16. Bundesweiter Vorlesetag

So macht das Vorlesen richtig Spaß: Tipps gegen monotones und einschläferndes Lesen

15. November 2019 - 9:28 Uhr

Tipps für spannendes Lesen und Vorlesen

Vorlesen ist kinderleicht, es macht Spaß und ist wichtig für die Kinder. 32 Prozent der Eltern lesen ihren Kindern im Alter von zwei bis acht Jahren zu selten oder nie vor. Der Bundesweite Vorlesetag soll die Freude am Lesen und Vorlesen in Deutschland wecken. "Wir raten Eltern, jeden Tag 15 Minuten vorzulesen", sagt Daniel Schnock von der "Stiftung Lesen". Bei manchen Eltern kann das auch mal monoton und einschläfernd klingen. RTL-Reporterin Gizem Schumann war beim Stimmtrainer Gerrit Winter. Er coacht unter anderem Moderatoren und Schauspieler. Im Video bekommt Gizem Tipps für ein besseres Vorlesen, das jeder nachmachen kann.

Viele Vorteile für Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wird

Kinder, denen schon frühzeitig regelmäßig vorgelesen wird, haben viele Vorteile:

  • Sie sind emphatischer und fantasievoller. Sie können in Geschichten andere Perspektiven und Welten entdecken.
  • Das Lesenlernen fällt ihnen leichter und sie sind besser in der Schule.
  • Ihr Wortschatz ist bereits größer und sie sind an Textstrukturen gewohnt, die sie vom Zuhören kennen.
  • Die Konzentrationsfähigkeit, das Vorstellungsvermögen, das Zurück- und Vorausdenken sowie das Gedächtnis werden gefördert.

Schon einjährigen Kindern kann vorgelesen werden. Alternativ können Eltern Bilderbücher mit ihren kleinen Kindern anschauen oder singen. Laut der Initiative von der "Zeit", "Stiftung Lesen" und "Deutsche Bahn Stiftung" brauchen die Kinder, die in der Schule lesen lernen, auch die Unterstützung ihrer Eltern. Das Erzählen, Miteinandersprechen und Vorlesen unterstützt Kinder von klein auf beim Sprechenlernen. Das Wichtigste: Die Kinder freuen sich über die elterliche Aufmerksamkeit und Zuwendung.

Kinder in Geschichten einbinden und Fragen stellen

Die Geschichten und Themen sollten dem Alter des Kindes und der Stimmung angepasst sein. Nach einem anstrengenden Kita- oder Schultag bieten sich eher ruhige Geschichten an. Je nach Stimmung können es aber auch mal gerne spannende Abenteuer- und Reisegeschichten sein. Die Themen und Figuren sollten den Kindern gefallen. Die Kinder sollten mit in die Geschichte eingebunden werden, indem Eltern Fragen zur Handlung oder die einzelnen Figuren stellen. Und wenn dann das Kind eine Geschichte öfter hören möchte, dann sollten Eltern diesen Wunsch erfüllen.

Mit dem Alter und der Auffassungsgabe des Kindes dürfen die Geschichten auch länger und spannender werden. Zu empfehlen sind auch umfangreichere Bücher und Fortsetzungen. Im Internet finden sich kostenlose Vorlesegeschichten wie auch von Fachleuten geprüfte Kinderliteratur. Auch wir haben Empfehlungen von Eltern aus der Redaktion gesammelt und stellen die beliebtesten Bücher vor.

Das Jahresmotto: Sport und Bewegung

Den Bundesweiten Vorlesetag gibt es schon seit 2004. Dieses Jahr lautet das Motto: "Sport und Bewegung". Deswegen empfiehlt die Initiative Bücher und Geschichten, zu denen Kinder sich ausgelassen bewegen können. Passend dazu machen am Vorlesetag auch Basketballspieler, Fußballerinnen und Fußballer mit. In ganz Deutschland gibt es verschiedene Aktionen. Dabei geht es um das Vorlesen. Viele Prominente besuchen Kitas und Schulen und lesen aus ihren Lieblings-Kinderbüchern vor. Auch Politiker sind am Vorlesetag aktiv. Jedes Jahr gibt es spannende Orte dafür. Einen Vorleseort in Ihrer Nähe finden Sie hier. Bisher nehmen über 680.000 Vorleser und Hörer am Bundesweiten Vorlesetag teil.

Sind Hörbücher statt Vorlesen auch okay?

Hörbücher sind bei Kindern sehr beliebt. Doch das Lesen oder Vorlesen sollten sie nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) nicht ersetzen. Viele Kinder ziehen sich mit eigenen Stücken oft in ihre Privatsphäre zurück, um sich schöne Hörerlebnisse und gute Gefühle zu verschaffen. Vorlesen ist aber eine gemeinsame Zeit, in der Eltern und Kind zusammen etwas unternehmen, sich erzählen und austauschen können.