Wenn Tobias sich mit seiner Frau Maren heute Fotos anschaut, sie können kaum glauben, dass solche Aufnahmen erst wenige Wochen alt sind.
Tobias Wolf: „Es ist ziemlich merkwürdig, weil es liegt keine großartige Zeit dazwischen.“
Maren Wolf: „Ist einfach verrückt.“
Vor etwa einem Monat fängt ganz plötzlich alles an. Tobias entdeckt eine kleine, kahle Stelle am Kopf, aber schnell werden es immer mehr.
Tobias Wolf: „Wenn ich morgens früh duschen gegangen bin, vom Gefühl her bin ich quasi an meinen eigenen Haaren erstickt, weil nur durch das Wasser, was auf meinen Kopf gekommen ist, sind mir die Haare runtergerieselt, ohne das ich mit meinen Händen im Kopf war und es lagen büschelweise Haare in der Dusche, sodass der Ablauf schon verstopft war davon.“
Die Diagnose: kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata).
Dabei greift das Immunsystem fälschlicherweise die eigenen Haarfollikel an. Plötzlich entstehen kahle, runde Stellen auf der Kopfhaut, an Bart oder Körper.
In seltenen Fällen kann es zum vollständigen Verlust der gesamten Körperbehaarung kommen.
Als Tobias fast keine Kopfhaare mehr hat, entscheidet er sich dazu, sich eine Glatze rasieren zu lassen, auch um ein stückweit die Kontrolle zu behalten.
Tobias Wolf: „Also mir sind noch ein paar Resthaare an den Augenbrauen geblieben, die aber auch sehr licht geworden sind und ich merke, dass sie ausfallen. Ansonsten habe ich keinen Bartwuchs mehr, außer vereinzelt sieht man ganz leicht etwas und auch am restlichen Körper habe ich absolut gar keinen Haarwuchs mehr und keine Haare.“
Dass es so plötzlich und schnell kam – eine große Belastung. Aber auch die Ungewissheit, dass keiner weiß, warum die Haare ausfallen: Seine Blutwerte sind unauffällig, bisher hat keine Untersuchung etwas ergeben.
Ein Hoffnungsschimmer für Tobias: Ein Immunsuppressivum – ein Medikament, das dafür sorgen könnte, dass der Haarwuchs zurückkommt. Es fährt das Immunsystem runter, und soll so dafür sorgen, dass es die Haare nicht mehr als Fremdkörper wahrnimmt. Eine Garantie gibt es nicht.
Tobias Wolf: „Ich muss es jetzt einfach annehmen. Und wenn es mein Leben lang so ist, dass ich dann keine Haare mehr habe und vielleicht auch keine Augenbrauen, dann lieber trotzdem so, als wenn ich wirklich eine ganz, ganz schlimme Krankheit hätte.“
Seine größte Stütze und Unterstützung: Sein Zuhause, seine Familie.
Maren Wolf: „Ich bin ganz, ganz stolz. Und ich finde einfach, er macht das richtig, richtig toll. Und für mich ist er immer noch der schönste Mann auf der Erde, den es gibt. Wird er immer bleiben.“
Tobias nimmt auch psychologische Hilfe in Anspruch, um die Veränderungen zu verarbeiten. Zusammen mit seiner Frau versucht er weiterhin die Ursache für den kreisrunden Haarausfall herauszufinden. Aber er will vor allem positiv bleiben und sich nicht verstecken.