Praxis-Test nach Start der Grundrente

482 Euro laut Rentenbescheid: Wie gut kann man davon leben?

07. Januar 2021 - 15:54 Uhr

Wenig Geld trotz Grundrente: Wie kommt Sabrina damit aus?

Verkäuferin Sabrina ist 48 Jahre alt und hat seit der Geburt ihres Kindes in Teilzeit gearbeitet. Obwohl sie seit 31 Jahren in die Rentenkasse einzahlt, liegen ihre Rentenaussichten aktuell bei mageren 482 Euro. In ihrem Fall würden diese mit der sogenannten Grundrente aufgestockt werden. Diese wurde zum Jahreswechsel eingeführt und soll Versicherte unterstützen, die jahrzehntelang gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt, aber nur vergleichsweise wenig verdient haben.

Doch wie gut könnte sie von diesem Rentensatz tatsächlich leben? Das hat sie zwei Wochen lang getestet. Sabrinas Erfahrungen und welches bittere Fazit sie zieht, sehen Sie im Video. Dort erklären wir auch, wie das Prinzip der Grundrente im Detail funktioniert.

Frauen deutlich öfter von Altersarmut betroffen

 Ein Rentner zählt sein Kleingeld am Eingang zum Real-Markt an der Weißhausstraße. Köln, 29.07.2016 Foto:xC.xHardtx/xFuturexImage
Frauen sind häufiger von Altersarmut betroffen als Männer.
© imago images/Future Image, imago stock&people via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Vor allem Frauen sind häufig von Altersarmut betroffen, weil sie wegen der Kinderbetreuung oft in Teilzeit arbeiten, weniger verdienen und weniger finanzielle Rücklagen bilden können. Spätestens im Rentenalter wird das zum Problem. Wie Frauen dennoch clever fürs Alter vorsorgen und sich ein Finanzpolster können, lesen Sie hier.

Auch mit höheren Rentenaussichten wird es schwer

Doch auch für diejenigen, die vergleichsweise höhere Rentenaussichten haben, wird das Auskommen mit den aktuellen Rentenansprüchen schwierig: Chriz ist 36 Jahre alt und alleinlebender Sicherheitsmitarbeiter, ihm würde laut derzeitiger Berechnung später eine Rente von monatlich 1.346 Euro zustehen. Damit hätte er keinen Anspruch auf Grundrente, nach Abzug aller Fixkosten monatlich aber auch nur 380 Euro zur Verfügung.

Auch er versucht für unseren Test zwei Wochen lang, mit seiner künftigen Rente auszukommen. Obwohl er kaum Geld für Freizeitaktivitäten oder den Friseurbesuch einplant, ist das Geld schnell weg. Das meiste geht bereits für Lebensmittel drauf: "Rücklagen zu schaffen ist mit dem Geld fast nicht möglich", sagt er im RTL-Interview. "Das bringt einen deutlich in Schwierigkeiten, falls mal etwas kaputt geht. Da entsteht schon ein Druck."

LESE-TIPP: Grundrente, Erhöhung und Co.: Das ändert sich 2021 bei der Rente

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Finanz-Tipps vom Rentenexperten

Änderungen für Steuerzahler 2020
Um der Rente sorgloser entgegensehen zu können, sollte man sich frühzeitig um die Altersvorsorge kümmern.
© deutsche presse agentur
  • Rücklagen in Höhe von 3 Monatsgehältern bilden

Ob als Rentner oder Berufstätiger: Rentenexperte Thomas Kliem zufolge sollte man immer einen finanziellen Puffer einplanen und Geld für unvorhergesehene Ausgaben beiseitelegen. Wer monatlich nur wenig Geld zur Verfügung hat, muss hier aber natürlich deutlich besser planen.

  • Haushaltsbuch zur Ausgabenanalyse führen

Sämtliche Ausgaben in ein Haushaltsbuch einzutragen hilft, unnötige Geldausgaben zu erkennen und einzusparen. Ist nur wenig Geld da, wird das umso wichtiger.

  • Vorsorge treffen

Im Alter sollte man neben der gesetzlichen auch auf die betriebliche und private Vorsorge setzen. Wichtig ist, sich möglichst früh um das Thema Altersvorsorge zu kümmern, damit man dem Renteneintritt entspannter entgegensehen kann. Hier finden Sie einen Überblick über die besten Renten-Modelle.

  • Unabhängige Rentenberatung einholen

Zu den verschiedenen Möglichkeiten der Altersvorsorge sollte man sich am besten von einem unabhängigen Finanzberater beraten lassen.