14 Wochen Mutterschutzfrist

Mutterschaftsgeld beantragen – das steht Schwangeren zu

So bekommen Sie Mutterschaftsgeld
Wie bekomme ich Mutterschaftsgeld?

Mutterschaftsgeld - wer bezahlt, wer hat Anspruch und wie viel wird bezahlt?

In der Schwangerschaft ist der Kopf voll mit Freude, aber auch Organisation und Finanzen müssen bedacht werden. Reicht das Geld? Wann muss ich was beantragen? Lauter Fragen, zu denen es klare Regelungen gibt, die helfen, Licht in die Sache zu bringen.

Mutterschaftsgeld für Berufstätige

Wer in einem Angestelltenverhältnis arbeitet, darf sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt (bei Früh- und Mehrlingsgeburten: zwölf Wochen) nicht arbeiten. In dieser Zeit wird Mutterschaftsgeld bezahlt. Diese Zeit wird als Mutterschutzfrist bezeichnet und dauert in der Regel 14 Wochen. Kommt das Baby früher als erwartet auf die Welt, geht Ihnen kein Mutterschaftsgeld verloren. Bei einer Geburt vor dem errechneten Geburtstermin wird das Mutterschaftsgeld länger gezahlt. Wird bei Ihrem Baby in den ersten acht Wochen nach der Geburt eine Behinderung ärztlich festgestellt, dann verlängert sich die Zahlung des Mutterschaftsgeldes um vier Wochen.

Lese-Tipp: Schwanger und berufstätig – Alle Infos zu Elternzeit, Elterngeld und Kindergeld.

Gesetzlich oder privat versichert: So viel steht Ihnen zu

Wie viel Mutterschaftsgeld steht mir zu?
Gesetzlich oder privat versichert - so viel Mutterschaftsgeld steht Ihnen zu.
Getty Images/iStockphoto, Dmytro Buianskyi

Mutterschaftsgeld ist netto ebenso hoch wie der monatliche Verdienst. Gesetzlich Versicherten zahlt die Krankenkasse bis zu 13 Euro pro Tag, der Arbeitgeber stockt den Kassen-Betrag auf, bis die Summe Ihrem Durchschnitts-Netto-Verdienst der vergangenen drei Monate entspricht. Privatversicherte bekommen etwas weniger Geld. Die Krankenkasse zahlt keinen Tagessatz, sondern einmalig 210 Euro vom Bundesversicherungsamt. Der Arbeitgeber berechnet seinen Zuschuss allerdings so, als wäre man gesetzlich versichert.

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Selbstständige haben auch Chancen auf Mutterschaftsgeld

Selbstständige können auch Mutterschaftsgeld bekommen. Es hängt allerdings davon ab, ob Sie freiwillig gesetzlich versichert sind und Anspruch auf Krankengeld hätten oder Mitglied der Künstlersozialkasse sind. Das Mutterschaftsgeld liegt in diesem Falle in Höhe des Krankengeldes, das heißt: grundsätzlich 70 Prozent von dem Arbeitseinkommen, dass vor Beginn des Mutterschutzes für die Berechnung Ihrer Beiträge zugrunde lag.

Mutterschaftsgeld auch bei 450 Euro-Job

Mutterschaftsgeld auch für Minijobber.
Minijobberinnen haben auch Anspruch auf Mutterschaftsgeld.
Getty Images/iStockphoto, NataliaDeriabina

Im Minijob bekommen Sie auch Mutterschaftsgeld. Sind Sie pflichtversichert oder freiwillig gesetzlich versichert, erhalten Sie bis zu 13 Euro pro Kalendertag und müssen den Antrag auf Mutterschaftsgeld bei Ihrer Krankenkasse stellen. Sind Sie allerdings privat versichert oder familienversichert, bekommen Sie als Minijobberin einmalig 210 Euro und müssen Ihren Antrag an das Bundesversicherungsamt senden.

Wer bekommt kein Mutterschaftsgeld?

Vollzeit-Hausfrauen gehen leer aus. Wer bei seinem Mann in der gesetzlichen Krankenkasse mitversichert ist, bekommt kein Mutterschaftsgeld. Auch Adoptivmütter sind ausgeschlossen. Sind Sie in einem Beamtenverhältnis? Dann bekommen Sie Ihre Bezüge einfach weiter. Werdende Mütter, die Arbeitslosengeld I oder Arbeitslosengeld II beziehen, sollten sich mit Ihrer zuständigen Agentur für Arbeit für weitere Leistungsansprüche absprechen.

Bekomme ich das Mutterschaftsgeld automatisch?

Mutterschaftsgeld muss immer beantragt werden. Am besten schon früh alle Unterlagen und Formulare zusammenstellen. Dann funktioniert auch der Übergang von Gehalt zum Mutterschaftsgeld reibungslos. Für den Antrag auf Mutterschaftsgeld brauchen Sie die „Bescheinigung mit dem voraussichtlichen Geburtstermin“. Die Bescheinigung stellt Ihnen Ihr/e Frauenarzt/ Frauenärztin oder Ihre Hebamme aus. Die Ausfertigung müssen gesetzlich Versicherte dann mit ihren persönlichen Angaben ausfüllen und an ihre Krankenkasse schicken. Die Krankenkasse setzt sich dann mit dem Arbeitgeber in Verbindung und errechnet Ihren individuellen Anspruch auf Mutterschaftsgeld.

Mit Beginn des Mutterschutzes erhalten Sie die erste Abschlagszahlung – sie umfasst das Mutterschaftsgeld für die sechs Wochen vor der Geburt.

Mutterschaftsgeld nach der Geburt

Mutterschaftsgeld nach der Geburt
Mutterschaftsgeld nach der Geburt: Das müssen Sie tun
Getty Images, SolStock

Ist das Baby auf der Welt, schicken Sie die Geburtsurkunde an Ihre Krankenkasse. Sollte es sich um ein Frühchen oder ein Kind mit festgestellter Behinderung handeln, schicken Sie eine ärztliche Bescheinigung im Original mit. Sobald Ihre Krankenkasse alle Informationen und die Geburtsurkunde hat, kann die die zweite Zahlung des Mutterschaftsgeldes veranlasst werden.

Ansprechpartner – wo wird der Antrag zum Mutterschaftsgeld gestellt?

Für gesetzlich Versicherte ist die eigene Krankenkasse der richtige Ansprechpartner. Für privat Versicherte und 450-Euro-Jobberinnen ist die Mutterschaftsgeldstelle des Bundesversicherungsamtes zuständig (Bundesversicherungsamt, Friedrich-Ebert-Allee 38, 53113 Bonn). Dort können Sie alle nötigen Unterlagen anfordern oder gleich aus dem Netz herunterladen (www.bva.de). Telefonisch können Sie sich natürlich auch beraten lassen.

Lese-Tipp: Sie sind noch auf der Suche nach einem passenden Vornamen für ihr Baby? Das Vornamen-Lexikon kann Ihnen dabei helfen.