Mit gutem Gewissen zugreifen - oder ist einiges doch Augenwischerei?

Wie gut sind Bio-Produkte vom Discounter?

03. September 2020 - 15:00 Uhr

Ist bio immer bio - auch vom Discounter?

Bio-Produkte beim Discounter: erschwinglich für alle, gut für die Umwelt und auch fürs Gewissen. Aber ist bio wirklich immer bio - auch wenn man es günstig beim Discounter kauft? Und: Wo lauern auch bei Bio-Produkten vielleicht Probleme, an die wir beim Einkaufen gar nicht denken?

RTL-Reporter Martin Drohsel hat überprüft, wie es aktuell aussieht mit Bio-Produkten bei Discountern. Schon vor drei Jahren hatte er eine ähnliche Recherche gemacht.  Was sich bei der Auswahl und beim Preis verbessert hat, und warum es aber gerade beim Thema Verpackung und Herkunft doch noch Luft nach oben gibt, sehen Sie im Video.

EU-Bio-Label garantiert den Mindeststandard

Ein neues Zeichen für Europas Verbraucher: Ab diesem Mittwoch (01.07.2010) ist auf Öko-Lebensmitteln das neue Bio-Siegel der EU zu sehen. Das Siegel - ein Blatt mit zwölf weißen Sternen auf hellgrünem Hintergrund - zeigt, wenn Lebensmittel die Vorgab
Für das EU-Bio-Label müssen Betriebe die EU-Vorschriften zum ökologischen Landbau einhalten.
© dpa

Die Nachfrage der Verbraucher nach Bio-Produkten wird immer größer – und die Discounter erhöhen ihr Angebot dementsprechend. Dabei sind die Discounter-eigenen Bio-Produkte natürlich teurer als die günstigen konventionellen Eigenmarken, aber für Bio-Qualität meist immer noch sehr preiswert. Kann die Qualität hier also genauso gut sein wie bei den Produkten aus dem Bio-Markt?

Bio-Lebensmittel in Deutschland und der EU müssen das EU-Bio-Label tragen, erklärt Selvian Benda, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale. Dieses belegt, dass die absoluten Mindeststandards für Bio-Produkte erfüllt werden – und die erfüllen auch die Discounter-Produkte. Zusätzlich wird hierzulande auch noch das deutsche Label nach EG-Öko-Verordnung verwendet. Dabei handelt es sich um eine freiwillige Kennzeichnung, bio ist ein Produkt auch ohne dieses Label. Darüber hinaus gibt es zusätzliche Siegel, die erkennen lassen, dass noch strengere Maßstäbe angelegt werden. Die findet man im Discounter aber eher selten.

Bio-Siegel
Das Bio-Siegel kann zusätzlich zum EU-Bio-Logo verliehen werden.
© dpa, David Ebener

Lidl bewirbt Bioland-Zusammenarbeit massiv

Lidl etwa arbeitet viel mit Bioland zusammen, hier gehen die Richtlinien deutlich über gesetzliche Mindeststandards hinaus. Dies bewirbt der Discounter allerdings auch massiv - in der Filiale hatte unser Reporter durch eine massive Werbung an den Regalen Mühe, Bioland- und Nicht-Bioland-Produkte auseinander zu halten. Lidl schrieb uns dazu: Zu einem angenehmen, schnellen und einfachen Einkauf gehöre auch, dass man bestimmte Produkte wie zum Beispiel die Bioland-Artikel besonders hervorhebe.

Welche Bio-Label und -Siegel was bedeuten, erklären wir hier. 

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Wann ist ein Produkt bio?

Oft können Bio-Labels bei Lebensmitteln verwirren – etwa bei einem Produkt aus unserem Test, das als "Bio-Wasser" deklariert wurde. Wasser alleine darf das EU-Bio-Label gar nicht tragen, sondern wird anders zertifiziert. Enthält es aber entsprechende Zusätze wie Bio-Zucker und Bio-Saftkonzentrat, wird es damit zum Bio-Produkt. Dasselbe gilt beispielsweise für Salz: Ein Bio-Kräutersalz wird nicht durch das Salz selbst zum Bio-Produkt, sondern dann, wenn die enthaltenen Kräuter bio-zertifiziert sind.

Übrigens: Begriffe wie "bio" und "öko" müssen nur im Lebensmittelbereich durch entsprechende Siegel belegt werden. In anderen Bereichen ist das nicht so eindeutig geregelt.

Für mehr Tierwohl: Wie man besseres Fleisch erkennt und was es kostet, zeigen wir hier.