Ampel-Plan: Bis 2000 Euro für Alltagshelfer

Arbeitsminister Heil will Familien mit Gutscheinen entlasten

30. November 2021 - 8:31 Uhr

Staatlich bezahlte Alltagshelfer

Wer kleine Kinder hat oder Pflegebedürftige in der Familie, kann sich vermutlich schon bald über staatliche Gutscheine freuen. Einem Bericht zufolge möchte die Ampelregierung damit die legale Anstellung von Haushaltshilfen fördern. Die Abrechnung soll über einen Schlüssel und per App erfolgen.

 Hubertus Heil bei Anne Will 2021-11-19, Deutschland, Berlin - Hubertus Heil SPD, Geschäftsführender Bundesminister für Arbeit und Soziales, zu Gast bei Anne Will im Ersten Deutschen Fernsehen. Thema der Politiktalk-Runde in der ARD: Die Corona-Notla
Unterstützung bei der Reinigung der Wohnung soll laut Hubertus Heil nur eine von mehreren Arten sein, die Gutscheine zu nutzen.
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Plan der Ampel-Koalition: Familien sollen bis zu 2000 Euro Bonus für Haushaltshilfe bekommen

Die künftige Ampel-Regierung will Familien mit staatlichen Gutscheinen für Haushaltshilfen entlasten. "Wir führen für Familien ein System der Alltagshelfer ein", sagte der geschäftsführende Bundesarbeitsminister Hubertus Heil der "Bild am Sonntag". Der Staat wolle Familien in Form von Gutscheinen einen Zuschuss geben, damit sie sich legale Hilfe im Haushalt leisten könnten.

Als ersten Schritt sollen demnach Familien mit Kindern, Alleinerziehende und Menschen, die Angehörige pflegen, einen jährlichen Bonus von maximal 2000 Euro erhalten.

Die Ampel-Koalition wolle damit den Alltag von Familien ganz konkret erleichtern. Gerade Eltern von kleinen Kindern oder pflegende Angehörige bräuchten beim Putzen der Wohnung, bei der Kinderbetreuung oder der Pflege Unterstützung. "Doch Normalverdiener können es sich oft nicht leisten, für diese Hilfe eine reguläre, sozialversicherte Arbeitskraft zu engagieren", sagte der SPD-Politiker. Manche Bürger wichen in die Schwarzarbeit aus, viele versuchten, ihren Alltag mit Job und Familie allein zu stemmen. "Das werden wir ändern", kündigte der SPD-Politiker an.

60 Prozent zahlen die Bürger, 40 der Staat

Nach Heils Modell sollen sich Staat und Familie die Kosten für die Alltagshelfer teilen. "40 Prozent werden durch den Zuschuss bezahlt, 60 Prozent von den Bürgern selbst", sagte Heil. Die Abrechnung solle mittels einer App geregelt werden, über die zertifizierte Firmen ihre Dienstleistungen anbieten können. Die Familie buche dann etwa eine Leistung wie das wöchentliche Putzen der Wohnung, gebe den vom Staat zugeschickten Gutscheincode ein und müsse automatisch nur noch 60 Prozent zahlen. Die Firma rechne den Gutschein mit der zuständigen Behörde ab.

Mit dieser Reform will der Minister auch den Schwarzmarkt bekämpfen und die Arbeitsbedingungen für Menschen, die haushaltsnahe Dienstleistungen erledigen, verbessern: "Auch die Alltagshelfer profitieren, weil sie sozialversichert sind und mindestens zwölf Euro Stundenlohn erhalten", sagte Heil. "Ich will, dass der Alltagshelfer aus der Schwarzarbeit rauskommt und ein ganz normaler Beruf in Deutschland wird."

Geplant ist die Einführung der Gutscheine den Angaben zufolge ab 2023 für Familien, Alleinerziehende und Pflegende. Für das erste Jahr rechnet Heil demnach mit 400 Millionen Euro Kosten. In einem zweiten Schritt sollten Haushalte alle den staatlichen Zuschuss erhalten. Die Kosten beliefen sich dann auf etwa 1,6 Milliarden Euro. Heil verwies darauf, dass der Staat durch die Sozialversicherungsbeiträge und Steuern der Alltagshelfer auch Gegeneinnahmen habe. (ntv/mpe)