Wehrbeauftragte im "Frühstart"

„Soldatinnen und Soldaten fragen sich, was ihr Engagement gebracht hat“

03. September 2021 - 15:03 Uhr

Eva Högl (SPD) fordert Lehren aus Afghanistan

"Die Soldatinnen und Soldaten fragen sich, was ihr Engagement gebracht hat und wie nachhaltig es war.", so die Wehrbeauftragte Eva Högl im RTL/ntv-Frühstart. Die Bundeswehr stelle sich nach dem Ende des Afghanistan-Einsatzes aktuell die Sinnfrage des Einsatzes.

Die SPD-Politikerin weist darauf hin, dass diese Stimmung auch für laufende Missionen gelte. Die Wehrbeauftragte fordert, dass die Politik aus dem Afghanistan-Einsatz lernen müsse: "Ich fordere, dass wir Lehren aus Afghanistan ziehen. Die 20 Jahre müssen schonungslos bilanziert und aufgearbeitet werden, das erwarten auch die Soldatinnen und Soldaten.", der Einsatz am Hindukusch habe die Bundeswehr verändert und geprägt, sagt Högl weiter.

Zu laufenden und künftigen Einsätzen sagt Högl: "Wir müssen schauen, welche Ziele wir haben, welche Mittel und Möglichkeiten wir einsetzen und wie Nachhaltig die Arbeit der Soldatinnen und Soldaten ist." Grundsätzlich müsste auch besprochen werden, in welchen Teilen der Welt sich die Bundeswehr überhaupt engagieren soll, so die Wehrbeauftragte.

Högl über Bundeswehr: "Sind nicht auf Augenhöhe mit den Amerikanern“

Die militärische Abhängigkeit von den USA während des Afghanistan-Einsatzes heizt die Diskussion um eine gemeinsame EU-Truppe an. Die Wehrbeauftragte befürwortet zwar eine engere Zusammenarbeit aber warnt vor einem europäischen Alleingang: "Es ist grundsätzlich richtig sich in der EU besser abzustimmen und die Fähigkeiten zu stärken, aber das sollten wir in Partnerschaft mit den Amerikanern machen."

Högl betont weiter: "Wir sind noch lange nicht so weit das alleine zu können und sind auch nicht auf Augenhöhe mit den Amerikanern." Högl betont aber, dass mehr Selbstbewusstsein und mehr gute Zusammenarbeit in der EU der richtige Weg sei.