Was tun bei anaphylaktischem Schock durch Medikamente?

Allergie-Schock durch Ibuprofen: Frau erleidet "Verbrennungen" am ganzen Körper

05. Juni 2020 - 15:53 Uhr

Ausschläge und Brandblasen nach Einnahme von 2 Schmerztabletten

Eine Frau aus Chon Buri in Thailand erlitt nach der Einnahme von nur zwei Ibuprofen-Tabletten gegen Zahnschmerzen einen extremen allergischen Schock. Der Körper der 25-Jährigen reagierte so stark auf das Schmerzmittel, dass sich in kürzester Zeit heftige Ausschläge und Bläschen auf ihrer gesamten Haut bildeten. Sie "verbrannte" scheinbar von innen heraus. Die junge Frau wurde daraufhin ins Krankenhaus eingeliefert und musste dort sieben Tage lang behandelt werden. Wie es ihr weiter erging, das sehen Sie im Video.

Allergischer Schock: Wie kommt es dazu und was sind die Symptome?

Eine solche allergische Reaktion wird in der Medizin als anaphylaktischer Schock bezeichnet. Dieser entsteht durch eine Überreaktion des Körpers auf Medikamente (zum Beispiel Schmerzmittel oder Antibiotika), kann aber auch durch Nahrungsmittel oder Insektengifte ausgelöst werden. Bei Betroffenen bilden sich Hautrötungen und Juckreiz, es kann zu Schwellungen der Lippen, Augen oder Rachenschleimhäute kommen. In heftigeren Fällen kommen Atembeschwerden, niedriger Puls und Herzrasen hinzu. Im schlimmsten Fall erleiden Betroffene einen Atem- und Herz-Kreislauf-Stillstand.

Auch Stefanie Schmitz aus Köln hat die Einnahme von Ibuprofen fast mit dem Leben bezahlt. Nach der Einnahme landete die junge Frau mit heftigen Bauchschmerzen im Krankenhaus und rang mit dem Tod.

Was hilft bei einem anaphylaktischen Schock?

Wenn Sie nach einem Insektenstich, der Einnahme von Medikamenten oder Nahrungsmitteln bemerken, dass sich Hautrötungen oder Ausschläge auf Ihrer Haut bilden, wenden Sie sich dringend an einen Arzt. Bei erschwerter Atmung sollten Sie sich nicht vollständig hinlegen, sondern den Oberkörper aufrecht halten, um die Bronchien zu entlasten. Da ein anaphylaktischer Schock lebensgefährlich sein kann, sollten Sie bei heftigeren Symptomen – vor allem bei Atemproblemen – den Notarzt verständigen.

Aber nicht immer sind Medikamente oder Insektenstiche schuld: Riley O'Brien aus Colchester (England) erlitt ebenfalls einen allergischen Schock, einfach nur weil sie sich die Haare blondiert hatte.

Wie wird ein allergischer Schock behandelt?

Notfallset gegen allergische Schocks mit Epi Pen
Ein Notfallset gegen allergische Schocks sollte bei bekannten schweren Allergien immer mitgeführt werden.
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Die Behandlung richtet sich nach dem Grad der Schwere des Schocks. Bei leichten Symptomen kann schon ein Antihistaminikum helfen, in schwereren Fällen werden dem Patienten Cortison und Adrenalin verabreicht. Dadurch ziehen sich die Gefäße zusammen, die allergische Reaktion wird gestoppt und die Durchblutung verbessert.

Wissen Sie bereits, dass Sie auf Insektenstiche oder bestimmte Lebensmittel stark allergisch reagieren? Dann sollten Sie für den Ernstfall ein Anaphylaxie-Notfallset bei sich tragen. Dieses beinhaltet neben einer Fertigspritze mit Adrenalin zur Selbstinjektion auch ein Antihistaminikum in Tropfen- oder Tablettenform.