Gebrauchter Monza-Tag für deutsche Piloten

Wieder Mazepin-Rempler gegen Mick, Vettel von drei Vorfällen genervt

Das Duell der beiden jungen Haas-Piloten spitzt sich zu.
Das Duell der beiden jungen Haas-Piloten spitzt sich zu.
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13. September 2021 - 13:19 Uhr

Deutsches Desaster beim Italien-GP

Da ging "niente"! Die deutschen Formel-1-Piloten erlebten in Italien jeweils ein Rennen zum Vergessen. Mick Schumacher wurde wieder mal von Teamkollege Nikita Mazepin in unnötige Bedrängnis gebracht, Sebastian Vettel musste gleich drei Zwischenfälle einstecken – unter anderem mit Schumacher.

Und ewig rempelt Mazepin

Es ging im wilden Rennen in Monza und der erneuten Kollision zwischen den WM-Rivalen Max Verstappen und Lewis Hamilton beinahe unter: Schumacher und Vettel kassierten in der Lombardei schmerzhafte Rückschläge. Beide spielten in der Punktevergabe keine Rolle. Schumacher kam als 15. von 15 verbliebenen Piloten ins Ziel, Vettel wurde im Aston Martin trotz der vielen Ausfälle nur 12..

Reichlich Diskussionsstoff bot wieder einmal Schumacher-Stallrivale Mazepin. Der Russe verwickelte Schumi jr wie schon in der Vorwoche in Zandvoort in eine heikle Situation. Diesmal passierte es in Runde 32 zum Ende der Safety-Car-Phase infolge des Verstappen/Hamilton-Crashs: Beide Haas-Piloten verbremsten sich in der ersten Kurve. Mazepin, der hinter Schumacher fuhr, setzte zum Manöver an, wollte innen vorbei. Dabei berührte der Russe das Hinterrad des Deutschen, der sich umgehend drehte, während Mazepin dessen Position kassierte. Schlussendlich kostete ein technischer Defekt Mazepin noch das Rennen – und den Platz vor dem Teamkollegen.

Der 22-Jährige gab sich nach dem Rennen kleinlaut und schob eine schnelle Entschuldigung hinterher. "Es tut mir leid, dass das passiert ist. Auch wenn ich es als Rennvorfall einschätzen würde, muss ich das auf meine Kappe nehmen." Das sahen auch die Stewards so. Sie verdonnerten Mazepin zu einer Fünf-Sekunden-Strafe und einem weiteren Strafpunkt.

Eine Konfrontation oder verbale Scharmützel der Haas-Jungspunde blieben diesmal also aus. Schumacher gab sich diplomatisch zurückhaltend in der Bewertung: "Was die Szene mit Nikita angeht, so waren wir halt in einen Zweikampf verwickelt, da kann es auch mal eng werden. Ich konnte ihn aus dieser Position nicht sehen."

"Bisschen ein Missverständnis"

Nach dem Re-Start kam es dann auch noch zu einer weiteren Berührung zwischen Schumacher und Vettel. Schumacher wollte an Vettel vorbeiziehen, dieser zog nach rechts rüber und Schumi jr. touchierte mit seinem linken Vorderrad den rechten Seitenkasten des Aston-Martin-Fahrers.

Vettel bezeichnete die Aktion als "ein bisschen ein Missverständnis". Er habe nicht gewusst, dass Schumacher "so eng an mir dran ist". Auch Vettel hatte sich in Kurve 1 etwas verbremst. "Deswegen kam es für ihn ein bisschen überraschend. Es war keine Absicht dahinter."

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MONZA, ITALY - SEPTEMBER 12: Sebastian Vettel of Germany and Aston Martin F1 Team prepares to drive on the grid during the F1 Grand Prix of Italy at Autodromo di Monza on September 12, 2021 in Monza, Italy. (Photo by Lars Baron/Getty Images)
Es war nicht das Rennen von Sebastian Vettel.
© Getty Images, Bongarts, MT / WTM

Teamkollege fährt in die Parade

Es war schon das dritte Ärgernis für den viermaligen Weltmeister.

Gleich zu Beginn hatte ausgerechnet Teamkollege Lance Stroll die Anfangsphase von Vettel versaut. Der Altmeister kam eigentlich gut von seinem Startplatz weg. Doch dann grätschte der Sohnemann des Teameigentümers dazwischen.

Zuerst überholte der Kanadier Vettel in der zweiten Schikane, indem er die Auslaufzone nahm. In der zweiten Lesmo musste Vettel vom Gas, um eine Kollision mit Stroll zu vermeiden. Beide Alpine und Williams-Mann Latifi flogen am Deutschen vorbei. Die gute Ausgangslage – sie war dahin wie der Sommer!

Erst Stroll, dann Ocon, dann Schumacher

Und nur wenig später folgte der nächste Schreck. Der Übeltäter hieß diesmal Esteban Ocon. Der Überraschungssieger von Budapest drängte Vettel in Runde 16 von der Strecke. In der zweiten Schikane versuchte es Vettel außen gegen Ocon. Der Franzose hielt gegen und lenkte nach rechts, wieder musste der 34-Jährige zurückstecken. "Er hat mir keinen Platz gelassen", klagte Vettel am Funk. Die Stewards brummten Ocon für die Aktion wenig später zu Recht eine 5-Sekunden-Strafe auf.

Nach dem Re-Start gab es dann noch das kurze Stelldichein mit Schumacher, das für beide zum Glück weitgehend folgenlos blieb.

Vettel war dennoch bedient, allerdings wegen des allerersten Vorfalls mit Stroll, das ihn gute Chancen auf Punkteausbeute kostete. "Mit Sicherheit hat die erste Runde das Rennen heute für mich kaputt gemacht." Denn auf den Gerade war der AMR21 ein Rohrkrepierer – so blieb es beim enttäuschenden 12. Rang. (msc)