Leonard Prescott vor DebütBayern-Bubi (16) auf großer Bühne – tritt er jetzt in Neuers Fußstapfen?

Torwart Leonard Prescott (FC Bayern München) schaut waehrend des spiels der Bundesliga zwischen Bayer 04 Leverkusen und FC Bayern München, BayArena am 14. March 2026 in Leverkusen, Deutschland. (Foto von Oliver Kaelke/DeFodi Images) +++ Torwart Leonard Prescott (FC Bayern München) looks on during the Bundesliga match between Bayer 04 Leverkusen and FC Bayern München at BayArena on March 14, 2026 in Leverkusen, Germany. (Photo by Oliver Kaelke/DeFodi Images) DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video. (Photo by Oliver Kaelke/DeFodi Images)
Torwart Leonard Prescott könnte mit 16 Jahren debütieren.
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Was wäre das für ein Traum-Debüt!
Steht ein 16-Jähriger im Achtelfinal-Rückspiel des FC Bayern in der Champions League gegen Atalanta Bergamo im Tor? Nach den Verletzungen von Manuel Neuer, Jonas Urbig und Sven Ulreich könnte Leonard Prescott zu seinem Profidebüt beim deutschen Fußball-Rekordmeister kommen. Doch wer ist das eigentlich?

Eine besondere Geschichte mit Manuel Neuer

Der großgewachsene Teenager, der mit 1,96 Meter sogar sein Vorbild Manuel Neuer um drei Zentimeter überragt, hatte bis Montag noch nicht mal einen Eintrag in der Online-Enzyklopädie Wikipedia. Doch nun ist der Name des Riesentalents trotzdem plötzlich in aller Munde. Medienberichten zufolge erhielte der U19-Schlussmann den Vorzug vor Jannis Bärtl (19), der bei der zweiten Mannschaft im Tor steht. Ihm winkt also das Debüt!

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Prescott stand im Hinspiel (6:1) erstmals im Profikader, er hat schon häufiger mit Neuer und Co. trainiert. Mit seinem Idol verbindet ihn eine besondere Geschichte: In der Champions League stand der von Bild getaufte „Zukunfts-Neuer”, dessen Spielstil mit jenem des Kapitäns verglichen wird, schon öfter als Balljunge hinter dem Tor.

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Trainer über Leonard Prescott: „Für sein Alter auf jeden Fall sehr weit”

Jetzt könnte der in New York geborene Deutsch-Amerikaner, der über die pralle Erfahrung von 16 U19-Spielen im Bayern-Trikot verfügt (30 Gegentore), zwischen die Pfosten rücken. Kann er das? Prescott, der in Berlin aufgewachsen ist und 2023 von Union zu den Bayern wechselte, gilt als klar im Kopf und verlässlich, parallel baut er seinen Realschulabschluss.

Intern genießt er volle Rückendeckung. „Er ist technisch überragend”, sagte U19-Trainer Peter Gaydarov im vergangenen Sommer und betonte: „Er könnte gefühlt im Feld mitspielen.” Wie Neuer. Außerdem sei Prescott, der sechsmal für die deutsche U17 auflief, „sehr mutig in seinen Aktionen” und „für sein Alter auf jeden Fall sehr weit”.

Manchmal aber auch: zu mutig. Im U19-Stadtderby gegen 1860 vertändelte er Anfang Oktober mehrmals den Ball. Einer dieser Patzer führte zum spielentscheidenden 0:1. Das Netz ist plötzlich trotzdem voll mit Highlight-Clips wie jenem zu Prescotts „letzten 35 Paraden”.

Es könnte Probleme mit dem Arbeitsrecht geben

Bei einem Einsatz von Prescott gäbe es allerdings aufgrund seines Alters einige Dinge zu beachten. Laut Jugendarbeitsschutzgesetz gilt grundsätzlich, dass Jugendliche unter 18 Jahren nur zwischen 6 und 20 Uhr beschäftigt werden. Allerdings gibt es etwa für die Gastronomie, den Einzelhandel oder die Landwirtschaft Ausnahmen mit unterschiedlichen Zeiten. Und seit 2021 auch für den Profifußball.

Demnach darf ein 16-Jähriger bei Abendspielen seine Tätigkeit bis 23 Uhr ausüben. Sollte ein Spiel deutlich über 23 Uhr hinausgehen, könnte das arbeitsrechtlich problematisch werden. Eine Verlängerung wird nach dem klaren Vorsprung aus dem Hinspiel jedoch nicht erwartet. Sportliche Folgen drohen ohnehin nicht. Theoretisch denkbar wäre allerdings eine Geldstrafe wegen einer Ordnungswidrigkeit.

Doch ein Comeback von Jonas Urbig?

Bei Jonas Urbig besteht noch Hoffnung auf eine Rückkehr für das Rückspiel am Mittwoch (21 Uhr/DAZN). Der 22-Jährige hatte beim 6:1 im Hinspiel vor einer Woche eine Gehirnerschütterung erlitten.

Damit Urbig wieder spielen kann, muss er ein spezielles Programm durchlaufen. Die Belastung wird in einem mehrstufigen Programm gesteigert, der Profi muss jeweils symptomfrei sein. Am Ende entscheidet der Mannschaftsarzt. „Ich glaube, Jonas ist auf einem guten Weg, vielleicht kann Jonas am Mittwoch wieder spielen”, sagte Sven Ulreich vor der Diagnose der eigenen Verletzung.

Ansonsten könnte Prescott am Mittwoch vor 75.000 Zuschauern in der Allianz-Arena die Blicke auf sich ziehen und den bisher jüngsten Münchner Torwart Sven Scheuer (Debüt 1989 mit 18 Jahren und 237 Tagen) ablösen ... (nlu/dpa/sid)

Verwendete Quellen: SID, DPA