Kinderarzt prognostiziert

Corona-Impfstoff für Säuglinge kommt

2022 soll es auch einen Corona-Impfstoff für Säuglinge geben.
2022 soll es auch einen Corona-Impfstoff für Säuglinge geben.
© PeopleImages.com - #1776243, iStock, KATLEHO SEISA

02. September 2021 - 11:51 Uhr

Impfstoff für alle Altersgruppen

Je mehr Menschen geimpft sind, desto schneller hat ein Virus keine Chance mehr auf Verbreitung. Säuglinge spielen im Infektionsgeschehen zwar keine Rolle, ein Impfstoff soll für sie trotzdem bereitgestellt werden. Kinderarzt Florian Hoffmann, Generalsekretär der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), ist sicher, dass er 2022 eingesetzt werden kann. In seltenen Fällen kann er tatsächlich auch bei den Kleinsten vonnöten sein, erklärt dazu Medizin-Experte Dr. Christoph Specht.

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Zugelassen bis hin zu Neugeborenen

Hoffmann rechnet ab 2022 mit Impfstoffen auch für Säuglinge. "Wir gehen fest davon aus, dass es ab kommendem Jahr Impfstoffe für alle Altersklassen geben wird, sogar zugelassen bis hin zu Neugeborenen", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

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Aktuell liefen verschiedene Studien von Biontech und Moderna, zum Teil sogar mit Säuglingen. Einen Impfstoff für Kinder unter zwölf Jahren erwarte er bereits Ende diesen Jahres, so Hoffmann. Diese Gruppe werde voraussichtlich eine reduzierte Impfstoffdosis bekommen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat sich Mitte August für allgemeine Corona-Impfungen für alle Kinder ab zwölf Jahren ausgesprochen. Zugelassen sind dafür die Impfstoffe von Biontech und Moderna.

Wann ist eine Corona-Impfung für Säuglinge sinnvoll?

Im Infektionsgeschehen der Coronavirus-Pandemie spielen Säuglinge, Kleinkinder und auch ältere Kinder eine untergeordnete Rolle – wenn das Augenmerk auf die schweren Erkrankungen liegt. "Aber wenn ein Kind zum Beispiel chronisch lungen- oder herzkrank ist, hat es ein höheres Risiko, einen schweren Covid-Verlauf zu haben", sagt Medizin-Experte Dr. Christoph Specht. "Wenn ich jetzt einen kranken Säugling als Patient hätte, wo ich weiß, dass es ein erhöhtes Risiko gibt, wenn es sich infiziert", so der Mediziner weiter, "dann wäre ich froh, wenn ich den Impfstoff hätte – aber auch nur in diesem Fall." Er rechne aber nicht damit, dass es eine allgemeine Stiko-Empfehlung für diese Altersgruppe geben werde. (dpa/ija)

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