Dem Bauchgefühl sei Dank

Arthur (7) ist lebensbedrohlich erkrankt: Warum sein Vater das nur zufällig herausfindet

Arthur McCormack leidet an der Krankheit Muskeldystrophie Typ Duchenne.
Arthur McCormack leidet an der Krankheit Muskeldystrophie Typ Duchenne.
© gofundme/Walk for Arthur

15. Oktober 2021 - 9:40 Uhr

Matthew McCormack stößt im Netz auf eine mögliche Diagnose

Stellen Sie sich vor, Sie surfen nichts ahnend im Internet und stoßen auf einmal auf eine Krankheit, bei der Sie sofort an Ihr Kind denken müssen! Davon kann Matthew McCormack aus der Nähe von Liverpool, Großbritannien, ein Lied singen. Nur weil er sich im Netz nach einer anderen Krankheit erkundigt, findet er so heraus, dass sein Sohn wohl an einer lebensbedrohlichen Krankheit leidet. Einerseits gut, da Arthur nur so geholfen werden kann – andererseits schlecht, denn es folgt die Gewissheit: Sein Kind ist krank.

Arthur hat Muskeldystrophie Typ Duchenne (DMD) - eine lebensbedrohliche Krankheit

"Untröstlich, am Boden zerstört und verwirrt" – so fühlt sich Matthew McCormack laut dem "Liverpool Echo" letztes Jahr, als Ärzte seine schlimmsten Befürchtungen bestätigen: Sein 7-jähriger Sohn Arthur leidet an Muskeldystrophie des Typ Duchenne (DMD), einer lebensbedrohlichen Krankheit, auf die McCormack zufällig im Internet gestoßen ist. DMD ist eine vererbbare Muskelerkrankung, die sich vor allem in der frühen Kindheit abzeichnet. Die Muskeln werden schwächer – so schwach, dass viele Betroffene irgendwann auf einen Rollstuhl angewiesen sind.

Dass sich Arthur schon immer etwas langsamer bewegt, sei sowohl Matthew McCormack als auch seiner Frau Samantha schon früh aufgefallen. Ein Licht geht dem Vater aber auf, als er den 7-Jährigen mit seinen Klassenkameraden spielen sieht: "Wir wussten schon immer, dass er langsamer ist, haben es aber darauf geschoben, dass er noch jung ist. Im Jahr 2019 waren wir dann mit Arthur bei seinem Sporttag in der Schule und dann haben wir es gesehen. Er war wirklich deutlich langsamer als seine Klassenkameraden", erklärt der 34-Jährige gegenüber der britischen Zeitung.

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Seine Lebenserwartung ist sehr gering

Ob auch die vierjährige Tochter Audrey das Gen in sich trägt, ist noch unklar.
Ob auch die vierjährige Tochter Audrey an der Krankheit erkranken kann, bleibt abzuwarten.
© facebook/Matthew McCormick-Hughes

Zuhause machen sich die Probleme ebenfalls bemerkbar: "Die Art, wie er vom Boden aufstand, war einfach anders. Auch die Treppe machte ihm zu schaffen." Weil Arthurs Eltern unbedingt herausfinden wollen, was mit ihrem Kind los ist, suchen sie im Internet nach Symptomen und potenziellen Krankheiten. Plötzlich ergibt alles einen Sinn: "Ich stieß auf Muskeldystrophie des Typ Duchenne. Als ich mir die Symptome ansah, ging mir ein Licht auf. Danach ging ich mit Arthur sofort zum Arzt."

Auch wenn es in der Regel weniger ratsam ist, auf Google nach einer möglichen Krankheitsdiagnose zu suchen: Matthew McCormack beweist den richtigen Riecher. Ärzte bestätigen schließlich, dass Arthur DMD hat. "Es gibt keine Heilung, seine Lebenserwartung liegt bei zwischen 15 und 30 Jahren", meint McCormack. Arthur hat noch eine vierjährige Schwester Audrey. Ob sie ebenfalls die genetische Mutation in sich trägt, die DMD verursacht, wird sich erst noch zeigen.

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Während Arthur weiterhin Kind sein darf, verkraften seine Eltern die Situation nur schwer

Der 7-jährige Arthur weiß, dass er krank ist. Sein Vater Matthew sagt: "Arthur weiß so viel, wie ein Kind seines Alters eben wissen muss. Er weiß, dass er kranke Muskeln hat. Wir wollen ihn nicht anlügen, aber er stellt viele Fragen." Trotzdem ist Arthur ein Junge wie jeder andere: "Er ist ein sehr glücklicher Junge, er ist mein kleiner Held, weil er einfach weiter macht. Arthur lässt sich einfach durch nichts aus der Ruhe bringen. Wenn er etwas nicht tun kann, wird er versuchen, einen Weg zu finden, um es am Ende doch noch zu tun."

Für Matthew McCormack und seine Frau ist es allerdings schwierig, mit der Situation umzugehen – besonders weil die beiden Eltern immer wieder an die Zukunft denken müssen: "Es macht dich einfach kaputt. Man fängt an, über all die Dinge nachzudenken, die man für ihn geplant hatte, wenn er erwachsen ist. Über all die Dinge, die man dann nicht mehr mit ihm machen kann – und über die Dinge, die er verpassen wird", erklärt Papa Matthew.

Damit die McCormacks gewappnet sind, wenn die Krankheit von Arthur schlimmer wird, haben Freunde der Familie eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Von dem Geld soll ein Rollstuhl gekauft werden, der es dem 7-Jährigen ermöglicht, in den kommenden Jahren ein halbwegs normales Leben führen zu können. (vdü)

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