Finanztest prüft

Die besten Berufsunfähigkeitsversicherungen: Was muss man beachten?

18. Juni 2019 - 14:52 Uhr

Finanztest-Leser rät: "Arbeitskraft besser versichern als ein Auto"

Auch wenn man es sich als gesunder Mensch, der mit beiden Beinen fest im Berufsleben steht, kaum vorstellen kann: Der Tag, an dem der Gesundheitszustand es nicht mehr zulässt, arbeiten zu gehen, kann auch schon vor dem Eintritt in die Rente kommen. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung verhindert dann, dass man nicht in der Armut landet und der Lebensunterhalt weiterhin gesichert ist. In der aktuellen Finanztest-Ausgabe werden verschiedene Versicherungen zur Berufsunfähigkeit (BU) getestet. Welche die besten sind und worauf man beim Abschluss unbedingt achten sollte, erklären wir im Video.

Braucht man einen (unabhängigen) Versicherungsberater?

Ungefähr jeder Vierte muss vorzeitig aus dem Job aussteigen. Ohne Absicherung stehen viele dann vor einem großen finanziellen Problem. Die Lösung: eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Einige davon hat Finanztest nun genauer unter die Lupe genommen.

Das Urteil von Finanztest: "35 von 59 Tarifen sind top." Doch der Weg, eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung zu finden, ist nicht leicht. "Oft brauchen Kunden mehrere Anläufe, um einen sehr guten Vertrag zu bekommen", heißt es im Heft. Zudem bekommt auch nicht jeder einen Vertrag – zum Beispiel, wenn man in den letzten fünf Jahren krank war, chronisch krank ist oder in einem risikoreichen Beruf arbeitet. Die Empfehlung ist, sich in einem solchen Fall einen unabhängigen Versicherungsberater zu suchen. Aber auch, wer auf eigene Faust eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen will, muss einiges beachten.

Darauf sollte man als Kunde achten

  • Planungssicherheit: Achten Sie auf einen günstigen Zahlbeitrag und einen geringen Abstand zwischen Zahl- und Tarifbeitrag. Da die Berufsunfähigkeitsversicherung oft mehrere Jahrzehnte läuft, kann es sein, dass die Beiträge bis zum Tarifbeitrag steigen.
  • Laufzeit: Die Berufsunfähigkeitsversicherung sollte bis zum Eintritt ins Rentenalter mit 67 Jahren laufen. Einige Verträge gehen nur bis zum 58. oder 60. Geburtstag.
  • Höhe der Berufsunfähigkeitsrente: Eine gute Möglichkeit, um die Höhe der BU-Rente zu berechnen, ist einmal eine Bestandsaufnahme zu machen. Also, was brauchen Sie, um (gut) über die Runden zu kommen? Als Faustregel gilt, dass etwa 70 bis 80 Prozent des Einkommens versichert werden sollten. Achten Sie darauf, dass es eine Nachversicherungsgarantie gibt. Wenn Sie mal mehr verdienen, können Sie die Rente nach Bedarf erhöhen.
  • Gesundheitsfragen: Auch wenn es verlockend klingt, bei den Gesundheitsfragen zu schummeln, um am Ende mehr rauszukriegen – bei Ungenauigkeit kann es passieren, dass der Versicherer im Ernstfall nicht zahlt. Finanztest gibt zu Bedenken: "Ein Blick in die Patientenakten ist Pflicht, wenn es um Berufsunfähigkeit geht."

Das sind die Testsieger

Im Finanztest-Check sind die Tarife von Hannoversche und Allianz Spitzenreiter. Im Test wurden Angebote für drei Modellkunden durchgespielt. Für alle drei dieser Kunden stammen die günstigsten sehr guten Angebote mit dem geringsten Abstand zwischen Zahl- und Tarifbeitrag von der Hannoverschen, Basler und Europa.

Die kompletten Testergebnisse gibt es hier und im Finanztest-Heft 7/2019.