Auf dem Polizeirevier, weil er mit seinem Sohn kuschelte: Mann im RTL-Interview

"Mein Sohn hat es gar nicht verstanden, er hatte Tränen in den Augen"

29. September 2021 - 13:48 Uhr

"Das war ein Gefühl, das kann man nicht beschreiben"

Ené Slawow kann immer noch nicht glauben, was ihm und seinem siebenjährigen Sohn widerfahren ist. Im Zug von Rostock nach Hamburg wird er offenbar ohne Vorwarnung von der Bundespolizei angesprochen: "Wir waren gerade auf der Ecke Hagenow. Plötzlich stand die Polizei neben mir, ich soll meine Sachen nehmen und aussteigen. Ich dachte, ich hätte mich verhört. Das war ein Gefühl, das kann man nicht beschreiben, ich hatte zum Glück eine Maske auf!"

"Sie wurden angezeigt, weil sie und ihr Sohn sich sexuell zu nahe gekommen sind!"

Was war passiert? Nach nervenaufreibenden Streiks, die den Zugverkehr stark einschränkten, dauerte die Zugfahrt länger als gedacht: Ené Slawow tobte und spielte mit seinem Sohn und umarmte ihn mehrmals – eine innige zwischen Vater-Sohn-Beziehung eben. Die Nachbarn im Zug neben ihm sollen kräftig mitgelacht haben, doch dann standen die Beamten vor ihm und der 55-Jährige kann immer noch nicht glauben was ihm vorgeworfen wurde: "Sie wurden angezeigt, weil sie und ihr Sohn sich sexuell zu nahe gekommen sind! Mein Sohn hat es gar nicht verstanden, er hatte Tränen in den Augen, ich habe gesagt, wir nehmen jetzt das Gepäck und steigen aus!"

"Ich saß in der Zelle, mein Sohn war woanders!"

Auf dem Polizeipräsidium Rostock ging der Anruf aus dem Zug ein: "Eine Bürgerin aus dem Zug hatte die Notrufnummer gewählt, sie habe gesehen, dass ein fünf- bis sechsjähriger Junge sexuelle Handlungen an einem Mann vornehme", so Katja Marschall, Pressesprecherin vom Polizeipräsidium Rostock. Die Beamten rückten daraufhin aus und sollen den Zug gestoppt haben.

Sein Sohn wird dann offenbar sofort von ihm getrennt und fünf Beamte fahren mit zwei Polizeiwagen zum Revier. "Das war schon nicht schön, die Trennung, ich saß in der Zelle, mein Sohn ganz woanders, da fühlte man sich hilflos," so Ené Slawow schockiert.

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Frau, die den Notruf abgesetzt hat, saß mit im Zug

Im Nachhinein stellte sich dann schnell heraus, dass die besagte Bürgerin, die Strafanzeige gestellt haben soll, mit Ené und seinem Sohn im Zug gesessen hatte. Nach der Vernehmungen auf dem Polizeipräsidium konnte dann aber alles schnell aufgeklärt werden: "Im Ergebnis der Ermittlungen musste aus polizeilichen Erkenntnissen festgestellt werden, dass sich der Anfangsverdacht nicht erhärtet hat," so Katja Marschall, Pressesprecherin vom Polizeipräsidium Rostock. (kst)