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Babymilch-Krise in den USA: Wird Säuglingsnahrung auch in Deutschland knapp?

Was Eltern jetzt wissen müssen

Babymilch-Krise in den USA: Wird Säuglingsnahrung auch in Deutschland knapp?

Mit Gesetz und Militärflugzeugen gegen US-Babymilch-Krise Engpässe im Supermarkt
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Engpässe im Supermarkt
Mit Gesetz und Militärflugzeugen gegen US-Babymilch-Krise

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Die Babymilch-Krise in den USA spitzt sich zu: Dort ist Babynahrung so knapp, dass nicht nur Eltern vergebens danach suchen. Auch Krankenhäuser haben immer mehr Schwierigkeiten, die Nahrung zu bekommen. Wie dramatisch die Lage ist, sehen Sie oben im Video.

Um dem entgegenzuwirken haben bereits führende Hersteller aus Europa angekündigt, mehr Babynahrung als gewöhnlich in die USA zu exportieren. Doch was bedeutet das für das Sortiment in Deutschland? Könnte Säuglingsnahrung bald auch hier knapp werden?

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Wie steht es um das Babymilch-Sortiment in Deutschland?

In Deutschland verfolge man die Entwicklungen in den USA genau, erklärt uns eine Nestlé-Pressesprecherin auf Nachfrage. Das Unternehmen zählt zu den größten Babynahrungsherstellern in Deutschland. Durch die vorausschauende Planung und Logistik produziere Nestlé wie geplant, heißt es in dem Statement gegenüber RTL weiter. „Hier helfen uns langfristige Lieferkontrakte, Bestandshaltung und eine enge Zusammenarbeit und Transparenz mit unseren Lieferanten und Servicedienstleistern. Generell konnten wir unseren Kunden nahezu immer Lieferfähigkeit garantieren.“

Auch in den Online-Shops großer Drogerie-Ketten in Deutschland lässt sich kein Mangel an Babynahrung feststellen. Dort sind verschiedene Arten von Anfangs- und Folgemilch – auch hypoallergene – von verschiedenen Herstellern bestellbar.

Was steckt hinter dem Engpass in den USA?

Hintergrund des Engpasses in den USA ist der Ausfall einer Fabrik des dortigen größten Herstellers von Säuglingsmilchnahrung, Abbott. Der Produzent hatte mehrere Produktlinien zurückgerufen, nachdem womöglich wegen bakterieller Verunreinigungen vier Säuglinge erkrankt und zwei gestorben waren. Die Produktion in einem Werk der Firma im Bundesstaat Michigan wurde vorerst komplett gestoppt.

Um den Import von Babymilchpulver zu beschleunigen, habe Biden nun außerdem angewiesen, dass Verkehrsflugzeuge des Verteidigungsministeriums genutzt werden könnten, um Säuglingsnahrung aus dem Ausland in die USA zu bringen, hieß es weiter aus dem Weißen Haus. Wie schon zu Beginn der Corona-Pandemie werde das Pentagon seine Verträge mit kommerziellen Luftfrachtunternehmen nutzen, um Produkte aus ausländischen Produktionsstätten zu transportieren. Die Umgehung der regulären Luftfrachtrouten spare viel Zeit.

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US-Präsident Joe Biden greift zu ungewöhnlichen Mitteln

Wegen der sich zuspitzenden Babynahrungskrise hat US-Präsident Joe Biden entschieden, das ursprünglich für Kriegszeiten eingeführte Gesetz "Defense Production Act" anzuwenden , um die Produktion von Milchpulver anzukurbeln. Konkret ordnete der US-Präsident an, dass Hersteller von Säuglingsmilchnahrung von Lieferanten bevorzugt vor anderen Kunden mit den nötigen Zutaten versorgt werden, wie das Weiße Haus mitteilte. (dpa/dhe)