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Amoklauf in Uvalde (USA): Teenager (18) erschießt in Texas 19 Kinder an der Robb Elementary School

Zahlreiche Opfer nach Amoklauf in den USA

Teenager (18) erschießt 19 Kinder an Grundschule in Uvalde (Texas)

18-Jähriger erschießt mindestens 19 Kinder Amoklauf an Schule in Texas
01:58 min
Amoklauf an Schule in Texas
18-Jähriger erschießt mindestens 19 Kinder

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Grauenvolle Nachrichten aus der Kleinstadt Uvalde (Texas, USA).Ein 18-Jähriger hat an der Robb Elementary School im US-Bundesstaat Texas das Feuer eröffnet und mindestens 19 Schulkinder getötet. Es handelt sich um eines der verheerendsten Schulmassaker in der US-Geschichte.

Uvalde (Texas): Schütze feuerte vor Amoklauf auf seine Großmutter

Den Ermittlern zufolge betrat der Schütze am Dienstagnachmittag die Schule in der Kleinstadt Uvalde und schoss um sich. Auch mindestens zwei Lehrerinnen starben bei dem Vorfall. Der Schütze wurde nach ersten Erkenntnissen von Sicherheitskräften getötet. Es war unklar, ob er zu den erwachsenen Todesopfern gezählt wurde. US-Präsident Joe Biden wandte sich nach dem Massaker an die Nation und forderte strengere Waffengesetze.

Die Polizei von Uvalde machte zunächst keine Angaben zu der Zahl der Todesopfer. Das Motiv für die Tat ist den Behörden ein Rätsel. Uvalde ist eine Kleinstadt im US-Bundesstaat Texas mit gut 16.000 Einwohnern.

Der Täter hatte sich zwei Waffen an seinem 18. Geburtstag in diesem Monat gekauft. Das bestätigte Roland Gutierrez von der texanischen Polizei. „Es war das Erste, das er an seinem 18. Geburtstag gemacht hat. Das ist verblüffend.“ In Texas ist der Kauf von Waffen ab 18 Jahren legal möglich.

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Verzweiflung nach Amoklauf in Texas
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Amoklauf in Texas (USA): 18-Jähriger eröffnete in Grundschule das Feuer

Massaker Uvalde (Texas)
Rettungskräfte versorgen zahlreiche Opfer des Amok-Schützen. Für viele Kinder kommt die Hilfe zu spät.
OLA, via REUTERS, VIDEO OBTAINED BY REUTERS

Erick Estrada vom Ministerium für öffentliche Sicherheit in Texas äußerte sich im Gespräch mit dem Sender CNN zu den Zahlen. Er schilderte auch die Ereignisse vor dem Massaker. Der Verdächtige habe zunächst auf seine Großmutter geschossen, sagte Estrada. Der Vorfall habe sich in der Wohnung der Großmutter ereignet – diese wurde in ein Krankenhaus gebracht. Über ihren Zustand war zunächst nichts bekannt.

Schließlich sei der Schütze mit einem Auto zur Schule gefahren und habe dort einen Unfall gebaut, sagte Estrada. Er habe dann das Auto verlassen und sei mit einer Schutzweste bekleidet, einem Rucksack und einem Gewehr in die Schule eingedrungen. Dort habe er das Feuer eröffnet. Der 18-Jährige sei dann vom Sicherheitspersonal der Schule gestellt worden. Estrada betonte allerdings, dass die Ermittlungen noch liefen und diese Informationen noch vorläufig seien.

„Wir haben ganz viele Schüsse gehört, ohne Unterbrechung“, schilderte Jordan Liges, ein Schüler an der Robb Elementary School die Situation. „Wir hatten alle Angst. Wir hatten Angst um unser Leben.“

Auf ihrem mittlerweile privaten Profil veröffentlichte eine Instagram-Nutzerin zuvor einen Chatverlauf - mutmaßlich mit dem Täter. Beide hatten demnach geschrieben, nachdem er sie in einem Bild mit Waffen namentlich markiert hatte. Im Verlauf habe er angekündigt, ihr ein „kleines Geheimnis“ anvertrauen zu wollen. Dazu kam es nicht mehr.

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Amokläufe in den USA: Traurige Regelmäßigkeit

Massaker von Sandy Hook vor zehn Jahren
Das Massaker von Sandy Hook vor zehn Jahren hat Amerika bis ins Mark erschüttert. Ein psychisch Kranker erschoss 20 Kinder und sechs Lehrer.
dpa, Justin Lane

Amokläufe, auch an Schulen, kommen in den USA in trauriger Regelmäßigkeit vor. Besondere Erschütterung löste ein Massaker an einer Grundschule vor zehn Jahren aus: Im Dezember 2012 erschoss ein 20-Jähriger mit schweren psychischen Problemen in Newtown im Bundesstaat Connecticut zunächst seine Mutter.

Dann ging er in seine Grundschule, die Sandy Hook Elementary School, und tötete dort 20 Schulkinder und sechs Lehrer. Anschließend brachte er sich selbst um. Die Tat löste damals landesweit einen Schock aus und sorgte auch über die Grenzen der USA hinaus für Entsetzen.

Schießerei in Texas: 61 Amokläufe in den USA im vergangenen Jahr

Massaker an Grundschule in Texas
Polizisten nach dem Massaker an der Grundschule in Texas.
AP, Dario Lopez-Mills

Erst vor gut einer Woche hatte ein Schütze mit einem Sturmgewehr in Buffalo im US-Bundesstaat New York in einem Supermarkt das Feuer eröffnet, zehn Menschen erschossen und drei weitere verletzt. Er wurde noch am Tatort festgenommen. Den Ermittlern zufolge war die Tat rassistisch motiviert - 11 der 13 Opfer waren schwarz. Buffalo hat eine mehrheitlich schwarze Bevölkerung.

Im vergangenen Jahr zählte die US-Bundespolizei FBI 61 Amokläufe mit Schusswaffen in den Vereinigten Staaten. Das seien mehr als 50 Prozent mehr als im Jahr zuvor, teilte das FBI am Montagabend (Ortszeit) in Washington mit. Seit 2017 habe sich die Zahl verdoppelt. 2021 seien bei Amokläufen 103 Menschen getötet und 140 verletzt worden. Auch das sei ein Anstieg um knapp 50 Prozent gegenüber 2020. 60 der 61 Schützen waren den Angaben zufolge Männer. Das FBI nutzt für die Zählung eine strenge Definition: Es geht ausschließlich um Fälle, in denen ein Täter in der Öffentlichkeit auf Menschen schießt, um sie zu töten. Nicht beachtet werden klassische Kriminalfälle mit Waffengewalt oder etwa Schießereien unter Bandenmitgliedern.

Das Ausmaß an Waffengewalt insgesamt ist in den USA ungleich größer. Es kommt regelmäßig zu tödlichen Vorfällen mit Schusswaffen, die dort leicht zu kaufen sind. Die Gesundheitsbehörde CDC verzeichnete in ihrer jüngsten Statistik aus dem Jahr 2020 insgesamt 45.222 Schusswaffentote in den USA - mehr als 120 Tote pro Tag. (jda, rsa, mit dpa, ap & reuters)