Experten schlagen AlarmWarnung vor K.-o.-Tropfen zur Rheinkirmes
Diana H. aus Köln ist sicher, bei einem Date mit K.-o.-Tropfen betäubt und anschließend vergewaltigt worden zu sein. Während die Ermittlungen noch laufen, warnen Experten und die Stadt Düsseldorf pünktlich zum Start der Rheinkirmes vor dieser Gefahr. Denn K.-o.-Tropfen werden häufig unbemerkt verabreicht – und sind oft nur kurze Zeit nachweisbar.
„Ich habe gedacht, ich sterbe“
Für Diana H. hat sich im März vergangenen Jahres das Leben schlagartig verändert. Die 36-Jährige hatte sich mit einem Mann bei ihm zu Hause verabredet. Nachdem sie etwas getrunken hatte, sei ihr plötzlich schwindelig geworden. Nach eigenen Angaben verlor sie immer wieder das Bewusstsein und konnte sich schließlich nicht mehr bewegen. An die entscheidenden Momente erinnert sie sich bis heute. Sie habe gespürt, dass etwas gegen ihren Willen geschah – sich aber nicht mehr wehren können. Diana ist davon überzeugt, dass ihr K.-o.-Tropfen verabreicht wurden. Ob das tatsächlich der Fall war und welche Straftaten begangen wurden, muss nun ein Gericht klären.
Folgen bis heute spürbar
Mehr als ein Jahr nach dem mutmaßlichen Vorfall leidet die Kölnerin nach eigenen Angaben noch immer unter den Folgen. Sie berichtet von Depressionen, Schlafstörungen und ist weiterhin krankgeschrieben. Kurz nach der mutmaßlichen Tat erstattete sie Anzeige. Die Ermittlungen dauern inzwischen seit rund anderthalb Jahren an.
Warnung zum Start der Rheinkirmes
Mit ihrer Geschichte ist Diana nicht allein. Nach einer aktuellen Studie des Bundeskriminalamts geben mehr als fünf Prozent der Frauen unter 34 Jahren an, dass ihnen bereits mindestens einmal K.-o.-Tropfen verabreicht wurden. Die Vorfälle ereignen sich vor allem auf Partys, in Clubs oder bei Großveranstaltungen. Zum Start der Rheinkirmes, die jedes Jahr mehr als vier Millionen Besucher anzieht, warnt die Stadt Düsseldorf deshalb eindringlich vor der Gefahr. Ordnungsdezernent Christian Zaum bezeichnet die heimliche Verabreichung von K.-o.-Tropfen als besonders perfide, weil sie innerhalb weniger Sekunden und oft unbemerkt erfolgen könne.
Nachweis oft schwierig
Das Problem: Viele der verwendeten Substanzen werden bereits nach kurzer Zeit vom Körper abgebaut und sind anschließend kaum noch nachweisbar. Hinzu kommt, dass laut Toxikologen eine Vielzahl unterschiedlicher Stoffe als K.-o.-Mittel eingesetzt werden kann. Wird bei einer Untersuchung nur auf einzelne Substanzen getestet, bleiben andere möglicherweise unentdeckt. Entsprechend schwierig ist es in vielen Fällen, die Verabreichung zweifelsfrei nachzuweisen.
Experten raten zum schnellen Handeln
Wer den Verdacht hat, Opfer von K.-o.-Tropfen geworden zu sein, sollte keine Zeit verlieren. Experten empfehlen, möglichst sofort eine Urinprobe zu sichern, das betroffene Getränk – wenn möglich – aufzubewahren und umgehend ein Krankenhaus oder eine Notaufnahme aufzusuchen. Je schneller Betroffene handeln, desto größer ist die Chance, mögliche Spuren nachzuweisen.

































