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Ehemann lässt Sarah mit bösartigem Hirntumor sitzen - jetzt verkauft sie ihr Brautkleid

Sarah B.'s Chancen auf Heilung stehen bei Null

Mann lässt schwerkranke Ehefrau sitzen – jetzt soll ihr Brautkleid verkauft werden

Die Schwestern Romina (links) und Sarah (Mitte) mit ihrem großen Bruder.
Die Schwestern Romina (links) und Sarah (Mitte) mit ihrem großen Bruder, vor Sarahs Krebs-Diagnose.
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von Vera Dünnwald

Verzweifelt meldet sich Romina E. per RTL-Zuschauerpost. Ihre Schwester Sarah B. ist erst 33 Jahre jung und an Krebs erkrankt. Als wäre dies nicht schon schlimm genug, macht sie kurz nach der Diagnose eine Trennung von ihrem Mann durch, dem sie zuvor standesamtlich das Ja-Wort gegeben hat. Die kirchliche Trauung? Kommt nicht mehr zustande. Deswegen möchte Romina vor allem eines: das Hochzeitskleid verkaufen. Mit dem Erlös will sie ihrer Schwester etwas Gutes tun und die Zeit genießen, die der Familie noch bleibt.

Hirntumor: Im Jahr 2020 wird bei Sarah E. ein Glioblastom diagnostiziert

Das Leben der beiden Schwestern Romina und Sarah wird von heute auf morgen auf den Kopf gestellt: Sarah bekommt 2020 die Diagnose Glioblastom. Das heißt: Die junge Frau hat einen bösartigen Hirntumor, der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dem Grad 4 zugeordnet wird – dem höchsten Schweregrad, den ein Hirntumor erreichen kann. Diesen Monat kämpft Sarah bereits zwei Jahre gegen den Krebs – obwohl die Ärzte ihr damals nur sechs Monate gegeben haben. Dennoch stehen Sarahs Chancen auf Heilung bei Null.

Wie Romina im Gespräch mit RTL erzählt, plant ihre Schwester kurz vor ihrer Diagnose ihre kirchliche Trauung: „Wir kauften voller Vorfreude ihr perfektes Traumkleid. Wir bastelten vieles an der Dekoration selbst.“ Die Blase zerplatzt, Sarah geht es stetig schlechter. Es folgen mehrere OPs, Bestrahlungen und eine Chemotherapie. Weil ihr Mann den Folgen nicht Stand halten kann, verlässt er sie. Auf RTL-Anfrage wollte er sich nicht äußern.

„Heute sind wir glücklich über jeden Tag, den wir noch mit ihr haben können. Aber wir müssen uns auch von gewissen Dingen trennen, unter anderem auch von ihrem ungetragenem Brautkleid“, erklärt Romina.

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"Wir haben beschlossen, uns von gewissen Dingen zu trennen, die nicht mehr passieren werden"

Hier probiert Sarah E. ihr Brautkleid an. Doch zur kirchlichen Trauung soll es nicht mehr kommen.
Hier probiert Sarah B. ihr Brautkleid an. Doch zur kirchlichen Trauung soll es nicht mehr kommen.
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Für die Hausfrau und Mutter von drei Kindern ist die Situation sehr hart: „Meiner Schwester geht es sehr schlecht. Sie hat nach ihrer Diagnose und nach der Trennung noch lange alleine gewohnt und alles eigenständig gemacht und gekämpft.“ Doch weil Sarah – verursacht durch den Hirntumor – unter Anfällen leidet und von sogenannten Hirnödemen geplagt wird, wird ihr Körper immer schwächer. „Mittlerweile lebt sie im Hospiz. Das nimmt uns als Familie psychisch sehr mit.“

Trotzdem möchte Romina nach vorn schauen: „Wir haben beschlossen, uns von gewissen Dingen zu trennen, die nicht mehr passieren werden. Wie eben die Hochzeit. Aktuell hängt das ungetragene Brautkleid meiner Schwester bei meiner Mutter, für die das eine große Last ist. Dauernd das Kleid ansehen zu müssen, das ist furchtbar für meine Mutter.“ Romina habe bereits versucht, das Kleid auf eBay-Kleinanzeigen zu verkaufen – ohne Erfolg. „Bisher hat sich kaum jemand gemeldet. Und sonst habe ich auch irgendwie kein gutes Gefühl dabei, schließlich ist der Verkauf des Hochzeitskleides auch eine Herzensangelegenheit, weil es um meine Schwester geht.“

Das Kleid solle jetzt, so die 32-Jährige, jemand anderen glücklich machen. „Es wäre so schön wenn dieses Kleid noch seinen großen Auftritt bekommt.“ Zudem hofft sie, ihrer Schwester eine Freude bereiten zu können: „Wir können zwar keine großen Ausflüge mehr machen, aber vielleicht schön gemeinsam essen gehen. Das wäre toll.“

“Ich habe leider keine Rechnung von Sarahs Brautkleid. Was bleibt ist vor allem die Erinnerung an den Tag, an dem wir es gemeinsam ausgesucht haben. Ich weiß, dass Sarah für alles rund 3.000 bezahlt hat. Ich wäre froh, wenn ich wenigstens die Hälfte bekäme“, sagt Romina.

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Die Familie ist am Boden zerstört - versucht aber trotzdem stark zu sein

Für alle Beteiligten waren die letzten Jahre hart: Nicht nur die Tatsache, dass es plötzlich die eigene Schwester trifft, die so jung an Krebs erkrankt, macht der Familie zu schaffen, sondern auch die Trennung. Erst vor wenigen Monaten geht die Scheidung von Sarah und ihrem Ex-Mann durch. „Meine Mutter ist natürlich total gekränkt gewesen, dass er es nicht mehr geschafft hat, Sarah zu unterstützen. Ich kann es irgendwo verstehen, denn meine Schwester – und auch ihre Lebensumstände – haben sich von heute auf morgen verändert. Klar sagt man, dass man für den Menschen, den man liebt, bis zum Ende da ist – aber trotzdem setzen die Umstände einem zu und man weiß eben nicht, wie es wirklich sein wird, bis man es selber erlebt“, erzählt Romina im RTL-Interview.

Romina ist das Nesthäkchen. Neben ihrer Schwester Sarah haben die beiden Frauen noch einen älteren Bruder. Gemeinsam gilt es nun stark zu sein – als Familie und für Sarah.

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