In der Krise steht das deutsche Handwerk zusammen

"Wir Handwerker müssen jetzt zusammenhalten" - Elektriker bittet um Hilfe für Region Ahrweiler

20. Juli 2021 - 17:36 Uhr

Video mit eindrucksvollem Appell an Deutschlands Handwerker

In vielen Orten der schwer getroffenen Flutgebiete ist die unmittelbare Gefahr vorüber. Das Aufräumen allerdings fängt gerade erst richtig an. Die Menschen sind vielerorts auf sich allein gestellt. Einer von ihnen ist Dominik Tietz aus der Region Ahrweiler (Rheinland-Pfalz). Der Elektriker wendet sich in seiner Verzweiflung in einem Video bei Instagram an die Handwerker-Community in ganz Deutschland – mit einem überwältigenden Echo.

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Elektriker aus der Region Ahrweiler bittet um Hilfe

Schlamm, Schutt und Schmutz überall. Trümmer türmen sich teils meterhoch. Zwischen Autowracks und Möbelresten versuchen Anwohner, ein wenig Ordnung in das Chaos zu bringen. Mit dem Zurückweichen des Wassers wird in den vom Unwetter verwüsteten Regionen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz das ganze Ausmaß der Zerstörung sichtbar. Es wird Wochen, Monate dauern, bis allein die sichtbaren Folgen der Katastrophe beseitigt sind.

"Wir brauchen dringend Hilfe und das nicht nur heute und morgen, sondern wahrscheinlich die ganzen nächsten Wochen." Es ist der eindringliche Appell eines Handwerkers, der mit seinen Kollegen und Freunden längst anpackt. Der Elektriker lebt und arbeitet im Katastrophengebiet, ist also selbst vom Hochwasser betroffen. Doch zum Trauern bleibt keine Zeit. Tietz und sein Team packen an – und sind auf Hilfe angewiesen.

Wie schlimm die Lage für viele Anwohner in Schuld ist, lesen Sie hier.

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Luftbilder zeigen das Ausmaß der Zerstörung

Elektro-Infrastruktur für Wiederaufbau benötigt

Das Strom- und Telefonnetz ist in vielen Orten noch ausgefallen. Frei liegende Stromleitungen gefährdeten die Menschen, warnt die Polizei. Umso wichtiger ist der Einsatz der Handwerker. Nicht nur aus der Region, sondern der ganzen Community auch über die Grenzen von Rheinland-Pfalz hinaus. "Das hier ist ein Hilferuf an alle, die die Community unterstützen. Wir Handwerker müssen jetzt zusammenhalten." Um die Stromversorgung wieder herstellen zu können, werde Elektro-Infrastruktur benötigt. "Wir brauchen Stromaggregate und Baustromverteiler, so Dominik Tietz.

Überwältigendes Echo - erste Elektrogeräte unterwegs in die Eifel

Handwerker aus ganz Deutschland unterstützen ihre Kollegen in den Flutgebieten.
Aus Schleswig-Holstein in die Eifel: Das deutsche Handwerk hält zusammen.
© Instagram/Rechert Elektrotechnik

In einem weiteren Video dankt Tietz für Solidarität und Hilfe. "Es ist unfassbar. Von Berlin bis zum Bodensee ist alles dabei. Jeder will helfen, teilweise sind die Leute auch schon auf dem Weg zu uns rüber." Allerdings hake es noch an der Organisation und Koordination vor Ort. Die Menschen seien erschöpft und mit der Situation überfordert. "Das hier ist Krieg. Das ist der richtige Ausdruck dafür."

Dominik Tietz: Katastrophen-Touristen und Gaffer können zuhause bleiben!

Eine Bitte an alle Helfenden hat Tietz dann noch konkret. "Wenn ihr helfen wollt, tut uns einen gefallen: Parkt außerhalb, geht zu Fuß, bündelt euch, es gibt auch Shuttle-Busse". Eines der größten Probleme sei, dass schweres Gerät und Bergungsfahrzeuge nicht durchkommen. Wer helfen will, solle sich deshalb bitte vorher informieren.

Auf Gaffer und Katastrophen-Touristen kann der Elektriker aber verzichten. "Diese Menschen sind einfach nur abgrundtief… egal. Die wissen schon, was gemeint ist." (kra)