Bitte hab Verständnis dafür, dass wir in diesem Browser keine optimale Nutzung von RTL.de gewährleisten können. Bitte benutze einen aktuelleren Browser (z.B. Chrome, Firefox, Safari oder Edge), damit du die Seite wie gewohnt nutzen kannst.

Von der Sparkasse an die Wallstreet

Warum ich in 30 Jahren vermutlich 20.000 Euro bekomme – einfach so!

07. April 2021 - 14:28 Uhr

Reporterin Cecilia Mlayeh erzählt, wie sie an die Börse gegangen ist

Sparen, Geld anlegen, meine Finanzen sortieren, mir ein paar Gedanken um die Rente machen: Das waren bei mir ziemlich lange genau die Themen, um die ich mich "eigentlich auch mal kümmern wollte". Der klassische Fall von Aufschieberitis. HEUTE bereue ich, dass ich mich nicht eher mit all diesem Kram beschäftigt habe. Vor allem, weil ich jetzt sehe, wie sehr sich das im wahrsten Sinne des Wortes auszahlen kann und dass Begriffe wie Aktienfonds, Börsenhandel und ETFs zwar kompliziert klingen, es aber gar nicht sind!

Zu jung, zu arm, zu dumm? Falsch!

RTL-Reporterin Cecilia Mlayeh
RTL-Reporterin Cecilia Mlayeh investiert nun in den Aktienmarkt und hat diese Entscheidung nicht bereut.
© rtl.de

Neben meiner Ausrede, ich wäre doch noch zu jung (= damals 29), um mich mit dem Thema Geldanlage zu beschäftigen, hatte ich außerdem das Problem, dass ich gar nicht wusste, was man mit seinem Geld so alles anstellen kann, außer es auf dem Girokonto zu parken. Klar, von Aktienhandel hatte ich mal was gehört - aber war das nicht das, wo man die Euros schneller verliert, als man gucken kann?

In meiner damaligen Vorstellung waren an der Börse nur reiche Leute, die zocken wollen und es verkraften können, wenn Geld flöten geht. Dazu zähle ich definitiv nicht… Hürde Nummer drei kam dann noch on top: Alles was mit Mathe oder Zahlen zu tun hat, schreckt mich prinzipiell ab. Kurzum: Ich war ein richtiger Härtefall. Das alles hat sich aber geändert, als ich zum Geburtstag ein Buch geschenkt bekommen habe, in dem das Thema Finanzen wirklich einfach UND aus der Perspektive einer Frau erklärt wurde. Ganz grob gesagt ging es darin um den allgemeinen Umgang mit Geld, Versicherungen, Gehaltsverhandlungen, Geld in der Partnerschaft und natürlich: Investitionen an der Börse. Und übrigens überhaupt nicht um Mathe. Dieses Buch hat mich zum einen extrem neugierig gemacht und zum anderen motiviert, mich noch weiter zu informieren. Also bin ich den klassischen Weg über Google, Blogs und Youtubevideos gegangen.

Meine erste Erkenntnis: Wenn das Geld, das ich mir mühsam zusammenspare, auf dem Girokonto liegt, verliert es Tag für Tag an Wert. Ziemlich sicher. Dass es kaum noch Zinsen auf Erspartes gibt und die Inflation alles auffrisst, ist ja kein Geheimnis. Investiere ich das Geld dagegen in Aktienfonds, wird es sich vermehren. Ziemlich sicher. Die durchschnittliche Rendite bei solchen Fonds liegt bei circa 7 Prozent jährlich (vergleichbar mit dem Zins auf dem Sparbuch, wenn es ihn denn noch gäbe…). Tja, da ist mir die Wahl dann nicht mehr schwer gefallen…

Wenn ICH das verstehe, versteht es wirklich jeder!

Okay, das Wichtigste hatte ich also verstanden. Jetzt musste ich nur noch rausfinden, wie ich diese ominösen Aktienfonds, oder auch ETFs genannt, denn kaufen kann. Ganz ehrlich: Ich habe es gegoogelt und mir dann zig Erklärvideos angeguckt. Blogbeiträge von Experten gelesen. Podcasts gehört. Und nochmal Erklärvideos geguckt. Nach ungefähr einer Woche waren mir Begriffe wie Indexfonds, ETFs, Rendite, Dividenden, Broker und so weiter nicht mehr fremd. Ich habe mich sogar sicher gefühlt, wenn ich zum Beispiel mit meinem Freund (einem Banker) darüber gesprochen habe.

Übrigens: Selbst den Broker, also quasi die Bank, bei der ich meine Aktienfonds kaufen wollte, habe ich gefunden, weil ich einfach "Wie finde ich den besten Broker für mich" in der Suchleiste eingetippt und dann – natürlich – Erklärvideos dazu geguckt habe. Circa einen Monat nachdem ich das Buch gelesen hatte, habe ich mein Depot (sowas wie ein Bankkonto für Aktien) eröffnet und mehrere Sparpläne angelegt. Jeden Monat fließt da jetzt eine Summe X drauf, die ich sparen möchte.

Schon klar, über Geld spricht man nicht, aber ich verrate Ihnen jetzt trotzdem etwas: Einen meiner ETFs bespare ich mit gerade mal 25 Euro im Monat. Würde ich 25 Euro monatlich auf dem Sparbuch bunkern, wären das in 30 Jahren 9.000 Euro. In diesem ETF könnten es in 30 Jahren aber circa 30.000 Euro werden (bei durchschnittlich 7 Prozent Rendite). Ja, ich bin vielleicht nicht gut in Mathe. Aber ich freue mich jetzt schon auf die 20.000 Euro, die ich später vermutlich mal bekomme – einfach so!

Risikohinweis: In diesem Blogartikel habe ich meine persönlichen Erfahrungen beschrieben. Sie dienen der allgemeinen Information und sind keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente. Es handelt sich nicht um Anlageberatung.

Im Video: Anlageberater Nico Hüsch gibt Tipps

Auch interessant