Diskussion um Impfstoff

Astrazeneca: Immunologen schlagen dritte Impfung vor

Einige klagten nach der Impfung über Nebenwirkungen.
Einige klagten nach der Impfung über Nebenwirkungen.
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18. Februar 2021 - 6:59 Uhr

Jens Spahn: "Alle drei zugelassenen Impfstoffe sind sicher"

In der Diskussion um die Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca sind Ärzte und Immunologen bemüht, Zweifel an dem Vakzin zu zerstreuen. Der Impfstoff sei gut und wirksam, betonten der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, und der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl. Nun hat die Gesellschaft für Immunologie einen Ausweg parat.

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Impfberechtigte ließen Termine platzen

Um den Impfstoff von Astrazeneca war eine Diskussion aufgekommen - auch nach einzelnen Rückmeldungen, dass Impfberechtigte Termine womöglich wegen Bedenken platzen ließen. Das Astrazeneca-Präparat hat eine geringere Wirksamkeit als die Mittel von Biontech/Pfizer und Moderna - bezogen darauf, wie viele Geimpfte in Studien im Vergleich zu Nicht-Geimpften erkranken. Gesundheitsminister Jens Spahn betonte, er sei von den Zulassungsprozessen und Prüfungen überzeugt. "Und deswegen werde ich mich zu gegebener Zeit sicherlich auch damit impfen lassen", fügte er hinzu.

Dritte Impfung im vierten Quartal?

Der Immunologe Watzl sagte der "Augsburger Allgemeinen": "Das Mittel von Astrazeneca ist ein sehr guter Impfstoff, auch wenn die anderen noch ein bisschen besser sind." Durch den in Deutschland verlängerten Abstand zwischen erster und zweiter Dosis werde die Wirksamkeit von Astrazeneca mutmaßlich auf 80 Prozent erhöht. Der Impfstoff biete einen deutlichen Schutz vor einer Corona-Erkrankung, der um ein Vielfaches besser sei, als wenn man nicht geimpft sei. Das Astrazeneca-Vakzin unterscheide sich auch bei den Nebenwirkungen kaum von den anderen Wirkstoffen, erklärte Watzl. "Ein Unterschied zwischen den Impfstoffen ist, dass diese Nebenwirkungen bei mRNA-Impfstoffen in mehr Fällen und stärker nach der zweiten anstelle der ersten Impfung auftreten. Bei Astrazeneca ist es genau umgekehrt." Reaktionen des Körpers bei Impfungen seien nicht überraschend und in der Regel Ausdruck davon, "dass der Impfstoff das tut, was er tun soll, nämlich eine Immunreaktion auszulösen".

Watzl schlug zugleich eine spätere Nachimpfung mit einem anderen Mittel vor: "Man kann die Immunität, die man mit dem Astrazeneca-Impfstoff ausgelöst hat, ohne Probleme mit einem mRNA-Impfstoff später noch einmal verstärken". Spätestens ab dem vierten Quartal stünden mehr Impfdosen zur Verfügung als für eine zweifache Impfung der Gesamtbevölkerung nötig wären, argumentierte der Dortmunder Professor. "Es wäre deshalb kein Problem, eine dritte Impfung mit einem mRNA-Impfstoff nachzuholen."

Warum Impfnebenwirkungen gut sind, erfahren Sie hier.

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