Trocken, irritiert, unrein?Die richtige Pflege in den Wechseljahren – was die Haut jetzt wirklich braucht!

Eine Frau in den Wechseljahren betrachtet ihre Haut im Spiegel.
Skincare routine for mature skin.
Getty Images/Halfpoint Images
von Christiane Gräf und Rachel Kapuja

Ihr vertragt eure bewährte Hautpflege nicht mehr?
Die Haut fühlt sich plötzlich trockener an, spannt schneller – manchmal schon direkt nach dem Duschen. Produkte, die jahrelang funktioniert haben, scheinen nicht mehr auszureichen, und auch der Intimbereich fühlt sich trockener an. Oder ihr bekommt auf einmal Unreinheiten und Pickel und fühlt euch wie in der Pubertät. Das kann hormonelle Gründe haben! Woran das liegt und was hilft.

Östrogen-Haushalt verändert sich – und damit die Haut

Vor und in der Menopause kommt es zu hormonellen Veränderungen, die auch Auswirkungen auf die Hautstruktur haben. Ein sinkender Östrogenspiegel hat zur Folge, dass die Haut weniger Feuchtigkeit speichert und an Elastizität verliert. Außerdem steigt der sogenannte transepidermale Wasserverlust – die Haut verliert die Feuchtigkeit also auch schneller wieder. Es wird weniger Kollagen produziert, was die Haut weniger prall erscheinen lässt. Was muss Hautpflege jetzt leisten?

Gesichtspflege morgens: Schutz und Feuchtigkeit

Am Morgen gilt es, die Haut zu schützen und gut durchfeuchtet in den Tag zu starten.

  • Sanfte Reinigung/Wasser
    Wenn die Haut sehr trocken ist, reicht morgens oft lauwarmes Wasser.
    Alternativ: Dermatologische Fachgesellschaften empfehlen bei trockener Haut milde, seifenfreie Reinigungsprodukte.

  • Eincremen
    Expertinnen und Experten empfehlen, Pflegeprodukte unmittelbar nach der Reinigung auf leicht feuchter Haut aufzutragen, um die Feuchtigkeit besser einzuschließen.

  • Die richtige Creme wählen:
    Feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe wie Hyaluronsäure, Glycerin oder Ceramide unterstützen nachweislich die Hautbarriere.

  • Extra-Tipp:
    Nehmt tagsüber immer eine kleine Tube Creme mit. So könnt ihr jederzeit nachcremen.

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Auch die Haut am Körper braucht jetzt mehr

Sich irgendwann einzucremen ist nicht ideal – der Zeitpunkt macht den Unterschied. Am besten innerhalb von drei Minuten nach dem Duschen. Denn die Haut ist zu dem Zeitpunkt noch leicht feucht und kann die Pflege super aufnehmen.

  • Sehr heiße Duschen vermeiden

  • Haut nur sanft abtupfen, nicht komplett trockenrubbeln

  • Eine reichhaltigere Bodylotion oder ein Körper-Öl verwenden

  • Besonders trockene Stellen (Schienbeine, Arme, Dekolleté) extra eincremen

  • Dermatologische Leitlinien zeigen, dass regelmäßige Anwendung von rückfettenden Produkten die Hautbarriere stabilisiert und Trockenheit deutlich reduziert.

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Gesichtspflege abends: Regeneration unterstützen

Abends darf die Pflege etwas „mehr“ sein. Hier werden reichhaltigere Cremes oder Seren empfohlen, etwa mit Niacinamid (unterstützt die Hauterneuerung) oder Urea (bei sehr trockener Haut). Bei empfindlicher Haut lieber wenige, gut verträgliche Produkte statt vieler neuer Wirkstoffe gleichzeitig anwenden, um die Hautbarriere nicht zu überlasten.

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Plötzlich Pickel? Das könnt ihr tun

Manche Frauen bekommen in den Wechseljahren auf einmal unreine Haut. Der Grund: Der Östrogenspiegel schwankt stark, während der Anteil männlicher Hormone (Androgene) nicht im gleichen Maße abnimmt. Durch den entstehenden Überschuss kann es zu Veränderungen in der Talgproduktion und somit zu Mitessern und Pickeln kommen. Besonders häufig zeigen sich die Pickel an Kinn, Kieferlinie und Hals – typische Regionen der hormonellen Akne bei Erwachsenen.

  • Produkte gegen unreine Haut bei Teenagern trocknen die Haut in den Wechseljahren oft zu sehr aus.

  • Stattdessen auf milde Reinigung setzen. Wirkstoffe wie Niacinamid oder Salicylsäure können helfen.

  • Nicht an Pickeln herumdrücken, versuchen, die Hände aus dem Gesicht zu lassen

  • Täglichen Sonnenschutz verwenden

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Intimpflege in den Wechseljahren: Sanft und gezielt

Der Intimbereich verändert sich ebenfalls in den Wechseljahren. Trockenheit, Reizungen oder ein ungewohntes Gefühl sind häufig und normal. Etwa jede zweite Frau ist betroffen. Das könnt ihr tun:

  • Reinigung nur mit Wasser oder einer pH-angepassten Waschlotion

  • Kein normales Duschgel oder parfürmierte Waschlotionen verwenden

  • Bei Trockenheit können feuchtigkeitsspendende Gele helfen (z. B. mit Hyaluronsäure)

  • Bei stärkeren Beschwerden sollte frühzeitig ärztlicher Rat eingeholt werden – es gibt gut wirksame, auch hormonfreie Optionen.

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Verwendete Quellen: Deutsche Dermatologische Gesellschaft, Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, European Dermatology Forum, European Menopause and Andropause Society, American Academy of Dermatology, North American Menopause Society