Mazepin kann auch anders

“Ich mag Mick von ganzem Herzen“

Nikita Mazepin und Mick Schumacher.
Nikita Mazepin und Mick Schumacher.
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22. September 2021 - 16:22 Uhr

Neue Töne von Mazepin

Versöhnliche Worte im Krach zwischen Nikita Mazepin und Mick Schumacher. Der Russe sprach im Formel-1-Podcast "Beyond the Grid" über das schwierige Verhältnis der beiden Haas-Piloten. Er möge Schumi jr. von "ganzem Herzen", beteuerte Mazepin. Warum es trotzdem immer wieder zu Ärger kommt, kann er leicht erklären.

Immer wieder Stress bei Haas

Beide sind Formel-1-Rookies im gleichen Team, beide sind 22 Jahre alt, beide fuhren schon im Kartsport vor Jahren als Teamkollegen über die Bahnen der Welt. Trotzdem funkt und kracht es zwischen Nikita Mazepin und Mick Schumacher – nicht nur im metaphorischen Sinne.

Zuletzt zu begutachten in Zandvoort und Monza: Mazepin drängte beim Holland-Rennen Mick in Richtung eines Pollers, in Italien verursachte der Russe eine Kollision, bei der sich Schumacher drehte. Teamchef Günther Steiner verriet im RTL-Interview, dass er trotz der Aussprache der Streithähne nicht so richtig ruhig sei am Boxenstand, sobald diese sich nahe kommen. Viele fragen sich. Wie lange hält der zum wiederholten Male ausgerufene Burgfrieden bei Haas?

Keine sanfte Fahrt

"Es ist viel los und gleichzeitig auch nichts", antwortete Mazepin im F1-Podcast auf die drängende Frage, was denn nun zwischen den Stallrivalen los sei. Seine Erklärung geht so: Sie seien zwei junge Fahrer, die ganz nach oben wollen in der Königsklasse. Und je länger die Saison dauert, desto deutlicher werde: Der einzige richtige, da auch realistische Gegner, sitzt eben im gleichen Renner und befindet sich eine Garage weiter.

"19. zu werden kann ein Highlight sein und der 20. Platz ein ganz schlechtes Wochenende bedeuten. Es ist 'alles oder nichts'," so Mazepin. "Ich weiß nicht, wie viele Jahre wir noch zusammen haben, aber ich denke es wird keine sanfte Fahrt."

Im Sport sei es eben so: "Du hast eine Persönlichkeit außerhalb der Strecke und deine Wettbewerbspersönlichkeit, die oft nicht die netteste ist. Die lässt dich aber harter arbeiten und führt manchmal zu Siegen."

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Mazepin und Mick kennen sich schon ewig

Bei dieser Beschreibung werden prompt Erinnerungen an Michael Schumacher wach, wie in der jüngsten Netflix-Dokumentation über den Rekordweltmeister nochmals klar wurde. Auf der Strecke agierte Schumi teils skrupellos, abseits war er stets der liebende Familienvater und Saubermann. Apropos Michael Schumacher. 2005 schenkten Mazepins Eltern ihrem Sohnemann den roten Ferrari-Helm, den Schumacher jahrelang bei seinen Rennen trug, verriet der Haas-Rookie.

Schumi-Sohn Mick kennt er seit Jahren. Beide fuhren im Kart sogar für das gleiche Team. Mazepin erinnert daran, dass auch damals schon nicht alles glatt gelaufen sei zwischen den beiden. "Das war auch keine sanfte Fahrt. Manchmal war es einfacher, manchmal schwieriger."

"Er ist ein super talentierter Junge"

Trotzdem betont er: "Ich mag Mick von ganzem Herzen. Er ist ein super talentierter Junge. Er hat unglaublich viel erreicht in seiner Karriere." Aber das sei außerhalb der Strecke. "Auf der Strecke ist es mir egal, gegen wen ich fahren", so Mazepin. Und Mick fahre eben im einzigen Auto, vor dem er zuletzt landen konnte. Auf einem persönlichen Level habe dies aber keinen Einfluss. Er habe auch ein super Verhältnis zum Team von Mick und dessen Mechanikern.

Trotzdem machen sich viele Sorgen, dass es bald erneut auf der Strecke kracht. Mazepin ist sich aber sehr sicher, dass "alles gut werden wird". "Alles was ich mache, ist innerhalb der Regeln."

Den nächsten Stresstest für diese Worte gibt es am Sonntag – beim Rennen in Sotschi, dem Heimspiel von Mazepin. Im Rahmen des GP sollen auch die Verträge der beiden Piloten verlängert werden. Die Reise geht erstmal weiter – wohl unsanft. (msc)