Neue RTL-Umfrage nach Corona-Gipfel

Jeder fünfte Deutsche will Regeln an Ostern nicht einhalten

25. März 2021 - 8:45 Uhr

20 Prozent wollen sich nicht an Kontakt-Beschränkungen halten

Es droht ein ähnlich einsames Osterfest zu werden, wie schon im vergangenen Jahr. Bei ihren Beratungen haben sich Bund und Länder in der Nacht auf weitreichende Lockdownmaßnahmen über das gesamte Osterwochenende geeinigt. Und die stoßen nicht bei allen Deutschen auf Zustimmung. Wie eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und ntv ergab, wollen sich etwa 20 Prozent der Deutschen nicht an alle Maßnahmen halten. Ein Sinnbild für die Corona-Müdigkeit der Deutschen.

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Corona-Frust vor allem bei Jungen

Geschäftsschließungen, Kontaktbeschränkung, eventuell sogar Ausgangssperre: Der Blick auf die kommenden Wochen stimmt viele Deutsche unzufrieden. Das zumindest zeigt eine Umfrage im Auftrag von RTL. Jeder fünfte Deutsche gibt an, sich über Ostern nicht an die Corona-Regeln halten zu wollen.

Besonders bemerkenswert: Vor allem bei den jungen Leuten ist der Corona-Frust besonders groß: jeder dritte 18-29 Jährige kann sich vorstellen, an Ostern gegen die Kontaktregeln zu verstoßen.

Über die Osterfeiertage sollen vor allem die sozialen Kontakte noch einmal verschärft werden. Maximal fünf Menschen aus zwei Haushalten (Kinder unter 14 Jahren ausgenommen) sollen sich dann treffen dürfen.

Kritik an Urlaubsregelung groß

Ein Grund für die Unzufriedenheit der Deutschen ist auch, dass nur noch wenige das Hin und Her der Regelungen nachvollziehen können. Diesen Schluss legt auch die RTL-Forsa-Umfrage nahe. Mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) finden die beschlossenen Maßnahmen verwirrend und können sie nicht mehr nachvollziehen. Besonders groß ist das Unverständnis bei Anhänger von FDP und AfD.

Besonders die Urlaubsregelung hatte in den letzten Tagen für viel Unmut gesorgt. Einerseits sind Reisen in Urlaubsgebiete wie Mallorca wieder erlaubt, andererseits sollen Ferienwohnungen, Hotels und Campingplätze in Deutschland auch in den kommenden Wochen geschlossen bleiben. Das stößt auch bei einer großen Mehrheit der Deutschen auf heftige Kritik. 86 Prozent der Befragten gaben an, dass sie die aktuelle Regelung nicht nachvollziehen können.

Unverständnis kommt auch von Seiten einiger Ministerpräsidenten. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sagte, sie bedauere es sehr, dass es für die von ihr vorgeschlagene Urlaubslösung innerhalb Deutschlands keine Unterstützung gab. Und sie verstehe nicht" warum die Bundesregierung den Urlaub nach Mallorca zulässt, aber Bedenken hat, wenn die einheimische Bevölkerung eine halbe Stunde mit dem Auto in die nächste Ferienwohnung fährt."

Ein Beschlussvorschlag, der eine Quarantänepflicht für alle Rückkehrer aus dem Ausland vorsieht, war im Vorfeld der Ministerpräsidentenkonferenz gekippt worden.

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Drei Viertel für Änderung der Impfreihenfolge

Unter dem Hin und Her und der Uneinigkeit von Bundes- und Landesregierungen leidet offenbar auch das Vertrauen in die Versprechen der Politik. Wie aus der RTL-Forsa-Umfrage hervorgeht glauben fast drei Viertel der Deutschen nicht mehr daran, noch vor dem 21. September geimpft zu werden. Bis dahin wollen Bund und Länder jedem Deutschen ein Impfangebot gemacht haben. Zuletzt hatten sie in ihrem gestrigen Beschluss erneut an dem Datum festgehalten.

Ein Grund dafür könnte auch die von vielen als zu streng empfundene Impfreihenfolge sein. Schon seit Längerem gibt es Kritik daran, dass vor allem übrig gebliebene Impfdosen nicht sofort tagesaktuell an Impfwillige verimpft werden dürfen. Ebenfalls drei Viertel der Deutschen sind der Meinung, dass jeder, der vor einem Impfzentrum wartet, auch geimpft werden sollte, sofern freie Impfdosen zur Verfügung stehen.