Premierenlesung in AachenNeuer Roman über Ex-NRW-Ministerpräsident: Armin Laschet wird zum 00-Agenten

von Stefan Efferth

Im Forum der Aachener Zeitung hat Bestsellerautor David Safier am Donnerstag (16.07.) seinen neuen Roman „00-Laschet“ vorgestellt – und mit Armin Laschet (CDU) saß die Vorlage für die Titelfigur gleich mit auf der Bühne. Der Abend verband Satire, Selbstironie und politische Erinnerung. Ausgerechnet einen Tag vor dem fünften Jahrestag des viel diskutierten Flut-Lachers bekam die Lesung damit eine zusätzliche Bedeutung.

Laschet wird zum Geheimagenten

In seinem neuen Roman macht David Safier aus dem ehemaligen NRW-Ministerpräsidenten einen Geheimagenten der Bundesrepublik. Gemeinsam mit einer Topagentin soll „00-Laschet“ die Welt retten. Eigentlich war die Premierenlesung gemeinsam mit Illustrator Oliver Kurth geplant. Weil dieser kurzfristig ausfiel, sprang Armin Laschet selbst ein und las Passagen aus dem Buch vor, in dem sein fiktives Alter Ego durch eine absurde Parallelwelt stolpert. Am Rande der Veranstaltung sagte der CDU-Politiker, man müsse „ein bisschen Humor mitbringen“. Der Abend blieb bewusst leicht und humorvoll – obwohl der reale Hintergrund ein ernster ist.

Der Schatten des Flut-Lachens

Ganz ausblenden ließ sich der 17. Juli 2021 nicht. Damals wurde Laschet bei einem Besuch im vom Hochwasser schwer getroffenen Erftstadt im Hintergrund lachend gefilmt. Viele werteten die Bilder als Ausdruck mangelnden Ernstes in einer Krisensituation. Der Vorfall gilt bis heute als einer der Gründe für seine spätere Wahlniederlage. Sowohl Safier als auch Laschet betonten jedoch, dass der Zeitpunkt der Lesung und der Untertitel des Romans reiner Zufall seien. Safier erklärte, die Bond-Anspielung „Lizenz zum Lachen“ beziehe sich nicht auf den damaligen Vorfall. Laschet selbst sagte, der Flut-Lacher habe ihm zwar geschadet, „aber das hilft auch nicht, jetzt darüber dauernd zu hadern“.

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Satire trifft Wirklichkeit

Gerade diese Mischung aus Fiktion und Realität machte den Abend besonders. Safier, bekannt durch „Mieses Karma“ und die „Miss Merkel“-Reihe, schickt erneut eine prominente politische Figur in eine komödiantische Parallelwelt. Dass Armin Laschet die Lesung selbst begleitete und aus dem Roman über sein fiktives Alter Ego vorlas, verlieh der Premiere eine besondere Pointe. Für die Besucher im Forum der Aachener Zeitung stand dabei vor allem der Unterhaltungswert im Mittelpunkt. So wurde die Lesung zu einem ungewöhnlichen Abend, an dem Satire und Politik auf besondere Weise zusammentrafen.