Elterngeld, Mutterschutz & Co.

Schwanger und berufstätig: Das steht Ihnen zu

12. Mai 2020 - 11:50 Uhr

Schwanger und berufstätig: Das sollten Sie beachten

Eine Schwangerschaft ist ein wunderbares Erlebnis. Um Stress zu vermeiden, sollten Sie aber auf keinen Fall versäumen, sich frühzeitig um Themen wie Elterngeld, Kindergeld und Mutterschutz zu kümmern. Wir erklären Ihnen, um was Sie sich wann kümmern müssen und geben im Video 5 Tipps für berufstätige Schwangere.

Wann sollte ich dem Arbeitgeber von der Schwangerschaft berichten?

Ihrem Chef sollten Sie von der Schwangerschaft berichten - am besten so schnell wie möglich. Oft warten Frauen aber die ersten drei kritischen Monate ab, ehe sie ihrem Arbeitgeber von der Schwangerschaft erzählen. Grundsätzlich sind Schwangere aber frei in der Wahl des Zeitpunkts.

Wenn Sie Ihrem Arbeitgeber von der freudigen Erwartung berichten, greift sofort der Mutterschutz. Hier ist geregelt, dass werdende Mütter nicht kündbar sind - nicht nur während der Schwangerschaft, sondern auch vier Monate nach der Entbindung.

Machen Sie sich vor dem Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten Gedanken über die Zeit nach dem Mutterschutz. Wollen Sie schnellstmöglich zurück in den Beruf? Wollen Sie die Elternzeit voll nutzen? Kommt eine Teilzeitstelle in Frage?

Mutterschutz: Ab wann steht mir Mutterschaftsgeld zu?

Mutterschutz wird neu geregelt
Als werdende Mutter gibt es im Beruf einiges zu beachten - wir geben wichtige Tipps.
© iStockphoto, ALEX SEREBRYAKOV

Der gesetzliche Mutterschutz tritt sechs Wochen vor dem Entbindungstermin ein und endet acht Wochen nach der Geburt des Kindes, bei Früh- und Mehrlingsgeburten nach zwölf Wochen.

Während des Mutterschutzes erhalten Sie Mutterschaftsgeld. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie gesetzlich versichert sind. Die Krankenkasse zahlt dann maximal 13 Euro pro Arbeitstag. Der Arbeitgeber stockt das Mutterschaftsgeld bis zur Höhe des Nettogehalts auf. Seit 2018 können auch Schülerinnen und Studentinnen Mutterschutz beantragen.

Wem steht die Elternzeit zu und wieviel Geld bekomme ich in der Zeit?

Grundsätzlich gilt: Die Elternzeit berechtigt jeden Arbeitnehmer, sich bis zum dritten Lebensjahr des Kindes eine Auszeit zu nehmen. Und danach hat man Anspruch, wieder an den eigenen oder einen gleichwertigen Arbeitsplatz zurückzukehren. Während der Elternzeit zahlt der Staat das Elterngeld für zwölf Monate. Wer also mehr als ein Jahr mit dem Kind zuhause bleiben möchte, erhält nach einem Jahr kein Geld mehr.

Wenn beide Elternteile berufstätig sind, steht beiden jeweils drei Jahre Elternzeit zu. So kann ein Elternteil die Elternzeit ganz oder teilweise alleine beanspruchen oder die Eltern teilen sich die Elternzeit untereinander auf und wechseln sich bei der Nutzung der Elternzeit ab. Jeder Elternteil kann die Elternzeit in zwei Zeitabschnitte aufteilen. Soll die Elternzeit in mehr als zwei Zeitabschnitte gesplittert werden, ist dies nur mit Zustimmung des Arbeitgebers möglich.

Wann muss ich die Elternzeit beantragen?

Die Elternzeit muss beim Arbeitgeber spätestens sieben Wochen vor dem geplanten Beginn schriftlich eingereicht werden, also spätestens eine Woche nach der Entbindung (bis dahin gilt der Mutterschutz). Es lohnt sich jedoch, die Elternzeit früher anzumelden. In der Elternzeit dürfen Sie auch nicht gekündigt werden. Während der Elternzeit ist es möglich, dass Sie bis zu maximal 30 Stunden pro Woche arbeiten.

Möchte ein Elternteil seine Elternzeit vorzeitig beenden, so ist dies möglich, wenn der Arbeitgeber diesem Wunsch zustimmt. Wenn eine Elternzeit aus schwerwiegenden Gründen vorzeitig enden soll, kann der Arbeitgeber den Antrag ablehnen, aber nur dann, wenn dringende betriebliche Gründe vorliegen.

Wie viel Elterngeld steht mir zu?

Seit Anfang 2007 erhalten Eltern im Erziehungsjahr das Elterngeld. Der Staat zahlt einem Elternteil in Elternzeit ein Jahr lang 65 bis 100 Prozent seines Nettoeinkommens, mindestens 300 und höchstens 1.800 Euro. Bei Selbstständigen wird der Gewinn des letzten Jahres vor der Geburt als Grundlage genommen. Wenn der Partner zwei Monate in Elternzeit geht, verlängert sich das Elterngeld um zwei Monate auf 14 Monate. Alleinerziehende haben einen Anspruch auf 14 Monate. Es ist möglich, das Elterngeld auf 24 Monate aufzuteilen. Dann erhalten die Eltern monatlich die Hälfte des Elterngeldes.

Derzeit beziehen Arbeitslose zusätzlich zu ihrem Arbeitslosengeld Elterngeld in Höhe von 300 Euro. Der Antrag für das Elterngeld muss bei der Elterngeldstelle gestellt werden. Auf der Internetseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erfahren Sie, in welchem Bundesland welche Behörde zuständig ist. Dort finden Sie ebenso die Anträge für das Elterngeld.

Nach der Geburt: Kindergeld beantragen

Nach der Geburt des Kindes können Sie auch einen Antrag auf Kindergeld stellen. Denn Kindergeld gibt es, sobald Sie den Antrag eingereicht haben. Die Zahlungen laufen automatisch weiter, bis Ihr Kind 18 Jahre alt ist.

Es gibt aber Sonderfälle: Wenn das Kind noch in der Ausbildung ist und keine eigenen Einkünfte hat - zum Beispiel als Student - wird das Kindergeld noch bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gezahlt.

Die Höhe des Kindergeldes beträgt für das erste und zweite Kind monatlich je 204 Euro, für das dritte Kind gibt es 210 Euro und für jedes weitere Kind 235 Euro. Ab dem 01. Januar 2021 wird es eine Erhöhung geben, mit der Eltern ganze 15 Euro mehr pro Monat erhalten.