Wechseljahres-Expertin klärt aufWas bioidentische Hormone können – und was nicht!

Frau mittleren Alters nimmt Tabletten.
Bioidentische Hormone können in Kapselform eingenommen werden, aber auch zum Beispiel als Gel oder Spray.
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Und irgendwann ist alles anders.
Der weibliche Körper stellt sich um, die hormonelle Balance kommt durcheinander – mit diversen Beschwerden. Augen zu und durch? Das muss nicht sein. Dr. Judith Bildau erklärt, wie eine Therapie mit bioidentischen Hormonen in den Wechseljahren funktioniert, welche Erwartungen realistisch sind und ob es Risiken gibt.

Was genau sind bioidentische Hormone?

Bioidentische Hormone sind Hormone, die zwar in einem Labor hergestellt werden, aber exakt baugleich mit denen unseres Körpers sind. Oft werden sie auch naturidentisch genannt“, erklärt Gynäkologin Dr. med. Judith Bildau im RTL-Interview.

Der Grundbaustein der bioidentischen Hormone ist Diosgenin, das wiederum aus der Yamswurzel stammt. Eingesetzt werden die Hormone in der Frauenheilkunde und vor allem in der Behandlung von Wechseljahresbeschwerden. „Hier wird hauptsächlich mit bioidentischem Östrogen, Progesteron und Testosteron gearbeitet.“

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Wann kann man bioidentische Hormone nehmen und was bewirken sie?

In der Kombination aus bioidentischem Progesteron, Östrogen und gegebenenfalls auch Testosteron können laut der Frauenärztin erfolgreich Wechseljahrsbeschwerden gelindert werden, indem Hormone, die der Körper vorher in ausreichendem Maß selbst hergestellt hat, ersetzt werden.

Doch auch schon in der Schwangerschaft oder zur Behandlung von PMS können bioidentische Hormone – hier das mikronisierte Progesteron – zum Einsatz kommen. Eingenommen werden sie in Form von Cremes, Sprays, Kapseln oder Zäpfchen.

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Halten uns bioidentische Hormone jung und faltenfrei?

Auch wenn wir uns vermutlich alle wünschen, mit 50 Jahren so faltenfrei auszusehen wie manche Stars: „Bei der Therapie mit bioidentischen Hormonen sollte es in erster Linie nicht darum gehen, faltenfrei zu bleiben“, sagt Bildau.

Das Ziel bioidentischer Hormone sei hingegen ein anderes: „Sie dienen der Behandlung von verschiedenen Beschwerden, unter denen Frauen in verschiedenen Lebensphasen leiden können.“

Allerdings, sagt auch die Expertin, zeigen viele Studien, dass bioidentische Hormone sowohl einen präventiven Effekt auf Knochen und Herzkreislaufsystem als auch auf Haut und Haare haben.

Was ist dran an der Kritik zu bioidentischen Hormonen? Können sie schädlich sein?

Wichtig bei all den – sehr verständlichen – Wünschen, auch in der Perimenopause fit und beschwerdefrei zu bleiben: „Bioidentische Hormone sollten als medikamentöse Therapie und nicht als Lifestyleprodukte betrachtet werden“, warnt Bildau. „Dennoch bieten sie uns großartige Möglichkeiten bei hormonellen Beschwerden und wirken eben auch präventiv gegen verschiedene Alterserkrankungen.“

So hätten bioidentische Hormone der Expertin zufolge verschiedene Vorteile gegenüber synthetischen Hormonen: Unter anderem erhöhe Östrogen, das als Gel über die Haut gegeben werde, nicht das Risiko für Thrombosen und Embolien, wie es das synthetische Östrogen in den Verhütungspillen tue.

„Auch die große Angst vor Brustkrebs ist nicht berechtigt“, so Bildau. Gut zu wissen: „Unter einer alleinigen Östrogengabe scheint das Brustkrebsrisiko sogar zu sinken“, schreibt die Expertin in ihrem Buch „Raus aus dem Hormonkarussell“.

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Das erhöhte Risiko durch die Kombinationstherapien sei vergleichbar mit dem von Frauen, die ein Glas Wein täglich trinken, unter Übergewicht leiden oder sich wenig körperlich bewegen. Wichtig sei, dass die Therapie mit bioidentischen Hormonen bei Wechseljahresbeschwerden frühzeitig begonnen werde. Frauen, die unter einem Hormonrezeptor-positiven Brustkrebs leiden, können zudem keine bioidentischen Hormone systemisch verwenden.