Entscheidet das Virus den WM-Fight?

Die Corona-Angst der Formel 1

02. Dezember 2021 - 9:57 Uhr

Hamilton hält Luft an, Verstappen reduziert Kontakte

Die Formel 1 steht vor dem ultimativen Herzschlagfinale. Rekordchamp Lewis Hamilton und Herausforderer Max Verstappen duellieren sich in den zwei verbleibenden Rennen um die WM-Krone. Viel wurde über die harten Duelle geredet, die Technik, die Motoren. Sie alle können den WM-Fight entscheiden. Corona allerdings auch.

Wie Red Bull und Max Verstappen mit der Corona-Situation umgehen, erklärt Bullen-Berater Helmut Marko oben im Video.

Was wäre wenn ...?

Man will es nicht beschreien, aber die Frage muss sein: Spielt Corona im spannendsten Formel-1-WM-Kampf seit langem noch eine entscheidende Rolle?

In Europa und gerade auch in Deutschland schnellen die Infektionszahlen in die Höhe, harte Maßnahmen wie eine Impfpflicht werden diskutiert. Gleichzeitig biegt die Königsklasse auf die Zielgerade. Zwei Rennen stehen noch auf dem Programm. Verstappen hat acht Punkte Vorsprung auf Titelverteidiger Hamilton. Schon am Sonntag in Saudi-Arabien (LIVE bei RTL ab 17.15 Uhr) hat der Niederländer den ersten Matchball. Sehr wahrscheinlich ist dieses Szenario nicht, vermutlich fällt erst im allerletzten Rennen in Abu Dhabi die Entscheidung.

Eine latente Gefahr steht rund um das Saisonfinale allerdings im Raum. Zerstört das Coronavirus auf den letzten Metern den WM-Zweikampf?

Die Ausgangslage ist klar und in den FIA-Statuten niedergeschrieben. Hat ein Fahrer einen positiven Corona-Test, Covid-ähnliche Symptome oder engeren Kontakt zu einer Person mit Covid-Symptomen, darf er nicht am Rennen teilnehmen.

LIVE bei RTL: Heißer Wüstenendspurt - fällt die Entscheidung?

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Schon mehrere Piloten erwischt

Dieser Fall ist auch schon mehrere Male eingetreten. Verstappens Stallgefährte Sergio Perez verpasste als Erster beide England-Rennen (2020), Vettel-Kollege Lance Stroll den Eifel-GP Ende 2020, zuletzt erwischte eine Corona-Infektion Altmeister Kimi Räikkönen in Zandvoort und Monza – und auch Hamilton selbst war schon betroffen. Das vorletzte Rennen 2020 in Bahrain verpasste er wegen seiner Covid19-Erkrankung. Damals allerdings stand schon längst fest, dass er den Titel sicher hat. Umso verheerender wäre eine ähnliche Situation in diesem Jahr. Es käme einer Vorentscheidung gleich. Nun hat Hamilton zwar die Infektion hinter sich, über eine Booster-Impfung ist offiziell nichts bekannt. Aber eine hundertprozentige Sicherheit gibt es indes nicht.

Immerhin: Die Zahlen der Corona-Neuinfektionen in Saudi-Arabien und Abu Dhabi sind sehr niedrig. Die offiziellen Daten liegen bei 34 (Saudi-Arabien) und 68 (VAE) neuen Fällen am Dienstag/Mittwoch. Die Vereinigten Arabischen Emirate, dessen Hauptstadt Abu Dhabi ist, meldete sogar als erstes Land, eine 100 prozentige Quote bei Erstimpfungen. Das Risiko vor Ort ist theoretisch also gering. Die Teams halten sich zudem an die strikten Corona-Protokolle.

Der Weltmeister nimmt die Situation trotzdem sehr ernst. "Das Jahr kann vorbei sein, wenn du ein oder zwei Rennen verpasst", sagte der 36-Jährige zuletzt in einer Medienrunde. "Ich würde sagen, dass ich es dieses Jahr mit der Erfahrung, die ich letztes Jahr gemacht habe, vielleicht ein bisschen besser managen konnte. Du lebst aber immer noch in Angst." Was er damit meint: Seine sozialen Interaktionen hätten sich wieder verändert, er halte zu jedem Distanz. "Du hältst deinen Atem an, wenn du unter Leuten bist." Hamilton hatte auch Monate nach seiner Infektion noch über Langzeitsymptome geklagt und offen über eine mögliche Long-Covid-Erkrankung gesprochen.

Streckenarchitekt erklärt den Saudi-Kurs

Marko: Auch "Glück und Zufall"

Öffentlich hatte sich sein Rivale bisher lockerer gegeben. "Wenn ich in Monaco unterwegs bin, ausrutsche und mir das Bein breche, ist das auch nicht großartig", sagte Verstappen am Rande des Mexiko-GP vor wenigen Wochen. "Ich lebe einfach das Leben, das ich schon die letzten zwei Jahre gelebt habe mit Corona."

Im RTL/ntv-Interview sprach nun Red-Bull-Eminenz Helmut Marko über die angespannte Corona-Situation vor den letzten Rennen in der Wüste. "Max versucht die Kontakte so gering wie möglich zu halten, ohne dass er sein normales Leben aufgibt", so der 78-Jährige im Interview. Allerdings sei es bei der Häufung der Corona Fälle auch "Glück und Zufall", ob man sich infiziere.

Marko bestätigte, dass das gesamte Red-Bull-Team geimpft ist, teilweise auch schon dreimal. "Das sollte doch ein gewisser Schutz sein", sagte Marko und schickte seine WM-Bitte hinterher. "Ich hoffe, dass durch Corona nicht die WM entschieden werden könnte."

Die soll auf dem Wüstenasphalt entschieden werden. Auf dem neuen Kurs in Saudi-Arabien und wahrscheinlich in Abu Dhabi. Ohne Corona, aber mit viel Action auf der Strecke.

Was Marko von dem Premieren-Kurs erwartet, lesen Sie hier. (msc)