Erblich bedingter Muskelschwund

Gesundheitslexikon: Muskeldystrophie

25. November 2019 - 11:02 Uhr

Muskeldystrophie: Erbkrankheit der Muskulatur

Bei der Muskeldystrophie handelt es sich um eine erblich bedingte Erkrankung der Muskulatur. Sie definiert sich durch den stetig fortschreitenden Rückgang des Muskelgewebes. Dies führt zu einer körperlichen Schwächung des Betroffenen.

Was ist eine Muskeldystrophie?

Die Krankheit, die im Volksmund auch als Muskelschwund betitelt wird, unterteilt sich in verschiedene Varianten. Die Formen unterscheiden sich in Verlauf, Prognose und Therapie. Insgesamt sind über 30 verschieden Formen bekannt. Alle sind auf eine pathologische Mutation im Erbgut zurückzuführen und haben einen progressiven Verlauf. Sie unterscheiden sich primär durch die hauptsächlich betroffenen Körperregionen. Männer, Frauen und Kinder können gleichermaßen von der Erbkrankheit betroffen sein. Das Erkrankungsalter und der Verlauf variieren von Mensch zu Mensch. Eine kausale Therapie, die zur Ausmerzung der Muskeldystrophie führt, ist in der Schulmedizin nicht bekannt.

Ursachen und Symptome eines Muskeldystrophie

Die Muskeldystrophie resultiert aus beschädigtem Erbgut. Hierdurch wird der Stoffwechsel der Muskulatur beeinträchtigt. Essenzielle Proteine, die dafür unerlässlich sind, liegen gar nicht oder nur in unzureichender Menge vor. Als wichtigstes Eiweiß, an dem es mangelt, gilt das für die Muskelfasern wichtige Dystrophin. Zu einem unbestimmten Zeitpunkt kommt es hierdurch zum Abbau des Muskelgewebes. Als typisches Anzeichen für die Muskeldystrophie gilt die progressive Schwächung bestimmter Muskelgruppen. Der Muskelschwund verläuft zumeist symmetrisch. Des Weiteren kann es hierdurch zu mechanischen Fehlstellungen kommen. Gelenke und Knochen können sich verformen. Den betroffenen Menschen fällt es zumeist immer schwerer, ihren Bewegungsapparat selbstständig zu bewegen. Wann und in welchen Arealen es zum Ausbruch kommt, hängt von der Form der Muskeldystrophie ab.

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Diagnose einer Muskeldystrophie

Die erste Verdachtsdiagnose auf Muskeldystrophie wird getroffen, wenn sich bereits im Kindesalter atypische Schwächungen der Muskulatur bemerkbar machen. Diverse Laboruntersuchungen können hilfreich sein und bei der Früherkennung helfen. Hierfür werden Blutproben entnommen. Auch Urinproben können Aufschluss über den Krankheitsverlauf geben. Wenn ein geringer Wert von Kreatinin im Harn enthalten ist, gilt dies als dringlicher Hinweis auf einen erblich bedingten Muskelschwund. Als alternative Diagnosemethodik bietet sich das Elektromyogramm (EMG) an. Gentests können frühzeitig darüber Aufschluss geben, ob die Erbkrankheit vorliegt. Dadurch können sich insbesondere (werdende) Eltern rechtzeitig beraten lassen. Gerade Frauen, die mit männlichen Betroffenen genetisch verwandt sind, sollten von den Gentests Gebrauch machen.

Therapie einer Muskeldystrophie

Eine Therapie, die eine vollständige Heilung der Muskeldystrophie verspricht, ist in der Schulmedizin nicht bekannt. Stattdessen wird darauf abgezielt, die Begleiterscheinungen adäquat zu behandeln und somit eine würdige Lebensqualität zu gewährleisten. Primär empfiehlt es sich, die Erkrankten mit Hilfsmitteln zu versorgen, die ihnen eine Eigenständigkeit zur Bewältigung des Alltags ermöglichen. Selbsthilfegruppen können zur psychischen Stabilisierung der Patienten beitragen. Auch eine spezifische Physiotherapie kann unterstützend wirken. Als sinnvolle physische Methode hat sich die Klopf-Druck-Massage erwiesen. Dabei ist zu beachten, dass die Muskeln durch die vorliegende Erbkrankheit äußerst dehnungsempfindlich sind. Medikamente können den progressiven Verlauf des Muskelschwunds hinauszögern. In besonders gravierenden Fällen können auch operative Maßnahmen sinnvoll sein - insbesondere bei stark deformierten Wirbelkörpern (Skoliose).

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.