„Wir müssen die Situation in den Griff bekommen"

100.000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland pro Tag? Karl Lauterbach schließt das nicht aus

29. März 2021 - 8:29 Uhr

RKI befürchtet Horror-Coronazahlen in der dritten Welle

Der Präsident des Robert Koch Instituts gibt eine düstere Prognose für den weiteren Verlauf der Pandemie in Deutschland ab: 100.000 Corona-Neuinfektionen pro Tag hält er für möglich, wenn wir so weiter machen wie bisher. Auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach schließt so hohe Fallzahlen nicht aus, wie er im RTL-Interview sagt. Im Video erklärt er, was aus seiner Sicht jetzt notwendig wäre, um das zu verhindern.

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Viele Länder zögern mit der Corona-Notbremse

Laut RKI deute alles darauf hin, dass die dritte Welle deutlich schlimmer werden könnte als die erste und die zweite. Aus Sicht des Infektionsschutzes sei darum jetzt ein härterer Lockdown notwendig als im Frühjahr 2020. Doch statt Verschärfungen haben viel Bundesländer gerade Öffnungsschritte auf dem Plan.

Bund und Länder hatten eigentlich vereinbart, dass ab der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz 100 die Corona-Notbremse greifen sollte. Das wird jedoch nicht überall umgesetzt. Länder wie das Saarland, Bayern oder Sachsen-Anhalt kündigten Modellprojekte an, bei denen Öffnungsschritte mit verstärkten Testen kombiniert werden. Auch Nordrhein-Westfalen will in Regionen mit einer Inzidenz von mehr als 100 Einkaufen mit Termin weiter möglich machen, wenn die Kunden einen negativen Corona-Test vorweisen.

Lauterbach: „Da haben wir als Politiker auch die Verantwortung“

Lauterbach hält davon wenig. "Wir müssen die Situation in den Griff bekommen", erklärte er im Interview. Die Zahlen würden weiter steigen, meint er. "Derzeit sind viele Menschen unterwegs, die sich nicht vorstellen können, dass sie durch eine unachtsame Situation schwer erkranken und möglicherweise von Tod oder chronischer Krankheit bedroht werden", erklärt er. Das müsse abgewendet werden. "Da haben wir als Politiker auch die Verantwortung."

Das RKI meldete 21.573 neue Corona-Fälle. Das sind fast 4100 mehr als vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 119,1 von 113,3 am Donnerstag. 183 weitere Menschen starben, die positiv getestet wurden.

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