Kanal und Brücke nach Schiffsunfall gesperrt

Meilenstein der Schifffahrt - Der Nord-Ostsee-Kanal ist eine der wichtigsten Wasserstraßen Europas

Olaf Köhler ist Kanallotse auf dem Nord-Ostsee-Kanal "Die Schiffe werden größer, der Kanal voller"
03:08 min
"Die Schiffe werden größer, der Kanal voller"
Olaf Köhler ist Kanallotse auf dem Nord-Ostsee-Kanal

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Sie ist eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt. Nach einem Schiffsunfall am frühen Mittwochmorgen ist der Nord-Ostsee-Kanal vorübergehend in beide Richtungen gesperrt – Dutzende Containerschiffe hängen fest. Dabei ist der „NOK“ für die Schifffahrt extrem wichtig. Im Video zeigen wir, wie ein Kanallotse arbeitet.

Hauptverkehrsader Europas

Bis zu 100 Schiffe passieren täglich den Nord-Ostsee-Kanal - kurz „NOK“. Als Verbindung zwischen Nord- und Ostsee verkürzt der Kanal die Fahrt durch das Skagerrak und die Nordspitze Jütlands um 250 Seemeilen – das sind 463 Kilometer. Daher führt fast der gesamte internationale Frachtverkehr im Ostseeraum durch diesen Kanal.

Die Hälfte der Arbeiter starben beim Bau

Route des Nord-Ostsee-Kanals von Kiel-Holtenau nach Brunsbüttel
Route des Nord-Ostsee-Kanals von Kiel-Holtenau nach Brunsbüttel
RTL Nord

Der „NOK“ hat eine Länge von 98,6 Kilometer – von Kiel-Holtenau an der Ostsee bis nach Brunsbüttel an der Nordsee. Er wurde am 21. Juni 1895 vom damaligen Kaiser Wilhelm II. eröffnet und kostete gigantische 156 Millionen Reichsmark. Der Nord-Ostsee-Kanal galt als die größte zivile Baustelle Europas. Knapp 9000 Arbeiter schufteten, teilweise nur mit Spaten, Hacke, Schaufel und Pferdegespann, um den Kanal auszuheben. Das blieb nicht ohne Folgen: Ein Großteil von ihnen starb.

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„Die Schiffe werden größer, der Kanal voller“

Am Ende sollte der Kanal aber auch für mehr Sicherheit sorgen. Denn die vorherige Route, noch um den Skagen, der nördlichen Spitze Dänemarks, war länger und stürmisch. Bis zu 200 Schiffe gingen damals verloren.

Mit dem neuen Kanal kam Ruhe in die Schifffahrt zwischen Nord- und Ostsee, aber seitdem gibt es auch immer wieder neue Herausforderungen. „Die Schiffe werden größer, der Kanal voller“, erzählt Kanallotse Olaf Köhler im Gespräch mit RTL Nord. Das heißt, einmal gebaut und fertig –trifft hier nicht zu. Vergrößerung des Kurvenradius, neue Linienführungen und Hochbrücken: das ist nur ein Teil der Baumaßnahmen in den letzten Jahrzehnten. Zuletzt hat der Bund 2,6 Milliarden Euro für den Erhalt und Erneuerungen bereitgestellt. (jsa)

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