Die Beschlüsse des Impfgipfels

Kinder und Jugendliche können ab 7. Juni geimpft werden

Mit dem Ende der Priorisierung können sich auch Kinder und Jugendliche impfen lassen
Mit dem Ende der Priorisierung können sich auch Kinder und Jugendliche impfen lassen
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28. Mai 2021 - 9:05 Uhr

Ende der Priorisierung in knapp zwei Wochen

Ab dem 07.Juni fällt die Impfpriorisierung weg – dann können auch Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren geimpft werden. Das haben Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten beim Impfgipfel am Donnerstagnachmittag beschlossen. Voraussetzung ist eine Zulassung des Impfstoffs von Biontech ab zwölf Jahren bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA. Eine solche Entscheidung wird in den nächsten Tagen erwartet, vielleicht sogar schon am Freitag.

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Termine vor allem beim Hausarzt

Wie aus einem Beschlussprotokoll, das RTL vorliegt, hervorgeht, sollen Kinder und Jugendliche sich um Termine "insbesondere bei den niedergelassenen Ärzten bemühen". Die Bundesländer haben bei der Gestaltung der Terminvergabe aber eine gewisse Freiheit: "Den Ländern bleibt unbenommen, darüber hinaus Angebote in Impfzentren oder spezifische Programme für diese Altersgruppe aufzulegen." Die Meinungen zum Thema Impfen bei Kindern gehen durchaus auseinander.

Kein zusätzlicher Impfstoff

Berlin Regierender Bürgemeister Michael Müller stellte bei der Pressekonferenz klar, dass es allerdings keinen zusätzlichen Impfstoff speziell für Kinder und Jugendliche geben werde. Auch soll es für sie keine Priorisierung geben. Sie müssen sich die vorhandenen Menge also mit den übrigen Menschen teilen. Auch vor diesem Hintergrund heißt es in dem Beschlussprotokoll: "Das bedeutet aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit von Impfstoffen nicht, dass bereits kurzfristig für diese Gruppe Termine verfügbar sind." Im Juni werden aber über 30 Millionen Impfstoff-Dosen erwartet, ein großer Teil kommt von Biontech/Pfizer. Die Bundesregierung bekräftigte auch erneut ihr Versprechen, Jedem bis Ende des Sommers ein Impfangebot zu machen.

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Sicherer Schulbetrieb - egal ob geimpft oder nicht

Bundeskanzlerin Merkel bekräftigte, dass der Schulbetrieb nicht von Impfungen abhängen werde:"Der sichere Schulbetrieb ist unabhängig von der Frage zu betrachten, ob Kinder geimpft sind oder nicht." Sie erinnerte daran, dass für Kita- und Grundschulkinder auf absehbare Zeit keine Impfzulassung zu erwarten sei. Gleiches gelte auch für den Urlaub: Auch ohne Impfung könne man Urlaub machen, weil Corona-Tests dafür ausreichend seien.

Bewertung der STIKO steht noch aus

Merkel sagte außerdem zu, Kinder mit Vorerkrankungen würden vorrangig geimpft - wenn die Ständige Impfkommission (STIKO) dies in ihrer erwarteten Empfehlung rät. Das gelte dann ähnlich wie für Erwachsene. Die Kommission will in den nächsten anderthalb Wochen ihre Bewertung abschließen, wie Stiko-Mitglied Martin Terhardt im RBB sagte. Eine Variante könne eine Impfempfehlung nur für chronisch Kranke sein. Einer generellen Empfehlung für eine Impfung steht ein Mangel an Daten über mögliche Risiken von Infektionen und Impfungen entgegen.

Merkel erläuterte: "Die Impfung von Kindern ist ein sehr sensibler Akt." Die Stiko werde fragen, wie groß der Nutzen und wie groß der Eingriff sei. Die Stiko werde sich nur davon leiten lassen: "Was bedeutet das für das einzelne Kind?"

(rcl/dpa)

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