Konkrete Tipps für euer LiebeslebenSex in den Wechseljahren – so kommt die Lust zurück!

Älteres Paar umarmt sich lächelnd im Bett
In den Wechseljahren verändert sich auch die Sexualität. Sprecht darüber!
picture alliance/Imagesource RF | Christine Schneider
von Christiane Gräf

Let’s talk about sex, baby!
Viele Frauen verbinden die Wechseljahre mit Hitzewallungen, Schlaflosigkeit, Stimmungsschwankungen. Über ein Thema wird gerne geschwiegen: Sex und Lustverlust. Hier nicht!

Katja Burkard: So halfen ihr Hormone

RTL-Moderatorin Katja Burkard (60) geht seit Langem offen mit ihren Wechseljahres-Erfahrungen um – auch mit dem Thema Sexualität: „Es ist ein Märchen, dass Frauen in den Wechseljahren keine Lust auf Sex haben. Frauen haben Lust auf guten Sex.“

Bei ihr begannen die Wechseljahre nicht mit klassischen Hitzewallungen, sondern mit massiven Stimmungsschwankungen. „Boxer Mike Tyson war ein Schmusekätzchen im Vergleich zu mir“, erzählt sie rückblickend. Erst durch eine Hormontherapie wurde ihr klar, was mit ihr los war – und wie die hormonelle Umstellung ihren Alltag beeinflusst, auch die Sexualität.

Sinkende Östrogen- und Progesteronspiegel können zu vaginaler Trockenheit, Schmerzen beim Sex, geringerer Erregbarkeit und Libidoverlust führen. Medizinische Leitlinien zeigen: Eine individuell angepasste Hormontherapie kann genau hier helfen, was auch Katja Burkhard erfahren hat: „Viele denken, sie erkranken an Krebs oder bekommen einen Schlaganfall. Doch es gibt für die Mehrzahl, bei denen es keine Krebsvorerkrankungen oder Gefäßleiden gibt, maßgeschneiderte, bioidentische Hormone.“

Für viele gesunde Frauen unter 60 Jahren oder in den ersten Jahren nach Beginn der Menopause überwiegt laut aktuellen Leitlinien der Nutzen gegenüber möglichen Risiken. Dennoch ist immer wichtig, dass die Therapie ärztlich begleitet und individuell abgestimmt wird.

Lese-Tipp: Prämenopause? Perimenopause? Wann die Wechseljahre wirklich losgehen!

Was Frauen konkret hilft – praktische Tipps für den Alltag

  1. Lust neu denken, nicht beweisen: Sex muss nicht wild oder „wie früher“ sein. Lust verändert sich mit den Jahren – sie wird oft bewusster, emotionaler. Druck ist dabei der größte Lustkiller.

  2. Scheidentrockenheit behandeln: Sie ist kein Einzelfall, sondern eine häufig beobachtete Begleiterscheinung.  Schmerzen beim Sex sind gut behandelbar – sprecht offen mit eurer Gynäkologin oder eurem Gynäkologen. In der Praxis lassen sich folgende Behandlungsmöglichkeiten als symptomlindernd beobachten: Als nicht hormonelle Maßnahmen: vaginale Feuchtigkeitscremes, Gele oder Zäpfchen; hochwertige Gleitmittel. Als hormonelle Maßnahmen: lokale Östrogene (Creme, Zäpfchen); bei Bedarf systemische Hormontherapie.

    Bei stärkeren Beschwerden können lokal angewendete Östrogene Linderung verschaffen. Über die Anwendung einer sogenannten Creme sagt Gynäkologin und Wechseljahres-Expertin Dr. Katharina van der Grinten: „Wenn man Schmerzen hat oder sich das beim Verkehr etwas trocken anfühlt, würde ich das äußerlich anwenden. Auf den Finger ungefähr einen Zentimeter Creme und dann um die Scheide eincremen, bei sechs Uhr den Finger ein bisschen einführen und das war es.“

  3. Reden – auch wenn es unbequem ist: Katja Burkard rät: „In den Wechseljahren haben viele Frauen das Bedürfnis, innerlich aufzuräumen. Dabei sollte man den Partner aber mitnehmen und einbeziehen. Wenn das gelingt, sind die Wechseljahre sogar eine Chance für die Liebe.“ Sprecht offen mit eurem Partner, was sich verändert hat – nicht nur, was nicht mehr geht.

  4. Körperfreundliches Verhalten im Alltag stärkt die Lust: Was simpel klingt, ist wissenschaftlich belegt: Der Lebensstil hat Einfluss auf die Libido.

  • Regelmäßige Bewegung
    Institutionen wie die Harvard Medical School verweisen auf die positiven Effekte von Bewegung auf Energie, Stimmung und Sexualfunktion.

  • Guter Schlaf
    Schlechter Schlaf bringt die Hormonregulation aus dem Gleichgewicht und kann die Libido senken. Die National Sleep Foundation betont, dass Schlafqualität eng mit sexueller Gesundheit verknüpft ist.

  • Stress reduzieren
    Die American Psychological Association zählt Stress zu den häufigsten Ursachen für nachlassende Lust.

  • Alkohol und Zucker reduzieren
    Ein regelmäßiger hoher Konsum kann das sexuelle Wohlbefinden beeinträchtigen.

Fazit: Die Wechseljahre sind kein sexuelles Auslaufmodell. Katja Burkard bringt es auf den Punkt: Kein Sex ist keine Lösung. Aber guter Sex macht Lebenslust! (Zitat?)

Verwendete Quellen: Deutsche Menopause Gesellschaft, European Menopause and Andropause Society, Harvard Medical School, American Psychological Association, National Sleep Foundation, Mayo Clinic