Baby ohne Partner: Annika erfüllt sich ihren Kinderwunsch ‒ dank privater Samenspende
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Der Kinderwunsch ist groß, aber der Partner fehlt! Viele Frauen kennen diese Situation. Es gibt zwar verschiedene Möglichkeiten für Singles, schwanger zu werden, zum Beispiel in einer Kinderwunschklinik per Samenspende. Nur kann sich das nicht jede Frau leisten. Und daher gibt es in Deutschland auch immer mehr private Samenspenden übers Internet. Wir haben eine Frau begleitet, die sich für genau diesen Weg entschieden hat ‒ obwohl der nicht ganz ungefährlich ist.
Die 39-jährige Annika ist auf dem Weg ins Hotel. Dort trifft sie gleich ihren privaten Samenspender. "Es gibt nichts, was ich mir sehnlicher wünsche, als noch einmal schwanger zu werden. Es gibt kein schlimmeres Gefühl als Frau, als diesen unerfüllten Kinderwunsch." Annika hat bereits zwei Kinder. Ihren Weg zum dritten Kind – OHNE Vater und über eine private Samenspende, finden allerdings viele befremdlich. OT Annika: "Für mich ist es wichtig, dass das Kind zu jeder Zeit Kontakt zum Spender aufnehmen kann, was es in dem Fall kann. Und ich möchte den Spender persönlich kennenlernen, nicht nur optisch in einem Katalog aussuchen."
Seit 18 Jahren ist die 39-Jährige alleinerziehend. Ihre beiden Töchter sind auf natürlichem Wege in festen Beziehungen entstanden. Die Väter sind heute nicht mehr Teil ihres Lebens. Tochter Kiara unterstützt Annikas Kinderwunsch.
Annika: "Wir kommunizieren über alles. Jeder einzelne Schritt ist komplett aufgeklärt, was das Thema angeht. Immer."
Die Suche nach einem geeigneten Spender dagegen war alles andere als einfach. Annika: "Die größte Schwierigkeit war, einen Samenspender zu finden, der nicht nur Sex möchte, der nicht nur triebgesteuert den Kinderwunsch der Frauen ausnutzt." Und das kommt für Annika nicht infrage. Sie möchte schwanger werden durch die Bechermethode. Die Spermien führt sich Annika dabei selbst per Spritze ein. Sie macht anonym einen Aufruf auf facebook. Unter hunderten von Anfragen findet sie endlich IHREN Spender.
Annika: "Ich bin auf Sympathiebasis primär beim Aussuchen gegangen. Mir persönlich waren seine Stärken und Schwächen unheimlich wichtig. Mir war sein Beruf wichtig. Sachen wie Optik war für mich nebensächlich. Jemand, der gesund und sportlich ist, reicht mir."
Beim ersten Treffen überprüft Annika Gesundheitszeugnis, Spermiogramm und Personalien ihres Spenders. Geld bekommt er nicht – er will Frauen schlicht dabei helfen, den Kinderwunsch zu erfüllen. Auch einen Vertrag gibt es nicht. Auf Social Media spricht die Zweifach-Mama ganz offen darüber und stößt immer wieder auf Kritik. Annika: "Dann gibt es natürlich die Kategorie, die mich als krank, als egoistisch, als Abschaum darstellt, dass die Kinder darunter leiden, weil ich ihnen den Vater entziehe. Und es prallt bei mir ehrlich gesagt nur noch ab."
Annikas richtigen Namen oder Adresse kennt der Spender nicht, hat damit auch keine Sorge- oder Umgangsrechte. SIE könnte jederzeit Unterhalt fordern, müsste dafür aber ihre Identität preisgeben. Dann hätte wiederum der Spender das Recht, sein Kind zu sehen. Eine Samenbank wäre rechtlich und medizinisch sicherer. Dr. Corinna Mann: "Dann werden medizinische Voruntersuchungen gemacht, auch einerseits zur Anamnese, also das heißt, was bringen die für Vorerkrankungen mit. Was gibt es vielleicht für Erkrankungen in der Familie, die eine Rolle spielen könnten, auch über die letzten Generationen? Bei den Samenbanken werden teilweise auch wirklich nur so fünf bis zehn Prozent der Samenspender überhaupt angenommen." Für Annika ist das kein Grund auf die private Samenspende zu verzichten. Heute soll es endlich klappen. Annika: "Ich treffe mich mit einem Samenspender in der Lobby des Hotels und dann geht er aufs Zimmer, gibt die Spende ab. Bin zu keiner Sekunde allein mit ihm. Dann übernehme ich die Spende im Zimmer."
Um seine Identität zu schützen, findet das Treffen ohne Kamera statt. Nach anderthalb Stunden hat es Annika geschafft. Annika: "Ich hoffe jeden Zyklus, dass es klappt. Ich drücke dir die Daumen, aber ich weiß, dass ich alles gemacht habe, was in meiner Macht steht. Wir haben gutes Timing. Ich habe alles getan. Er hat alles getan. Und mehr geht nicht." So ungewöhnlich es ist – für Annika ist dieser Weg zur Schwangerschaft der richtige. In wenigen Tagen wird sie erfahren, ob ihr sehnlichster Wunsch endlich in Erfüllung gegangen ist.
