Ehefrau wie Müll entsorgt

Mörder von Iryna U. wird zu lebenslanger Haft verurteilt

16. April 2021 - 17:51 Uhr

Vorsitzender Richter: "Diese Tat macht Sie zum Mörder"

Er hat seine Ehefrau ermordet und ihre Leiche im Müll entsorgt. Heute fiel vor dem Landgericht Frankfurt das Urteil im Fall der ermordeten Iryna U. Ihr Ehemann Stefan U. wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Begründung: Mord aus Habgier. Richter Jörn Immerschmitt begründete das Urteil mit den Worten: "Sie sind ein Mensch, der die Ermordung Ihrer Frau geplant und durchgeführt hat. Diese Tat macht Sie zum Mörder." Unser Reporter war bei der Urteilsverkündung dabei – mehr sehen Sie im Video.

Affäre mit einer anderen Frau

Der verurteilte Stefan U. meldete seine Ehefrau damals noch als vermisst, verstrickte sich aber in widersprüchliche Aussagen. Während die Ermittlungen liefen, ließ er bereits seine schwangere Affäre in die gemeinsame Wohnung mit einziehen. U. wurde festgenommen, auf einer Mülldeponie in Flörsheim-Wicker wurden später drei Knochenrückstände mit den DNA-Spuren seiner Frau gefunden. Der Verurteilte hatte die Leerung des Müllcontainers bei seinem Arbeitgeber persönlich veranlasst. "Nach der Tat verhalten Sie sich nicht so, als würden Sie jemanden vermissen", sagte der Richter. Denn Stefan U. schrieb an seine Geliebte: "Bald ist meine Frau weg, dann gehört die Wohnung uns."

Finanzielle Probleme und unerfüllter Kinderwunsch

Schon früh hatte Stefan U. immer wieder finanzielle Probleme. So klaute er das Sparbuch seines Bruders und schloss unter dessen Namen Handyverträge ab. Es folgten weitere Straftaten, die ihm auch einen Gefängnisaufenthalt bescherten. Mit seinen Vorstrafen gestaltete sich sein weiterer beruflicher Weg schwierig. "Finanziell steht Ihnen schon immer das Wasser bis zum Hals", so der Richter. Seine Ehefrau finanzierte ihn mit, er aber war überschuldet und lebte zu mit teuren Handys und Streaming-Abos auf zu großem Fuße. Auch der unerfüllte Kinderwunsch sorgte für Spannungen zwischen den Ehepartnern. U. begann eine Affäre mit einer Frau, die bereits zwei Kinder hatte. Nach drei Monaten Affäre wurde die Frau bereits schwanger.

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Stefan U. wollte sich Portrait seiner toten Frau tätowieren lassen

Iryna U.
Mordopfer Iryna U.
© RTL, Polizeipräsidium Frankfurt am Main

"Sie haben dreist gelogen im Ermittlungsverfahren, und hier im Prozess haben Sie geschwiegen", so Richter Immerschmitt. "Ihr ganzes Leben ist vom Lügen und Betrügen gekennzeichnet. Das hat mich Kopfschütteln lassen." Auch der Plan von Stefan U., sich das Portrait seiner toten Frau tätowieren zu lassen, empfand der Richter "in jedem Maße befremdlich". Stefan U. soll laut Gericht im Internet nach Tötungsmöglichkeiten gegoogelt haben. Wie und wann genau er seine Ehefrau getötet hat, ist dem Gericht jedoch bis heute nicht bekannt. Eine besondere schwere der Schuld schloss das Gericht aus. Somit erwartet Stefan U. keine Sicherheitsverwahrung.

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