Neue europaweite Studie

Große Sorgen vor vierter Welle und neuen Mutationen im Herbst

Symbolbild: Menschen in Einkaufsstrasse
Symbolbild: Menschen in Einkaufsstrasse
© imago images/Michael Gstettenbauer, Michael Gstettenbauer via www.imago-images.de, www.imago-images.de

09. Juli 2021 - 17:26 Uhr

Mehr Ängste trotz hoher Impfbereitschaft

Mehr als 90 Prozent der Menschen in Europa haben Angst vor einer vierten Corona-Welle und neuen Mutationen im Herbst. Das hat eine aktuelle Befragung European COvid Survey (ECOS) ergeben. Auch in Deutschland ist die Unsicherheit spürbar – nur etwa zehn Prozent machen sich eher keine Gedanken, 57 Prozent dagegen große bis sehr große Sorgen.

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Nur 10 Prozent der Deutschen haben kaum Bedenken

Insbesondere in Spanien und Portugal ist die Angst vor weiteren Virus-Mutationen groß: "Und das, obwohl die europaweite Impfbereitschaft in den vergangenen Monaten insgesamt stark zugelegt hat", erklärt Professor Dr. Jonas Schreyögg, wissenschaftlicher Direktor des Hamburg Center für Health Economics (HCHE) der Universität Hamburg. 75 Prozent der portugiesischen Bevölkerung machen sich sogar große oder sehr große Sorgen. "Innerhalb Europas sehen wir ein Nord-Süd-Gefälle", erklärt Jonas Schreyögg. In Deutschland sind rund neun von zehn Befragten beunruhigt. Ein ganz ähnliches Bild ergibt sich bei der Frage nach einer möglichen vierten Welle im Herbst: "Auch hier zeigt sich, dass die Sorgen der Bevölkerung von Dänemark zu den Mittelmeer-Ländern zunehmen!"

Mehr Impfwillige in Deutschland

Die Impfbereitschaft liegt mittlerweile zwischen 67 Prozent in Frankreich und 84 Prozent in Dänemark und Großbritannien. In Deutschland ist die Impfbereitschaft immerhin auf 74 Prozent gestiegen. Erstmals wurden auch Eltern befragt, ob sie ihre Kinder gegen Corona impfen lassen wollen. In Deutschland liegt der Wert bei 53 Prozent. "Grundsätzlich befürworten Eltern eine Impfung für Kinder, um sie vor einer Corona-Infektion zu schützen. Für viele Eltern ist jedoch die derzeitig noch geringe wissenschaftliche Datenlage über mögliche Nebenwirkungen der Hauptgrund, wenn sie zögern," so Schreyögg.

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Viele Befragte können sich vorstellen, auch "nach Corona" weiter eine Maske zu tragen - zumindest zeitweise.
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Während viele Verhaltensregeln während der Pandemie unbeliebt waren, könnten sich einige aber auch als nachhaltig erweisen: So planen zwar nur 16 Prozent aller Befragten, künftig ausschließlich im Homeoffice zu arbeiten, weitere 30 Prozent erwägen es aber zumindest zeitweise. Gut die Hälfte der Befragten erklärt zudem, auch künftig Masken zumindest während der Grippesaison zu tragen, Flugreisen überwiegend zu vermeiden und auf größere Menschenansammlungen zu verzichten. Und auch das Händeschütteln und andere Begrüßungen wie Umarmungen oder Küsse scheinen bald aus der Mode zu sein: Jeder zweite Befragte will das in Zukunft nicht mehr machen. (kst)