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Doppelmord in Delmenhorst: Barzan H. (34) soll Partnerin und ihren Geliebten durch Messerstiche getötet haben

Staatsanwaltschaft: Angeklagter sah seine Familienehre beschmutzt

34-Jähriger gesteht seine Partnerin und ihren angeblichen Geliebten ermordet zu haben

Der Angeklagte soll ein Drohenproblem gehabt haben.
Der Angeklagte soll drogenabhängig gewesen sein.
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Tötete er aus Eifersucht? Barzan H. muss sich seit Dienstag vor dem Landgericht Oldenburg verantworten. Zum Prozessauftakt gibt er eine von seinem Anwalt verlesene Erklärung ab. Der Angeklagte soll seinen vermeintlichen Nebenbuhler und kurz darauf seine Lebensgefährtin erstochen haben.

Erste Messerattacke in Delmenhorster Sportsbar

Gewalttat in Delmenhorst
Polizisten sperren den Tatort im Oktober 2021 ab. Foto: Kai Moorschlatt/Nord-West-Media TV/dpa
deutsche presse agentur

Am 3.Oktober vergangenen Jahres soll der Angeklagte sein erstes Opfer in einer Bar in der Mühlenstraße in Delmenhorst überrascht haben. „Insgesamt soll er ihm 30 Messerstiche versetzt haben, die dann auch tödlich waren. Der Angegriffene verstarb noch am Tatort“, sagt der Pressesprecher des Landgerichts Oldenburg zum Prozessauftakt. Die Polizei muss einschreiten, als mehrere Menschen nach dem Vorfall vor der Bar aufeinander losgehen. „Die emotional geladenen Personengruppen“ – so die Polizei später – konnte nur durch den Einsatz „starker Polizeikräfte“ beruhigt und stabilisiert werden.

Barzan H. vermutete Mordkomplott

Kurze Zeit später soll der 34-jährige Tatverdächtige in der gemeinsamen Wohnung in Delmenhorst auch seine Partnerin mit einem Messer angegriffen haben. Er versetzte ihr, laut Gericht, 21 Stiche, an denen sie zwei Tage später in einem Oldenburger Krankenhaus verstirbt. Der Angeklagte soll mit seiner toten Frau drei gemeinsame Kinder haben. Die beiden waren laut Staatsanwaltschaft nach jesidischem Recht verheiratet.

In dem Geständnis, das Barzan H. durch seinen Anwalt verlesen lässt, betont er, dass sein Drogenkonsum zu Wahnvorstellungen geführt habe. Er habe gedacht, dass „sein vermeintlicher Nebenbuhler und seine, nach jesidischem Recht angeheiratete Ehefrau, einen Mordkomplott gegen ihn vereinbart hätten und er quasi nur einer Tötung seiner eigenen Person zuvorgekommen sei“, so der Gerichtssprecher.

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Der mutmaßliche Doppelmörder versuchte "seine Familienehre wiederherzustellen"

Der Angeklagte im Gerichtssaal.
Der Angeklagte im Gerichtssaal.
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Laut Anklage der Staatsanwaltschaft soll es dem Iraker um seine Familienehre gegangen sein. Die sah er durch die angebliche Affäre seiner Partnerin und dem 23-jährigen Opfer „beschmutzt“. Die Familien der beiden Opfer streiten laut Nebenklagevertreter ab, dass es eine Beziehung zwischen den Opfern gegeben haben soll. Die Festnahme des Tatverdächtigen erfolgte noch in der Tatnacht in Bremen-Gröpelingen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft und muss sich ab Dienstag wegen „zweifachen Mordes aus niedrigen Beweggründen“ vor dem Landgericht Oldenburg verantworten. Dem Angeklagten droht eine lebenslange Haft. (jsc/kum)