Allergischer Schock durch Haartönung: Engländerin kann tagelang nichts sehen

Die Engländerin Riley O' Brien erlitt durch eine Haartönung einen so schweren allergischen Schock, dass sie tagelang nichts mehr sehen konnte.
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05. Juni 2020 - 14:41 Uhr

Extreme Schwellungen durch Haarfarbe

Sie wollte nur schnell eine verpfuschte Blondierung übertönen, doch dann schwoll ihr Gesicht so enorm an, dass sie über Tage nichts mehr sehen konnte: Die 18-jährige Riley O'Brien aus Colchester (England) erlitt einen allergischen Schock. Wieso kam es zu so einer heftigen Reaktion?

Riley hatte bereits früher allergisch reagiert

Riley hatte sich zunächst selbst die Haare blondiert – doch heraus kam ein unnatürlicher Rot-Ton. Weil die junge Frau jedoch noch am selben Abend ausgehen wollte, überfärbte sie das unbefriedigende Ergebnis kurzerhand mit einer braunen Tönung aus dem Drogeriemarkt – obwohl sie bereits früher empfindlich auf das Produkt reagiert hatte. Am nächsten Morgen dann der Schock: Rileys Stirn war auf die doppelte Größe angeschwollen.

"Ich geriet in Panik und mir wurde klar, dass ich auf die Haartönung reagierte. Ich versuchte, sie auszuwaschen, aber die Symptome wurden nicht besser", erklärt Riley der britischen Daily Mail. Tatsächlich verschlimmerte ihr Zustand sich innerhalb weniger Stunden extrem: Die Schwellung griff auf das restliche Gesicht und die Augen über, und auf ihrer Haut bildete sich ein eitriger Ausschlag.

"Das war eine harte Lektion"

Die 18-Jährige fuhr mit ihrer Mutter ins Krankenhaus. Dort wurde festgestellt: Riley hatte einen allergischen Schock erlitten, bei ihrem Ausschlag handelte es sich um eine chemische Verbrennung. Sie bekam Steroide gegen die Schwellung verabreicht – trotzdem dauerte es zwei Tage, bis sie wieder etwas sehen konnte, und gut eine Woche, bis die Schwellung abgeklungen war. Die junge Frau warnt jetzt: "Wenn ihr selbst färben wollt, macht vorher immer einen Allergietest! Ich hatte Glück, dass meine Atemwege nicht betroffen waren. Das war eine harte Lektion."

Allergischer Schock: Notfallset kann Leben retten

Notfallset gegen allergische Schocks mit Epi Pen
Ein Notfallset gegen allergische Schocks sollte bei bekannten schweren Allergien immer mitgeführt werden.
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Ein allergischer Schock, auch anaphylaktischer Schock, entsteht durch eine massive Reaktion des Körpers auf Auslöser wie etwa Medikamente, Nahrungsmittel und Insektenstiche. Durch eine heftige Histaminausschüttung kommt es zunächst zu Hautausschlägen und Schwellungen, im weiteren Verlauf drohen Atembeschwerden und eine Überlastung des Kreislaufs.

Da ein allergischer Schock im schlimmsten Fall zum Tod durch Organversagen führen kann, ist schnelles Handeln gefragt: Zunächst sollte der Notarzt gerufen, anschließend die Beine des Patienten hochgelagert werden. Während bei Grad I schon ein Antihistaminikum Linderung verschafft, wird bei schwereren Schocks Adrenalin und Kortison verabreicht. Ist bereits bekannt, dass man auf eine bestimmte Substanz allergisch ist, sollte ein Notfallset ständiger Begleiter sein: Es enthält alle drei beschriebene Medikamente und kann im Ernstfall Leben retten.