Halten den Körper am Laufen und geben ihm Halt

Gesundheitslexikon: Muskeln (Muskulatur)

27. November 2019 - 11:49 Uhr

Ohne Muskeln könnte der menschliche Körper nicht funktionieren

Egal, ob atmen, essen, lachen oder laufen: Muskeln erfüllen im menschlichen Körper vielfältige Aufgaben. Der menschliche Organismus verfügt über etwa 656 Skelettmuskeln, die neben anderen Bestimmungen vor allem Bewegungs- und Haltefunktionen erfüllen. Die Bezeichnung Muskel leitet sich aus dem lateinischen Wort musculus ab, was übersetzt Maus bedeutet. Tatsächlich ähnelt ein unter der Haut angespannter Muskel in seiner Form ein wenig einer Maus.

Was sind Muskeln und welche Arten gibt es?

Muskeln sind Organe des menschlichen Körpers, die über die Fähigkeit verfügen, sich zusammenzuziehen. Sie bestehen aus Muskelgewebe, einem Grundgewebe des Organismus. Es werden zwei Arten von Muskelgewebe unterschieden, die quergestreifte und die glatte Muskulatur.

Die quergestreifte Muskulatur ist durch feine Querstreifen charakterisiert. Zu ihr zählt die Skelettmuskulatur, die für die Motorik des Körpers verantwortlich ist. Sie wird auch Bewegungsmuskulatur genannt. Eine weitere Form der quergestreiften Muskulatur ist die Herzmuskulatur. Diese ist ständig in Arbeit und besitzt ein eigenes Nervensystem. Glatte Muskulatur wie etwa die Darm- und Gefäßmuskulatur weist hingegen keine Querstreifung auf und wird vom vegetativen Nervensystem gesteuert.

Anatomie der Muskulatur

Der Aufbau des Muskels ähnelt der Form einer Spindel, die sowohl im oberen als auch im unteren Bereich dünner wird. Die Muskeln des Bewegungssystems setzen sich aus einem Muskelbauch und zwei Sehnen zusammen, die zumeist an Knochen und Bindegewebsplanen befestigt sind. Einige Muskeln können sich aus zwei oder mehreren Muskelbäuchen mit Sehnen aufbauen. Der Muskelbauch wird von einer bindegewebeartigen Hülle umschlossen und bildet etliche Bündel an Muskelfasern. Der Kern jeder Muskelfaser besteht aus einem Eiweißgeflecht mit den Eiweißen Myosin, Aktin und Troponin. Die Muskelfaser kann eine Länge von ungefähr zehn Zentimetern einnehmen.

Funktion der Muskulatur

Entsprechend des Aufbaus der Muskulatur kann sich ein Muskel lediglich verkürzen oder entspannen. Um die Bewegung der einzelnen Gliedmaßen und des gesamten Körpers in alle Richtungen zu ermöglichen, fungieren die Muskeln des Bewegungsapparates als Gegenspieler. Für die Beugung im Ellenbogengelenk ist beispielsweise der zweibäuchige Armmuskel verantwortlich. Zugleich führt der Armmuskel mit seinen drei Muskelbäuchen die Streckung im Ellenbogengelenk als Gegenspieler aus. Muskeln haben die Besonderheit, dass sie im Rahmen ihrer Funktion selten nur eine Aufgabe übernehmen. In der Regel kommt es dazu, dass mehrere Gelenke in verschiedenen Richtungen durch ein- und denselben Muskel bewegt werden.

Wichtigste Erkrankungen der Muskeln

Zu den häufigsten Beschwerden, die in einem Muskel auftreten können, gehören Muskelkater, Muskelkrämpfe und Muskelverhärtung. Insbesondere bei sportlichen Aktivitäten besteht die Möglichkeit von Verletzungen, wozu vor allem Muskelzerrungen zählen. Ernsthafte Muskelerkrankungen sind oftmals genetisch bedingt, wie zum Beispiel das Becker-Syndrom - eine Muskelschwächeerkrankung. Da der Körper wichtiges essentielles Eiweiß im Muskel nicht selbst herstellen kann, verliert der Muskel an Funktion und wird schwach. Muskeln können aber auch von Nervenerkrankungen wie etwa Lähmungen betroffen sein. Eine Entzündung des Muskels, die Myositis, ist zumeist durch Infektionen, Immunstörungen, Bakterien und Viren oder durch Toxine bedingt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.