"Für mich gehört das zu einem modernen Familienbegriff"

Familienministern fordert: Männer sollten selbstverständlich die Hälfte der Hausarbeit machen!

50/50? Sollten Männer genauso viel im Haushalt machen wie Frauen?
50/50? Sollten Männer genauso viel im Haushalt machen wie Frauen?
© picture alliance / ZB, Jens Kalaene

13. Januar 2022 - 21:18 Uhr

Wie sieht die moderne Partnerschaft aus?

Nach dem Job die Kinder von der Schule oder Kita abholen, dann noch kurz einkaufen, zuhause kochen und nach dem Essen gleich noch die Wohnung putzen. Für viele Frauen sieht so oder so ähnlich der Alltag aus. Und wo bleibt bei dieser Rechnung der Mann? Der hat mit Familien- oder Hausarbeit in vielen Partnerschaften wenig zu tun…

Schluss damit – sagt unsere neue Familienministerin Anne Spiegel von den Grünen! Eine moderne Partnerschaft sieht für sie heute schon längst nicht mehr so aus. Sie sagt bei einer gleichberechtigten und zukunftsorientierten Partnerschaft sei es selbstverständlich, "dass Männer die Hälfte der Familien- und Hausarbeit machen." Na wenn das schon unsere Familienministerin sagt, dann will das schon was heißen! Und was meinen Sie?

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Frauen, die mit "hängender Zunge durch den Alltag hecheln"

Im Interview mit der "Welt" erklärt die 41-Jährige Mutter von vier Kindern, wie wichtig Väter im Alltag einer Frau sind. Und dabei macht sie deutlich, dass Frauen alles alleine machen müssen, ist schon längst nicht mehr so! Jedenfalls sollte es nach ihrer Vorstellung so laufen: "Für mich gehört zu einem modernen Familienbegriff, dass Frauen nicht mit hängender Zunge durch den Alltag hecheln und sich fragen, wie sie nebenbei noch den Kuchen fürs Schulfest gebacken kriegen." Schließlich gehöre dort ja auch noch ein Mann dazu und das bedeutet, "dass Männer selbstverständlich die Hälfte der Familien- und Hausarbeit machen."

Mehr Männer in den Haushalt! Und umgekehrt? "Umgekehrt will die Hälfte der Frauen beruflich aktiver sein. Dafür müssen wir die Voraussetzungen schaffen. Wenn man in der Familie von Anfang an Partnerschaftlichkeit lebt, ist das für alle eine Win-win-Situation," erklärt die Ministerin.

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Spiegels Mann hat Job für die Familie aufgegeben

Ein Beispiel dafür, dass das sehr gut funktionieren kann, ist Spiegel im übrigen selbst! Denn ihr Mann hat sich bei der Geburt ihrer ersten Tochter dazu entschieden, seinen Job aufzugeben und voll und ganz für die Familie da zu sein. Seine Frau konnte so Karriere machen. Ganz ähnlich wie bei Parteifreundin und Außenministerin Annalena Baerbock, deren Mann nach ihrer Amtseinführung dasselbe getan hat.

Dass solch eine Rollenumverteilung aber auch für Männer nicht ganz einfach ist und von der Gesellschaft noch nicht so ganz akzeptiert wird, das weiß auch Spiegel: "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass ein Mann, der komplett zu Hause ist und sich um die Kinder kümmert, auch Diskriminierungserfahrungen macht – etwa, wenn ihm im Café überfürsorgliche Mütter zeigen wollen, wie man einem Baby die Flasche gibt."

Maßnahmen auf dem Weg für mehr Gleichberechtigung hat Spiegel im Koalitionsvertrag übrigens schon festgeschrieben. Beispielsweise eine Aufstockung der Väterzeit in der Elternzeit um einen Monat oder einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub nach der Geburt. (khe)

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