapie mit Antibiotikum kann unseren Darm schädigen - und zwar dauerhaft. Schwedische Forscher fanden heraus: Teilweise sieht man die Schäden durch Antibiotika bis zu acht Jahre später.
Dr. Nicole Steenfatt, Ärztin: „Ein Antibiotikum kann gleichzeitig auch bis zu 10 bis 20% der guten, nützlichen Darmbakterien zerstören. Wir brauchen aber unsere guten, nützlichen Darmbakterien, weil über 70% der Immunzellen befinden sich im Darm. Darmbakterien haben einen wichtigen Job bei uns.“
Wenn dieser Job gestört ist, können Verdauungsprobleme wie Durchfall , aber auch Pilzinfektionen die Folge sein. Und: Unser Immunsystem wird angreifbarer.
Macht es denn einen Unterschied, ob ich ein Antibiotikum nur kurz oder lange einnehme? Ärztin: „Man kann nicht pauschal sagen, je länger ich ein Antibiotikum nehme, dass das umso schädlicher ist im Vergleich, wenn ich ein anderes Antibiotikum nehme und dann so ein Single Shot mache und genauso gute nützliche schädigen kann.“
Aber über Antibiotika gibt es auch einige Mythen.
Mythos 1: Man muss Antibiotika immer bis zum Ende nehmen. Richtig! Man sollte immer die vom Arzt vorgegebene Dauer der Einnahme einhalten. Sonst kann man Resistenzen der krankmachenden Bakterien fördern.
Mythos 2: Man soll Antibiotika nicht mit Milch einnehmen. Richtig: Denn Milch kann die Aufnahme einiger Wirkstoffe hemmen - deshalb nicht gemeinsam zu sich nehmen, sondern mit zwei Stunden Abstand.
Mythos 3: Antibiotika helfen gegen Erkältung. Falsch: Antibiotika bekämpfen nur bakterielle Infektionen. Gegen Erkältungsviren sind sie völlig wirkungslos.
Wenn man schon ein Antibiotikum einnehmen muss, sollte man unbedingt gleichzeitig seinen Darm stärken, z.B. mit einem Darmsynbiotikum aus der Apotheke oder probiotischen Lebensmitteln wie Joghurt, Kefir, Kimchi oder saure Gurken.
Außerdem rät die Expertin: „...dass man morgens zum Beispiel schon anfängt mit einem schönen Haferflocken-Porridge und mittags mit einer schönen Gemüsebrühe, Kartoffeln, Reis, dass man viel mit warmen Sachen arbeitet, seinen Darm pflegt.“
So hat der Darm eine Chance, sich vom Antibiotikum schnell zu erholen.