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Red Bull-Berater Helmut Marko vor WM-Endspurt: "Wir haben keine Angst"

Max Verstappen (li.) und Helmut Marko.
Max Verstappen (li.) und Helmut Marko.
© AP, Darron Cummings, DC

01. Dezember 2021 - 9:46 Uhr

Red Bull-Berater "angespannt" vor WM-Zielsprint

Die Formel 1 macht sich bereit für den Endspurt. Zwei Rennen noch, dann ist die Weltmeisterschaft entschieden. Dann ist endlich klar, wer ganz oben auf dem Renn-Thron sitzt: Max Verstappen oder Lewis Hamilton. Es ist ein epischer Zweikampf, den die Formel 1 so Jahre nicht mehr erlebt hat. Ein heißes Duell, in dem zwar Max Verstappen rein rechnerisch leicht die Nase vorn hat, aber Lewis Hamilton so nah dran ist, dass der Ausgang tatsächlich offen ist. "Wir haben keine Angst", sagt Red Bull-Berater Helmut Marko. Trotzdem sei er deutlich angespannter als in den letzten Jahren. "Die Intensität dieses WM-Kampfes übertrifft alles, was man in der Vergangenheit so erlebt hat."

8 Punkte Vorsprung für Verstappen geben nur wenig Ruhe

Die Formel-1-Saison ist in diesem Jahr so lang wie noch nie. 22 Rennen müssen die Fahrer und das gesamte Team absolvieren. Per se eine enorme Belastung. Jetzt kommt dieses enge Duell, diese irrsinnige Rivalität zwischen Red Bull und Mercedes noch oben drauf. Das spürt auch Dr. Helmut Marko. Der langjährige Berater von Red Bull schalte kaum noch ab, wie er in einem exklusiven RTL/ntv-Interview vor dem Rennen in Saudi-Arabien (Sonntag, ab 17 Uhr live bei RTL) erzählt. "Es ist immer präsent, man denkt, was kann man anders machen, besser machen. Das zehrt langsam."

Auch der Vorsprung von Verstappen bringt nicht wirklich Ruhe rein. 8 Punkte - immerhin vorne, aber mehr auch nicht. "Das ist ein Polster, aber nicht ausreichend", sagt auch Marko. Aber: "Für die strategische Auslegung des Rennens ist das schon ein gewisses Sicherheitspolster und Max wird das sicher im Hinterkopf haben."

Keiner gibt im WM-Fight nach

Die Besonderheit dieser Formel-1-Saison ist definitiv das enge Kopf-an-Kopf-Rennen an der Spitze, das gerne auch mal in halsbrecherischen Unfällen endet, wie in Monza. "Wenn die zwei aufeinander treffen, ist es immer sehr eng", sagt Marko gegenüber RTL/ntv. Da sei immer eine gewisse Spannung da. "Keiner will nachgeben, das ist ja auch verständlich. Das würde den anderen moralisch stärken."

Unerlässlich für einen Erfolg des Topfahrers sei für Marko auch die Leistung des Team-Kollegen. Das gebe dem Team mehr Möglichkeiten in der Strategie. "Es ist ein entscheidender Faktor, dass der zweite Pilot auf Augenhöhe mit fährt. Das hilft dem Leader und erleichtert die Strategie ungemein", so Marko.

Die Team-Kollegen also wichtig für den Sieg, trotzdem konzentriere sich alles auf Verstappen und Hamilton. "Kein anderer kommt in diesem Kampf mit", sagt Marko. "Es ist derartig intensiv, da muss auf beiden Seiten alles stimmen."

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Die große Unbekannte: Die Strecke!

Die Strecke in Saudi-Arabien wurde vollständig umgebaut. Weniger Kurven, längere Geraden. Aufgrund des starken Mercedes-Motors könnte das ein vermeintlicher Vorteil sein für die Silberpfeile. "Das sehen wir nicht so", kontert allerdings Marko. "Es ist ein Stadtkurs. Wenn Hamilton Schwächen hat, dann hat er sie im Stadtkurs. Er war in Monte Carlo nicht vorne dabei, auch in Baku war er kein Front Runner. Ich hoffe, dass sich dieser Trend fortsetzt."

Außerdem gebe es schließlich nicht nur schnelle Geraden, sondern auch heikle Kurvenpassagen, die mit Blick auf die Vergangenheit Max Verstappen gut liegen. "Wir gehen in das Rennen, mit der Absicht zu gewinnen. All diese Prognosen, das ist Mercedes-Strecke oder Red Bull-Strecke- wir wurden oft eines Besseren belehrt. Es muss die Tagesform passen, es muss alles passen, dann sind es Kleinigkeiten, die entscheiden", sagt Marko.

Kleinigkeiten, auf die sich der Red Bull-Pilot ausgezeichnet vorbereitet. Jeden Tag säße er zu Hause in einem Simulator, erklärt Marko. "Also, auch wenn er noch nicht vor Ort war, kennt er jedes Detail." Jedes Detail, bis auf eins: Den Belag. Das sei eine große Unbekannte, weil sich niemand im Voraus darauf vorbereiten könne, so Marko.

Im Video: Streckenarchitekt Tilke erklärt den Dschidda-Kurs

"WM wird sich erst in Abu Dhabi entscheiden"

Die Ausgangslage für Max Verstappen ist gut - er führt, Mercedes muss voll angreifen. Drum herum tut Red Bull alles, um seinen Top-Fahrer optimal für die letzten beiden Rennen auf die Strecke zu bringen. Bei Max sei in Ruhelassen der richtige Weg, erklärt Marko gegenüber RTL/ntv. "Max ist ein sehr gefestigter Mensch, der seine Meinung hat und seinen Tagesablauf abspult und sich von all diesen Social Media Informationen fernhält und sich auf das konzentriert, was für ihn wichtig ist, von daher muss man da nicht viel machen".

Es sind noch zwei Rennen und rein rechnerisch könnte Max schon in Saudi-Arabien den Sack zu machen. Unrealistisch klar, aber nicht unmöglich. Falls Hamilton gar nicht in die Punkte kommen sollte, würde Verstappen ein zweiter Platz zum Titel reichen. Ansonsten gilt: Gewinnt Verstappen und holt die schnellste Rennrunde, reichten ihm Platz 6 und abwärts von Hamilton. Ohne schnellste Rennrunde (und den damit verbundenen Bonuspunkt) und gleichzeitigem Triumph dürfte der WM-Widersacher nicht besser als Siebter werden. So weit die Theorie. Eine Theorie, an die Helmut Marko selbst nicht glaubt: "Wie am Anfang prognostiziert, wird es sich im letzten Rennen in Abu Dhabi entscheiden."

Die Fans sind bereit für den Wüstenendspurt, ein vorletztes Gefecht im WM-Fight. Das Duell war bislang episch, fehlt nur noch ein episches Finale. (lgr/msc)