Monza-Crash mit Hamilton

Darum bestrafte die FIA Max Verstappen

Max Verstappen und Lewis Hamilton kollidieren.
Max Verstappen und Lewis Hamilton kollidieren.
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13. September 2021 - 9:50 Uhr

"Spät gebremst"

Ein Crash mit Folgen! Die erneute Kollision der beiden WM-Führenden Lewis Hamilton und Max Verstappen beim Italien-GP entfacht wieder reichlich Diskussionen. Nach dem Rennen entschieden die Stewards: Red-Bull-Pilot Verstappen ist der Unfall anzukreiden. Er kassiert dafür eine Startplatzstrafe im nächsten Rennen in Russland.

Verstappen ist der "Hauptschuldige"

Die Rennkommissare werteten hierzu Videoaufnahmen aus, sprachen mit den beiden Piloten und Teammitgliedern. Die einhellige Meinung der Stewards: Der Hauptschuldige des Crashs in Kurve 2 ist Verstappen. Das teilte der Weltverband FIA am Sonntagabend in einem offiziellen Dokument mit.

Die Begründung: In Kurve 1 habe Verstappen spät gebremst und sich in die Nähe von Hamilton bewegt, "obwohl Auto 33 (Verstappen, d. Red.) in der ganzen Sequenz nicht weiter nach vorne kommt, als gerade hinter das Vorderrad von Auto 44 (Hamilton, d. Red.)."

So schätzt RTL-Experte Christian Danner den Crash ein

In der Anhörung sagte Verstappen laut FIA, der Grund für den Crash sei gewesen, dass Hamilton in Kurve 1 die Lenkung geöffnet und ihn zum Scheitelpunkt der Kurve "gequetscht" hätte. Auch auf seiner Instagram-Seite vertrat er hartnäckig diesen Standpunkt. "Der Vorfall hätte vermieden werden können, wenn mir genug Platz in der Kurve eingeräumt worden wäre", schrieb der Niederländer.

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Manöver erfolgte zu spät

Die Stewards Tim Mayer, Vitantonio Liuzzi, Garry Connelly und Paolo Longoni kamen dennoch zum Schluss, dass das Manöver von Verstappen zu spät erfolgt sei, um Recht auf "Racing Room" (Platz zum Fahren) zu haben. Die Position vom Hamilton sei "angemessen" gewesen, auch wenn der Brite weiter vom Kerb hätte weglenken können. Die Hauptschuld liege daher bei Verstappen. Er muss beim GP in Sotschi in zwei Wochen drei Startplätze zurückweichen, erhält auch zwei Strafpunkte auf seine Superlizenz. Beide Teams können gegen das FIA-Urteil in Berufung gehen.

Die Stewards betonten im offiziellen FIA-Statement, dass sie nur den Vorfall an sich, nicht die Folgen des Unfalls bewertet hätten. Nach der Kollision war für beide Fahrer Schluss, Hamilton kam dank des Halos weitgehend unbeschadet davon. Der Rekordweltmeister fand anschließend emotionale Worte über die gefährliche Situation.

Schon beim Rennen in Silverstone im Juli waren die beiden Top-Piloten heftig kollidiert. Verstappen flog nach einer Berührung mit 280 km/h in den Reifenstapel und musste im Krankenhaus durchgecheckt werden. Damals sahen die Stewards Hamilton als Hauptschuldigen für den Crash. Er bekam eine 10-Sekunden-Strafe, gewann das Heimspiel aber dennoch. (msc)