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Christian Wulff zu Ukraine: „Müssen uns fragen, ob wir nicht viel mehr Opfer bringen könnten“

Ex-Bundespräsident in der Sendung „Frühstart“ von RTL/ntv

Christian Wulff zu Ukraine: „Müssen uns fragen, ob wir nicht viel mehr Opfer bringen könnten“

Christian Wulff im Frühstart Ex-Bundespräsident

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Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff hat mit Blick auf die Unterstützung für die Ukraine hinterfragt, ob Deutschland wirklich genug leiste. „Ich meine schon sagen zu müssen, dass Deutschland sich besonders fragen muss, ob wir alles tun, was wir tun können, ob wir unseren ukrainischen Freunden so helfen, wie wir ihnen jetzt helfen müssen“, sagte Wulff in der Sendung „Frühstart“ von RTL/ntv am Samstag. Das Interview sehen Sie im Video oben.

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Auch müsse Deutschland Staaten, die nicht in der NATO seien, aber durch Putin bedroht würden, „ein hohes Maß an Unterstützung gewähren“, da diese Länder die „Hilfe auch verdient“ hätten, so Wulff. Deutschland müsse sich zudem fragen, „ob wir da nicht viel mehr Opfer bringen könnten und viel mehr Unterstützung und Einsatz zeigen könnten. Das ist die Frage, die in Deutschland jetzt die zentralste ist.“

„Niemand darf sich jetzt mehr in russische Dienste begeben"

Im Kontext der Anstellung des Ex-Kanzlers Gerhard Schröder bei russischen Staatsunternehmen sagte Wulff dass dies in Zukunft nicht mehr möglich sein dürfe. „Niemand darf sich jetzt mehr in russische Dienste begeben und in russische Abhängigkeiten, da müssen wir uns alle einig sein. Wenn das nicht für alle gilt, dann bekommen wir dafür zurecht heftige Kritik“, sagte Wulff bei „Frühstart“.

Auch müsse man die letzten Jahrzehnte deutscher Russlandpolitik „kritisch aufarbeiten“, so Wulff. Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel nahm Wulff aber in Schutz: „Aus heutiger Sicht waren Nord Stream 1 und 2 Fehler. Aber aus der damaligen Sicht war es nicht unbedingt ein Fehler zu sagen: Wir wollen intensiver zusammenarbeiten, Entwicklung befördern, Vertrauen schaffen. Es muss ja geredet werden.“ Hier sei auch Vertrauen von russischer Seite „missbraucht und enttäuscht worden“ und deswegen sei nicht alles falsch gewesen, was aus damaliger Sicht gemacht wurde, so Wulff. Der ehemalige Bundespräsident sagte zudem: „Man darf Fehler machen, man darf sie nur nicht zwei Mal machen.“ (rtl/cko)

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